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Samstag, 11.09.1976

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The Beginning of the End » Geschichte der Zauberei » London » Zaubereiministerium » Abteilung für Magische Strafverfolgung » Zaubergamot-Verwaltungsdienst » Büro von Amelia Bones » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Merlin
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Büro von Amelia Bones

[...]


14.06.2015 22:33 offline E-Mail suchen homie
Amelia Bones



Alter:
40
Wohnort:
Oxford
Beruf:
Staatsanwältin
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
lex non distinguitur
Spieler:
Rexy

Charakter


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Amelia saß an ihrem Schreibtisch und legte sich die Unterlagen zurecht, die ihr bei ihrem Gespräch nützlich sein konnten. Sie konnte nicht sagen, dass sie sich darauf freute, mit dem Vertreter der Vampire, Vlad Draculea selbst, sprechen zu müssen.

Nicht nur, dass ihr der Ruf des Vampirs ein wenig Unbehagen bereitete – sie konnte auch nicht umhin, sich einzugestehen, dass die rechtliche Grundlage, nach der das Zaubereiministerium vampirischen Flüchtlingen die Einreise verbot, mehr als dürftig war. Und das brachte sie wiederum in eine moralische Zwickmühle. Einerseits war es ihre Pflicht, die Interessen der magischen Gemeinschaft zu vertreten – und damit also die Interessen des Ministeriums – aber andererseits war für sie stets die Gerechtigkeit das Wichtigste gewesen und sie war sich noch nicht sicher, ob der Gerechtigkeit in diesem Fall schon genüge getan wurde. Nun, vielleicht würde sie nach diesem Gespräch wenigstens klarer sehen…

Sie faltete die Hände und stützte ihr Kinn darauf, während sie darauf wartete, dass es an ihrer Tür klopfte.


15.06.2015 00:38 offline E-Mail suchen homie
Vlad Draculea
Vampir


Alter:
544
Wohnort:
London
Beruf:
Fürst der Vampire
Blutstatus:
Blutleer

Charakter


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Tatsächlich klopfte es kurz darauf, die Tür öffnete sich und Vlad Draculea betrat das Büro. Der Vampirfürst trug heute einen dunkelgrauen, fast schwarzen Gehrock und einen passenden Zylinder. Der obligatorische Spazierstock mit dem Drachenknauf durfte ebenfalls nicht fehlen. Vlad nahm den Zylinder ab, verneigte sich zur Begrüßung und sagte: "Miss Bones, es freut mich, dass Sie diesem Termin zugestimmt haben."

Es ging, wie so oft, um die Einreise von Vampiren und die Probleme in Rumänien. Vlad sagten die Entwicklungen der letzten Jahre überhaupt nicht so. Wobei es das nicht traf, ihm sagten die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte nicht zu, und das betraf nicht nur die Vampire. Für ihn war Rumänien ein unnötiger Zusammenschluss, der Pfähler sah sich nicht als Rumäne, sondern nach wie vor als Walache, auch wenn dieses Fürstentum in der Praxis als eigenständiger Staat nicht mehr existierte. Diesbezüglich konnte er freilich nichts tun, aber immerhin in Bezug auf die Seinen konnte er handeln. In Rumänien selbst kümmerte sich sein Stellverteter um die Angelegenheit, aber bei dem dortigen Zaubereiministerium war kaum etwas zu gewinnen - man wollte die Vampire aus dem Land haben, egal wie.

Was die Einwanderung anging, selbst für Vlad war das ein zweischneidiges Schwert: Mehr Vampire im Land bedeuteten tatsächlich in mancher Hinsicht mehr Macht für ihn, aber gleichzeitig erweckte es unerwünschte Aufmerksamkeit. Außerdem waren zu viele Vampire an einem Ort auch nicht unbedingt etwas Positives, schon allein aus Nahrungsgründen.

"Sie wissen ja, weshalb ich hier bin", meinte Vlad. "Ich würde gerne mit Ihnen erörtern, wie diese ganze", er zögerte einen Moment, "Situation rechtlich zu bewerten ist."


