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DATUM
Samstag, 11.09.1976

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Ab 11 Uhr

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Ca. 17°C
Sonnig mit starken Windböen

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Plotübersicht
Quidditchauswahlspiele Hufflepuff
Geheimes Treffen in Godstow

Team

The Beginning of the End » Geschichte der Zauberei » London » Winkelgasse » Qualität für Quidditch » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Autor
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Kyla Whitehorn



Alter:
20 Jahre
Wohnort:
Lancaster, Lancashire, GB
Beruf:
Qualität für Quidditch
Semester:
5. Semester
Studienfach:
Journalismus & Magische Sportwissenschaft
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
neutral
Spieler:
Yuri

Charakter
Beziehungen


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Als Finley ihr eingestand, dass sie vielleicht Recht haben könnte, wusste Kyla nicht, ob sie darüber erstaunt oder erschrocken sein sollte. Wahrscheinlich am besten beides gleichzeitig. Es kam schließlich nicht alle Tage vor, dass Kyla bei ihren Vermutungen richtig lag – oder zumindest richtig liegen könnte. Zumindest was geschichtlich relevante Materie anging. Trotzdem machte ihr diese Vorstellung Angst. Was war, wenn Menschen solche Zauber tatsächlich so mir nichts dir nichts erfinden könnten – ob aus Absicht oder aus Versehen. Sie hatte zwar den Lumos-Zauber nicht erfunden – des gab geschichtliche Belege, dass es ihn zuvor schon gegeben hatte, wie Finley aufzählte -, aber dennoch nicht bewusst einen Zauber aussprechen wollen. Oder anwenden, ausgesprochen hatte sie ihn ja nicht. Was die Frage aufwarf, wozu Zauber Namen hatten, die waren ja wohl von Zauberern vergeben worden? Oder stand etwa, jedes Mal, wenn ein Zauber verwendet wurde, dessen Name am Himmel. Wie ein Sternenbild, das nur Astrologen sahen? Das ergab aber wenig Sinn, denn warum sollten Sterne die Sprache der Erde sprechen. Nein, nein, daran konnte es nicht liegen.
Mist, jetzt war sie wieder vom Thema abgewichen mit ihren Gedanken. Warum hatte sie noch einmal Angst gehabt? Vor ihrem inneren Auge tauchten nur Zauberer auf, die Visionen von neuen Zaubern hatten. Vielleicht konnten auch nur Zauberer oder Hexen mit Seher-Fähigkeiten Zauber erfinden. Das wäre zumindest ein wenig tröstlich. Dann würde nicht jeder dahergelaufene Zauberer plötzlich noch nie dagewesene Flüche vor sich hin murmeln. Obwohl die meisten für Kyla sowieso wie unbekannte Flüche klangen, ob es sie nun wirklich gab oder nicht. Einmal war sie durch Muggellondon gelaufen und hatte ein Kind gesehen, dass mit einem Stock auf jemanden gezeigt und ‚Abrakadabra‘ gesagt hatte. Zumindest glaubte sie, das verstanden zu haben. Im ersten Moment hatte Kyla fast einen Herzinfarkt bekommen, weil sie befürchtet hatte, dieses Kind würde den Todesfluch aussprechen wollen. Später hatte sie dann in Muiggelkunde gelernt, dass dies ein typischer Ausdruck für Muggel war, wenn sie sich als Hexen verkleideten. Kyla war immer noch leicht traumatisiert.
„Aber, wenn das der Fall ist, was ist, wenn jemand sich, sagen wir…“, was wäre etwas Wahrscheinliches, das sich ein Zauberer wünschen könnte und für das es noch keinen Zauber gab? Außer Essen, das schien nicht zu funktionieren, wie Kyla sehr schnell hatte feststellen müssen. Wozu war denn Magie gut, wenn man sie nicht zur Essensbeschaffung benutzen konnte? Egal, sie musste ein anderes Beispiel nehmen! „einen Klon von sich wünscht“ Ja, ein sehr gutes Beispiel, wer verspürt schon nicht den großen Drang, einen Klon von sich zu haben? Einen so großen Drang, dass man aus versehen einen Zauber erfand? „Stell dir Mal vor, es laufen aus versehen 100 von mir rum. Kannst du dir die Zerstörung ausmalen?“ Zumindest, wenn alle ihre Klone versuchen würden zu kochen. Dann bräuchte sie auch mindestens 100 Finley-Klone, um sich zurückzuhalten. Aber wenn es 100 mehr Finleys auf der Welt gäbe, wäre das nicht unbedingt negativ. Aber Kyla würde sich wahrscheinlich nicht mehr an den Zauber erinnern, selbst wenn sie ihn erfunden hätte. Also eher ein schlechter Plan. Wenn man von einem Plan sprechen konnte, wenn etwas zufällig und nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit passierte. Und wenn das schon Plan A war, wollte Kyla gar nicht erst die anderen Pläne sehen. Am besten hielt sie davon ganz allgemein lieber Abstand.