23.06.2015 14:43 offline E-Mail suchen homie
Amelia Bones



Alter:
40
Wohnort:
Oxford
Beruf:
Staatsanwältin
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
lex non distinguitur
Spieler:
Rexy

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Amelia stand auf, als es klopfte und kurz darauf ihr Besucher herein trat. Sie streckte die Hand aus, um ihn höflich zu begrüßen – Draculea schien allerdings eine Verbeugung als Begrüßung vorzuziehen. Vermutlich sollte es sie nicht überraschen, dass der Vampir altmodische Umgangsformen pflegte, denn immerhin stammte er, ganz wörtlich gesprochen, aus einem anderen Jahrhundert. Sie lächelte ernst und nickte ihm zu.

„Nichts zu danken, Mr Draculea. Bitte setzen Sie sich.“

Sie konnte sich denken, dass es in seinem Interesse war, das Geplänkel kurz zu halten. Ihm ging es um seine rechtlichen Fragen, nicht um Smalltalk, und auch Amelia zog es vor, bald zur Sache zu kommen.

„Ja, ich weiß, worum es geht.“ Sie deutete auf die Unterlagen, die auf ihrem Tisch bereits vorbereitet lagen. „Dies sind die Statistiken, die ich zur Einwanderung osteuropäischer Vampire in den letzten Jahren habe. In diesem Ordner hier sind die neuen Bestimmungen, die die Grenze de facto für osteuropäische Vampire schließen. Bevor ich Ihnen meine Sicht der Dinge erläutere – haben Sie bestimmte Fragen?“


30.06.2015 16:27 offline E-Mail suchen homie
Vlad Draculea
Vampir


Alter:
544
Wohnort:
London
Beruf:
Fürst der Vampire
Blutstatus:
Blutleer

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Vlad folgte ihrer Einladung, ließ sich nieder, verengte kurz die Augen und versuchte, sein Gegenüber einzuschätzen. Sie wirkte ernst und professionell. Es gab viele Zauberer, die mit Vampiren große Probleme hatten, doch sollte dies auch auf Amelia Bones zutreffen, ließ sie es sich nicht anmerken.

Der Pfähler wandte seine Aufmerksamkeit schließlich den vor ihm liegenden Unterlagen zu und blätterte sie durch. Statistiken, Zahlen, Tabellen und noch mehr Zahlen. Auch wenn er sie gezwungenermaßen mit derartigem bürokratischem Geplänkel auseinandersetzen musste, war es doch so gar nicht seine Welt. Er war ein Mann der Tat, ein Kriegsfürst, vielleicht auch ein Mann des Wortes und der Philosophie, aber definitiv kein Mann der nackten, kalten Zahlen - wenn es sich einrichten ließ, überließ er das lieber seinem Sekretär.

Die Bestimmungen, die Amelia Bones erwähnt hatte, lasen sich kaum besser als die Statistiken; die typischen bürokratischen Formulierungen. Desinteressiert überflog Vlad sie und legte alles dann wieder zurück. "Nein, noch habe ich keine Fragen. Bitte, erläutern Sie. Ich ziehe warme Worte kaltem Papier vor."


18.07.2015 13:36 offline E-Mail suchen homie
Amelia Bones



Alter:
40
Wohnort:
Oxford
Beruf:
Staatsanwältin
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
lex non distinguitur
Spieler:
Rexy

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Amelia gab dem Vampir Zeit, sich die Unterlagen anzusehen, und bereitete sich darauf vor, Fragen beantworten zu muessen, denn immerhin waren solche Statistiken fuer Laien nicht immer auf Anhieb zu verstehen. Vlad Draculea schien jedoch einen anderen Weg vorzuziehen.

„Nun, ich bin mir nicht nicht sicher, ob ich Ihnen ‚warme‘ Worte fuer ein solches Thema bieten kann, aber ich werde mich bemuehen, Ihnen die Sachlage aus meiner Sicht moeglichst verstaendlich zu erklaeren.“ Warme Worte waren nun wirklich nichts, was Amelia in diesem Fall aeussern konnte – sie wuerde professionell und sachlich bleiben, wie ueblich.
Mit einer Hand wies sie auf die Statistik, die die Einwanderungskurve fuer Vampire aus dem osteuropaeischen Raum beinhaltete. „Wie Sie sehen, gab es im letzten Jahr eine starke Einwanderungswelle – insbesondere aus Rumaenien was natuerlich wenig ueberraschend ist. Im September letzten Jahres wurden dann die britischen Grenzen fuer osteuropaeische Vampire geschlossen, auch wenn wir davon ausgehen, dass es immer noch illegale Einwanderung gibt. Die rechtliche Lage ist etwas komplizierter... Es ist zutreffend, dass Grossbritannien mit einem uebergrossen Zufluss von Vampiren nicht umgehen kann – wir sind eine Insel und unsere Blutbanken und unsere Reserven an tierischen Nahrungsmitteln ist begrenzt. Andererseits sind die neuen Gesetze Rumaeniens durchaus drakonisch, wenn nicht sogar rechtswidrig, wenn man es von einem, nun, einem menschenrechtlichen Standpunkt betrachtet. Wie sehen Sie die Lage?“

Sie hielt nichts davon, die Sachlage zu beschoenigen oder zu verschweigen, dass man sich mit den neuen Gesetzen auf beiden Seitem auf duennem Boden befand. Nach allem was sie ueber Vlad Draculea gehoert hatte, war er keineswegs dumm und wuerde eine Luege ohnehin als solche erkennen koennen. Da war es besser bei der Wahrheit zu bleuben – diese Meinung vertrat sie ohnehin in den allermeisten Faellen.


07.08.2015 10:55 offline E-Mail suchen homie
Vlad Draculea
Vampir


Alter:
544
Wohnort:
London
Beruf:
Fürst der Vampire
Blutstatus:
Blutleer

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"Sehe Sie", entgegnete Vlad, "ich bin der letzte, der eine völlig unkontrollierte Zuwanderung befürwortet. Die meisten meiner Art sind im Herzen Einzelgänger, und ich weiß nur allzu gut, welche Folgen eine Überbevölkerung an Vampiren haben kann. Wir tendieren dazu, uns... auf die Füße zu treten, wenn zu viele von uns an einem Ort sind. Aber, wie sie selbst sagen, Rumänien ist Teil des Problems und die Zustände werden langsam untragbar. Ich würde nur allzu gerne gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Das eigentliche Problem ist, dass niemand sonst gewillt zu sein scheint. Glauben Sie, es wäre mir gelungen, in meiner Heimat irgendetwas über einen Dialog mit dem dortigen Ministerium zu erreichen? Und es liegt nicht daran, dass ich es nicht ausgiebig, ausdauern und wiederholt versucht hätte. Und leider ist es hierzulande nicht wirklich besser. Seit Monaten warte ich auf Termine, werde mit Sekretären abgespeist und muss dann aus der Zeitung erfahren, was beschlossen wurde. Ich verstehe ja, dass es im Moment für das Ministerium dringlichere Probleme gibt", schließlich war Lord Voldemort in allen Zeitungen und verdrängte alle anderen Probleme, "aber die Situation war schon so, bevor dieses Mädchen in Hogwarts ermordet wurde. Mir und den Meinen geht es weniger darum, was entschieden wurde, sondern dass es über unsere Köpfe hinweg entschieden wurde. Wenn wir diese Situation nicht zusammen meistern, könnte es unangenehme Folgen haben."