Finley schien nach Kylas Aussage über das französische Gebäck leicht verwirrt zu sein und Kyla war schon kurz davor, zu einer Erklärung anzusetzen, als Finley ihre Gedanken doch richtig zu deuten schien. Wie so oft konnte ihre besten Freundin Kylawelsch in normal verständliche Sprache übersetzen. „Eisdiele?“, oh ja, das ergab sogar Sinn. Sie war der Meinung, ein-zwei Mal eine Eisdiele gesehen zu haben, aber ob das in der Winkelgasse gewesen war konnte sie nicht sagen. Sie aß lieber handfeste Sachen, wie Kuchen. Eis war zwar nicht aus Luft aber es füllte einen auch nicht wirklich und Kyla konnte es sich nicht leisten, etwas zu kaufen, nachdem sie immer noch genauso viel Hunger hatte wie zuvor. Wenn sie sich abkühlen wollte, dann trank sie lieber gekühlte Sachen. „Aber Waffeln, sind das nicht diese warmen Dinger aus Teig?“ Man konnte förmlich die Herzen in Kylas Augen aufblitzen sehen, so sehr begeisterte sie sich dafür. Waffeln.- Warme Waffeln würden ihren Tag retten. Und wenn sie die mit heißen Kirschen aß, dann hätte sie sogar ihr Obst. Das war bestimmt sehr gesund. Sie musste sich das nur einreden, dann war das schon fast ein Salat. Ohne das lästige Gemüse eben. Aber wer wurde von einem Salat schon satt? Sie nicht.
„Trocken, nass, ist mir alles recht. Mittlerweile habe ich einfach nur Hunger!“, entgegnete sie auf Finleys nächste Frage. Außer vielleicht saure Sachen. Sie kannte den Spruch ‚sauer macht lustig‘, aber das stimmt nur, weil sich dabei das gesamte Gesicht verzog und damit die Mundwinkel nach oben gingen. Sie hatte einmal so viel saure Schlangen gegessen, dass ihre gesamte Zunge wehgetan hatte. Erst hatte sie gedacht, dass hätte sich um einen Scherzartikel gehandelt und damit den gewollten Effekt erzielt, aber ein Blick auf die Tüte reichte aus, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Bei der Erwähnung von Abendbrot wurde Kylas Grinsen augenblicklich weiter. Sie liebte Essen bei Finley, denn das Fleisch war meistens frisch und schmeckte damit doppelt so lecker. Außerdem konnte sich Kyla dabei sicher sein, dass es von glücklichen Mondkälbern stammte. „Ohja, wir können ja erst etwas Kleines essen und dann zum Abendbrot zu dir!“ Mister King war allgemein ein freundlicher Kerl und hatte sich noch nie darüber beschwert, wenn Kyla zu Besuch kam, jedenfalls nicht vor Kyla. Und da Finley sie damit einlud, stand dem Ganzen auch nichts im Wege. Sie würde nur nachher ihren Eltern kurz eine Eule zukommen lassen müssen, aber das würde auch kein Problem darstellen. Sie war sich sicher, dass ihre Eulen den Weg zwischen den beiden Wohnorten im Schlaf finden würden, so oft wie die beiden sich schrieben.
Als Finley dann auf Kylas Kommentar bezüglich des Duells einging, versuchte Kyla wirklich gedanklich mitzukommen. Sie gab sich die beste Mühe und trotzdem blieben nur Fragezeichen in ihrem Kopf zurück. Fühlten sich so Menschen, wenn sie Kyla zuhören mussten? Das täte ihr dann furchtbar leid. Im Moment war sie sich nicht sicher, ob das Gesagte so genial war, dass es ihren IQ überschritt, oder einfach nur verwirrend ausgedrückt. Wahrscheinlich traf beides zu, so wie sie Finley kannte. Manchmal waren deren Gedankengänge zu kompliziert zu Kyla, erst recht, wenn sie diese Kyla mitteilte. Dann schaltete ihr Gehirn automatisch auf Autopiloten und sie war auf sich allein gestellt. Vielen Dank für nichts. „Du was? Du gewinnst natürlich!“ Es war ja egal, gegen wen, denn Finley gewann immer. Kyla war sich ziemlich sicher, dass Finley auch gegen sich selbst gewinnen würde. Egal, ob es um eine psychische oder eine physische Auseinandersetzung handelte. Vor ihrem geistigen Auge erschien automatisch das Bild, wie Finley versuchte, sich selbst zu schlagen und gleichzeitig diesen Schlag zu blocken. Sie schüttelte den Kopf, um das Bild zu vertreiben. Die einzige Person, die das wirklich versuchen würde wäre Kyla selbst und nicht Finley. Das war wahrscheinlich auch, wie sie sich selbst zu Boden bringen würde – noch vor dem Kampf. Finley würde wohl eher Zauber gegen sich selbst anwenden. Zauber, die Kyla fremd vorkommen würden. Und dies auch blieben, da sie ja bewusstlos wäre. Ah, wieso malte sie sich das eigentlich aus? Dazu würde es schließlich nicht kommen! Kyla würde niemanden Finley verletzen lassen – sofern sie es verhindern konnte – nicht einmal Finley selbst.