06.09.2015 16:47 offline E-Mail suchen homie
Amelia Bones



Alter:
40
Wohnort:
Oxford
Beruf:
Staatsanwältin
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
lex non distinguitur
Spieler:
Rexy

Charakter


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Amelia & Vlad Draculea

Amelia war ein wenig überrascht, dass Vlad Draculea eben nicht für eine ungehemmte Einwanderung seiner Artgenossen war, schämte sich aber ein wenig für dieses Vorurteil. Ganz offensichtlich war der alte Vampir intelligent genug, um zu erkennen, welche Probleme ein solcher Einfluss von Vampiren nach sich ziehen konnte. Allerdings sorgte sein letzter Satz dafür, dass sie sich fragte, ob dies eine unterschwellige Drohung an die britische Zaubererwelt war…

„Falls es Sie tröstet, ich bin keine Sekretärin,“ erwiderte sie trocken. „Allerdings bin ich auch nicht unbedingt in der Lage, Ihnen zu einem direkten Gespräch mit dem Zaubereiminister zu verhelfen, aber ich kann versuchen, selbst mit Mr Duchemin oder seiner Koalitionspartnerin zu sprechen – da ich im Ministerium arbeite, dürfte es mir zumindest einfacher fallen als Ihnen. Allerdings wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir sagen könnten, wie Ihre Gespräche mit dem rumänischen Ministerium verlaufen sind?


06.10.2015 00:29 offline E-Mail suchen homie
Agrippina Bessant
Leiterin Tanzclub


Alter:
75
Wohnort:
Thorndike Park, East Sussex
Beruf:
Politikerin & Journalistin/Lektorin
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
konservativ
Spieler:
Rin

Charakter
Beziehungen


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Amelia & Agrippina

Das herrliche, britische Wetter war so bedauerlich wie die Bredouille, in der sie alle – sowie sie insbesondere – steckten. Aber kaum ein Vorfall vermochte derart betrüblich sein, dass er eine ehrgeizige Person, wie sie es war, auch nur im Ansatz aufzuhalten wusste. Für gewöhnlich brauchte Agrippina sogar ein gewisses Maß an Erschütterung, um volle Fahrt aufzunehmen. Ja, eigentlich war es sogar so, dass sie einen gewissen Gegenwind schätzte, denn nur dann konnte sie aufstehen und den Berg erklimmen, vollkommen gleich wie hoch oder steinig dieser auch sein mochte.Und der Berg, der sich vor ihnen allen aufgetan hatte, war nicht gering.

Nachdem sie ihren ersten Schritt in die richtige Richtung gelenkt und Albus Dumbledore um ehrenamtliche Übernahme des Tanzclubs seiner Schule ersucht und bewilligt zurückerhalten hatte, fühlte sie sich in dieser Woche beschwingt genug, um Grässlichkeiten wie unpässliche Witterung und schlechten Tee am Nachmittag besonnen entgegen zu stehen. Sie hatte sogar dem üblichen Palaver manch kleinen Ministers mit offenem Ohr zur Kenntnis genommen, ohne dabei den dringenden Wunsch gehegt zu haben, ihre kostbare Ausgabe des Tagespropheten einzurollen, um diesen Menschen wenigstens einmal in dessen Leben gewichtige Worte begegnen und diesen im Nachhinein ihre nunmehr zerknitterte Lektüre ersetzen zu lassen. Ihr zweiter Schritt musste nun dergestalt sein, rechtliche Informationen einzuholen. Über ihre eigenen Belange sowie der solchen der magischen Gesellschaft gegenüber Mister Voldemort. Sie hatte tatsächliches Bedauern und unfassbare Wut empfunden, nachdem sie erfahren hatte, dass er selbst Journalisten nach dem Leben trachtete, sofern sie seinen Namen auch nur ausschrieben. Welch Humbug! Welch Grauen.

So nun Ms Bones vorab einen offiziellen Brief seitens Mrs Bessants erhalten hatte, in welchem sie um einen persönlichen Termin in deren Büro gebeten und recht vage ihre zu besprechenden Themen angerissen hatte, war der angesetzte Tag gekommen.

Der magische Aufzug erreichte die Ebene mit geschmeidiger Langsamkeit, sein Anhalten mit einem hellen Klang ankündigend; und so wie sich alle anderen Fahrkabinen für gewöhnlich voll besetzt zeigten und ein stetiger Strom an Aussteigenden sowie Einsteigenden herrschte, sauste aus der sich nun öffnenden Tür nicht einmal eine einzige, fliegende Notiz heraus. Es war, als wäre dieser Lift vollkommen alleine angekommen. Die ersten fragenden Blicke glitten herüber, nur, um sich dann überrascht zu weiten, gerade in jenem Moment, als Agrippina Bessant das Kinn ob herrischer Manier reckte und das betrachtete, was sich vor ihr kündete – in diesem Fall Maulaffen feil haltende Gesichter. Ein leises Murmeln schwoll an und ebbte just ab, als die Grande Dame den ersten Schritt in den Gang hineinsetzte. Die wallende, lange Robe ihrer teuren Gewandung fiel in fließender Kühle bis hin zum Boden herab, bei jedem Schritt ein feines Muster handverlesenen Garns aufschimmern lassend, indes die schräge Krempe ihres großen Hutes halb das dezent geschminkte Gesicht zu verbergen wusste; im Wesentlichen war da nur der Schwung ihres Mundes, der unnachgiebig und wortgewandt zugleich sein konnte. Ihre Schultern wurden von einem dunklen, schweren Brokatmantel verdeckt, in dessen Ärmel sie nicht geschlüpft war, die Hände, mit denen sie ihre schmale Handtasche hielt, befanden sich in ebenso dunklen Reisehandschuhen. Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich niemand, sofern dieser nicht ausdrücklich dazu ermuntert worden war, zu Mrs Bessant in den Lift gesellte. Für gewöhnlich entschuldigte man sich und trat wieder heraus, selbst dann, wenn die alte Lady zuletzt eingestiegen war. Der Nimbus ihres Wesens umwölkte sie wie ein gutes Parfum – es war der unumschränkte Status ihrer Person und nicht zuletzt die Gewissheit ihres Blutes, schlechterdings das Gebaren einer Frau, die alles sein konnte, was sie wollte: eine Löwin, eine Harpyie, eine Nike.

„Guten Tag“, wünschte sie allen Anwesenden im puren Luxus aller Schlichtheit, während sie bereits zielsicheren Schrittes an all jene vorbeigezogen war, die ihr den Weg mit einem raschen Schritt zur Seite freigemacht hatten. Das Stakkato ihrer Pfennigabsätze kündete bereits von ihrem Erscheinen, nichtsdestotrotz klopfte sie exakt drei Mal im selben Rhythmus gegen die Tür, die gemäß des Schildes zu Amelia Bones – respektive zu deren Büro – gehörte.


01.05.2018 15:54 offline E-Mail suchen homie
Amelia Bones



Alter:
40
Wohnort:
Oxford
Beruf:
Staatsanwältin
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
lex non distinguitur
Spieler:
Rexy

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Agrippina & Amelia

Amelia schätzte keine vagen Briefe mit ebenso vagen Bitten um ein Gespräch; schätzte sie überhaupt nicht. Wenn sie aber von Mrs Agrippina Bessant stammten, einer hochangesehenen Reinblutdame, Grande Dame der Zauberergesellschaft, und obendrein noch Politikerin und Journalisten… dann musste sie dem Gesuch auch nachgeben. Und so hatte sie Mrs Bessant einen Termin vorgeschlagen und wartete nun in ihrem Büro darauf, was die Dame zu sagen hatte.

Sie bekam auch eine deutliche Vorwarnung, noch bevor ihr „Besuch“ endgültig eingetroffen war – ein penetrantes Klackern von hohen Absätzen auf dem Ministeriumsfußboden, das sich beständig auf ihre Tür zu bewegte und ganz gewiss nicht von einer der anderen Juristinnen stammen konnte. Die meisten hatten sich doch auf „vernünftiges Schuhwerk“ konzentriert, ganz wie Amelia auch.

Und dann sagte ihr auch schon ein rhythmisches Klopfen, dass sie mit ihrer Vermutung recht gehabt hatte. „Herein,“ sagte sie, wobei sie sich bemühte, nicht allzu genervt zu klingen.
Die Dame trat ein - edel gekleidet, wie aus einem vorvorherigen Jahrhundert, in einer feinen Robe aus Garn, einem extravaganten Hexenhut, einem Brokatmantel, der sehr schwer sein musste, was Amelia zumindest einen gewissen Respekt für die alte Dame abrang, und sogar Handschuhe. Wer trug heutzutage noch Handschuhe?

„Mrs Bessant. Bitte setzen Sie sich doch. Was kann ich für Sie tun?“


Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Amelia Bones am 23.06.2018 23:23.

23.06.2018 23:20 offline E-Mail suchen homie
Agrippina Bessant
Leiterin Tanzclub


Alter:
75
Wohnort:
Thorndike Park, East Sussex
Beruf:
Politikerin & Journalistin/Lektorin
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
konservativ
Spieler:
Rin

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Beziehungen


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Das 'Herein' war natürlich nur eine höfliche Aufforderung, derer sie letztlich auch ohne verbale Einladung nachgekommen wäre, immerhin handelte es sich hierbei um einen schriftlichen Termin und sie verfügte in ihrem Alter kaum den innigen Wunsch, Kleingespräche in die Länge zu ziehen; aber auch sie waren wichtig, um das Große und Ganze ins Auge zu fassen. Daher öffnete sich die Tür mit stoischem Elan, der zum einen zu galant war, um tatsächlich stürmisch zu sein, und zum anderen trotz alledem von einer Tatkraft zeugte, die man ihr eingedenk des erwähnten Alters vermutlich nicht zugesprochen hätte, …obwohl: jeder, der Mrs Bessant kannte, wusste, wie es um ihren Charakter sowie ihre körperliche Verfassung bestellt war. Wenn es um etwas ging – wirklich um etwas ging – war sie eine Löwin. Ihre rüstige Lebenszeit hatte sie lediglich darin unterwiesen, ihren Willen zu stählern und hin und wieder den ein oder anderen Umweg in Kauf zu nehmen. Ihre Straßen aber führten immer zum Ziel.

„Ich wünsche einen guten Tag, meine Liebe“, eröffnete Agrippina in geschliffener Courtoisie, als sie hereingetreten war und die Tür hinter sich geschlossen hatte, kaum davon Notiz nehmend, ob sich Amelia an dieser Anrede stieß oder nicht – sie überging den einen oder den anderen Gemütszustand geflissentlich. Die Politikerin betrachtete diese Unterredung als ein Gespräch unter Pfarrers Töchtern, legte aber auch hier großen Wert darauf, diesen vertrauten Ton in Nuancen purer Geschäftsmäßigkeit zu hüllen. „Erlauben Sie, Madam?“, fragte sie in gewohnter Rhetorik, indes sie sich bereits wieder zur Tür umgedreht sowie ihren treuen Zauberstab aus der Manteltasche hervorgezogen hatte, um gezielt die Aussparung des Schlüssellochs anzutippen und einen Zauber zu wirken, der umfassenden Lausch- und Sichtschutz bot, die gesamte Tür mit einbeziehend. „Simpel – aber wirksam“, sagte sie in lapidarer Nonchalance und wandte sich nun in ganzer Aufmerksamkeit an ihre Gastgeberin, den Zauberstab an seinen aktuellen Verstauort zurückbringend.

Agrippina trug ein sanftes Heben in den Mundwinkeln, ein Lächeln, das mütterlich sein könnte oder aber zumindest distinguiert vertrauensvoll war, und ihre Schritte kamen weniger energisch, ehe sie den Stuhl zurückschob, um darauf gegenüber von Amelia Platz zu finden. Der schwere Brokatmantel fand stattdessen noch immer Geruh auf ihren Schultern, die alte Dame entledigte sich lediglich ihrer Reisehandschuhe, indem sie in blinder Routine, die sie sich schon während ihrer Backfisch- und Ballzeit hatte aneignen müssen, erst den Stoff an den Fingerspitzen lockerte, um anhand dessen das gesamte Accessoire von der Hand zu ziehen. „Wir leben in schwierigen Zeiten, wie ich Ihnen gewiss nicht erläutern muss. Die Verluste in den Reihen des Journalismus sind erschreckend, dergleichen in puncto der Gesellschaft im Wesentlichen. Daher halte ich mich gerne vorab vage – man weiß nie, welcher Brief oder welche Wand nicht doch Augen und Ohren hat“, nicht, dass sie Amelias Verärgerung über ihr Vorgehen geahnt hätte - keinesfalls -, aber Pina empfand es als ihre englische Pflicht, ein Gespräch mit etwas Plaudern sowie ihren Absichten zu beginnen, daher fügte sie nun hinzu: „Wenigstens das Wetter lässt uns nicht im Stich, will ich meinen“, und sie legte ihre Handtasche auf ihren Schoß und die Handschuhe obenauf, ihre beinahe zarten Hände ruhten davor, die Finger ineinander verschränkt haltend. Mrs Bessant hielt sich zudem sehr gerade, eine schlechte Haltung war in ihren Augen nie eine Ausrede für irgendetwas, und es war anzunehmen, dass ihr Verstand, scharf wie Damaszener Stahl, dieser inneren Einstellung gleichkam.

Amelia Bones indes war ein seltsamer Fall und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Frau, die in ihren 40igern noch immer das schmucklose Ms vor ihrem Namen trug, konnte nur gefallen sein. Auch wenn ihre eigene Tochter, das eigene Blut, noch unverheiratet war und diesen festen Willen auch in Zukunft in die Tat umzusetzen gedachte, kam Mrs Bessant nicht umhin, diesen egoistischen Lebenswandel als charakterlichen Mangel zu betrachten. Ms Bones Fürsprecher bestand also schlicht in deren juristischem Talent als auch dem Ansinnen, der gegenwärtigen Situation nicht den Rücken zuzuwenden und das war alles, was Agrippina interessierte. „Ich möchte Sie nicht weiter in Unwissenheit lassen, Ms Bones, und unverzüglich darauf zu sprechen kommen, welcher Art mein Besuch gestaltet ist – ein Anliegen, wohl eher“, erläuterte Agrippina und setzte an dieser Stelle eine Pause ein. Geduldig darauf wartend, dass ihr Tee angeboten wurde.


03.07.2018 20:21 offline E-Mail suchen homie
Amelia Bones



Alter:
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Oxford
Beruf:
Staatsanwältin
Blutstatus:
Reinblut
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Mrs Bessant stolzierte dermaßen elegant und stolz in Amelias Büro, dass man meinen könnte, sie sei die Königin von England höchstpersönlich – nicht, dass Mrs Bessant diesen Vergleich schätzen würde, immerhin war die Königin von England eine ‚einfache‘ Muggelfrau, auch wenn es immer wieder den ein oder anderen Historiker gab, der in ihrer Familie Zaubererblut vermutete. Oder bei anderen königlichen Linien, die Großbritannien bislang so erlebt hatte – ganz besonders amüsant fand sie die These, dass Queen Victoria eine Werwölfin gewesen sei…

Aber sie konnte diesen – doch recht albernen – Gedanken nicht weiter folgen, denn sie musste sich auf ihre hochwohlgeborene Besucherin kümmern.

„Guten Tag, Mrs Bessant,“ erwiderte sie den Gruß, und hob eine Augenbraue, als die werte Dame ihre Tür mit einem Zauberspruch vor unliebsamen Lauchern schützte. „Ihrer Einschätzung des Spruches stimme ich zu, aber erlauben Sie mir die Frage, warum wir einen solchen Schutz brauchen?“ Fast genierte sie sich, dass sie plötzlich eine merklich feinere Wortwahl verwendete, als ob sie sich der älteren Frau anbiedern wollte – aber tatsächlich hatte sich eher unbewusst an den vornehmeren Stil angepasst.

Die Erklärung folgte, sobald Mrs Bessant sich gesetzt hatte – und auch wenn Amelia hoffte, dass es im Ministerium, oder zumindest in der Nähe ihres Büros, keine Spitzel gab, so musste sie ihrem Gegenüber doch recht geben, dass man in diesen Zeiten nicht vorsichtig genug sein konnte.

„Und um welches Anlegen handelt es sich?“ fragte Amelia, ganz auf das Geschäftliche fokussiert, bevor ihr Mrs Bessants bedeutungsschwangere Pause auffiel. Was…? Oh. Kaum merklich hatte die Dame einen Blick auf Amelias Teekanne geworfen – eigentlich war dort ihr eigener, feiner Grüntee enthalten, denn sie hatte eigentlich nicht mit einem Kaffeekränzchen gerechnet, aber sei’s drum. Sie verbiss sich das Seufzen und beschwor mit ihrem Zauberstab eine zusätzliche Teetasse hervor.

„Tee?“ fragte sie.


09.08.2018 00:21 offline E-Mail suchen homie
Agrippina Bessant
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Beruf:
Politikerin & Journalistin/Lektorin
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Reinblut
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Agrippina zeigte sich erfreut, dass Amelia über genügend Feingefühl und gewiss auch Erziehung besaß ihren stummen Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen. "Sehr gerne, vielen Dank", ließ sie sie daher wissen und ihr ganzes Wesen wirkte während ihres Lächelns ermächtigender. Größer. "Mein Besuch betrifft eine Privatangelegenheit – und ich bin im Laufe meines Lebens aus den verschiedensten Gründen zu der Erkenntnis gekommen, dass es ratsamer ist, sowohl seine beruflichen Belange als auch seine persönlichen Themen nicht an die Wand zu heften. Daher muss ich wohl nicht weiter erwähnen, dass alles hier unter schweigendem Mantel geschieht“, sie setzte an dieser Stelle eine kurze Pause ein, bevor sie den Gedanken weiter ausführte: „Ohne Ihnen schmeicheln zu wollen, halte ich Sie für eine höchst begabte und integre Person. Ich hoffe darauf, dass mein Streitfall von Ihrem Wissen profitieren wird, denn in dieser Sache geht es um nicht mehr und nicht weniger als meine Familie – um meinen Enkel, um genauer zu sein. Wie Sie eventuell wissen, ist mein Sohn vor Jahren verstorben und Gabriel seither ein Waisenkind“, letztere Erwähnung erlaubte es Agrippina die Umstände zu erläutern, ohne näher auf die Existenz ihrer Schwiegertochter einzugehen „Zu diesem Zeitpunkt sah ich mich leider außerstande, den vollen Umfang einer betreuenden Aufnahme meines Enkels zu leisten. Jedoch habe ich mich nie vor diesem Wunsch verschlossen, der Moment der Ausführbarkeit war nur einfach nicht gegeben gewesen: wie Sie vielleicht auch wissen, begann meine politische Karriere sowie Indienstnahme für die Bürger in diesem Zeitrahmen. Ich habe es daher für ratsam gehalten, meinen Enkel einstweilig in die Obhut eines Freundes meines Sohnes zu geben. Zu meinem großen Erstaunen ist es ihnen mittlerweile ermöglicht worden, Gabriel zu adoptieren und das, obwohl direkt lebende Verwandtschaft besteht und ich sehr gerne die Verantwortung und Erziehung meines Enkels übernehmen möchte. Ich verfüge über die Mittel, Gabriel ein ordentliches, schönes und geeignetes Leben zu ermöglichen. Bei seiner Familie. Ich fühle mich hintergangen, da meine damalige Situation missverstanden und für andere Zwecke entfremdet worden ist. Während ich alles für das Wohl unserer Gesellschaft aufgab, wurde mir mein Enkel genommen.“

Mrs Bessant hatte kein einziges Mal den Blick gesenkt oder diesen unruhig durch den Raum schweifen lassen. Ihr Augenmerk war aufmerksam und ernst auf Amelias Gesicht gerichtet gewesen – weil sie nichts zu verbergen hatte. „Gabriel ist ein Bessant. Ich möchte meinen Enkel wiederhaben.“


16.09.2018 16:06 offline E-Mail suchen homie
 
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