Das klang ein wenig paradox. Woher kannte sie eigentlich diese4s Wort? Sie musste es von Finley gelernt haben, schließlich war sie ziemlich stolz, es gebraucht zu haben, wenn auch nur in Gedanken. Finley holte sie aus ihren Gedanken zurück, als sie ihr Duell mit sich selbst beschrieb. Sie schien von zwei physisch unterschiedlichen Finleys auszugehen, statt nur von einer. Anscheinend war Kyla ihr Klon-Zauber gelungen. Sie war schon wieder ohne Grund stolz auf sich. Aber es würde wohl wirklich nie enden. Schließlich würden beide Finleys vermutlich denselben Gedankenverlauf haben und versuchen, viele Schritte vor ihrem Gegenüber zu sein. Es wäre wohl eher ein Anstarren als ein wirklicher Kampf, bis irgendwem das Gehirn vom vielen Denken explodieren würde. Vermutlich Kyla, wenn sie weiter darüber nachdenken würde. „Ich bin dann einfach nur froh, dass ich davon nichts mitbekomme. Dann kriege ich wenigstens ein wenig Schlaf!“, gab sie dann noch dazu, da sie sich nicht mehr in der Lage fühlte, irgendetwas auch nur ansatzweise sinnvolles dazu zu sagen. Das war ihr eindeutig zu viel Denkarbeit. Sie hatte diesen Job gewählt, damit sie auf Arbeit nicht denken musste und dann das.
Als Finley dann erzählt, sie würde Kylas Vater gerne umarmen, musste sie lachen. Ja, manchmal war er etwas unbeholfen und eigentlich auch recht umgänglich, wenn er nicht wie ein rasender Löwe am Quidditchfeld entlangraste. Und ja, er war schon öfter des Feldes verwiesen worden. Kyla dachte darüber lieber nicht nach. „Ich will nicht wissen, was er gedacht hat, das wir machen. Entweder dachte er, wir himmeln Jungs an und das wollte er gar nicht erst wissen, oder wir lesen irgendetwas über die Pubertät oder so!“ Ihr Vater hatte es nicht wahrhaben wollen, dass seine Jüngste Erwachsen wurde und -Merlin bewahre – begann, sich für das andere Geschlecht zu interessieren. Oder irgendein Geschlecht. Oder ihre eigene Geschlechtlichkeit. Das wollte er wahrscheinlich lieber nicht wissen und Kyla war das ehrlich gesagt auch lieber. Diese Konfrontation hatte sie wirklich gerne ausgelassen.
Finley drohte ihr gespielt ernst und wieder musste Kyla lachen. Sie fühlte sich, als würde sie ein Teddybär bedrohen und das war nun einmal nicht wirklich angsteinflößend. Auch wenn Finley durchaus gefährlich sein konnte, sofern sie das wollte, wusste Kyla, dass sie bei der etwas Jüngeren sicher war. Zumindest für den Moment. Das wollte sie auch so beibehalten. Deshalb hob sie beschwichtigend die Arme um Finley sofort ihre Kapitulation zu vermitteln. „Du weißt doch, dass es für mich nur dich gibt!“, meinte sie dann mit einem breiten Grinsen und einem Augenzwinkern, dem ihres Bruders nicht unähnliche. Darüber wollte sie jetzt aber lieber nicht weiter nachdenken. Denn der Gedanke, dass ihr Bruder ihrer besten Freundin zuzwinkerte – und das nicht nur als Pappfigur – war etwas beunruhigend. Deswegen schob Kyla jegliche Gedanken darüber einfach in eine Kiste in ihrem Gedächtnis und versiegelte diese. Manche Gedanken fasste man lieber nicht zu lange an. Außerdem wollten sie ja ihrem Bruder seinen heißen Feger besorgen. Es schüttelte sie innerlich bei dieser Wortwahl, denn Kyla wollte sich wirklich nicht vorstellen, was Devlin mit einem Besen trieb. Aus, Gedanken, weichet!
Zum Glück wurden diese Gedanken sofort von Finley nächster Aussage unterbrochen. Denn als diese meinte, sie wäre nicht die Beste, hatte Kyla sofort den Mund aufgerissen, wie um ihr zu wiedersprechen. Schließlich war das eindeutig eine Lüge. Aber als Finley dann weitergesprochen hatte, hatte Kyla ihren Mund langsam wieder geschlossen. Das hatte wahrscheinlich wie ein Fisch im Wasser gewirkt. So hatte sie wahrscheinlich auch dagestanden, als sie das Lager unter Wasser gesetzt hatte. Irgendwie passend. Nur viel ihr jetzt nichts passendes ein. Was sagte man auf so etwas? ‚Vielen Dank‘ schien es nicht wirklich zu treffen. Außerdem war das unfassbar förmlich. Warum dachte sie eigentlich so viel darüber nach? Das war Finley, ihre beste Freundin. Sie wollte einfach das tun, was sie am besten tat: reden, ohne vorher darüber nachzudenken. „Finley und Kyla, Kyla und Finley. Wir sind die coolste Gang.“ Warum auch immer sie auf Gang gekommen war. Früher hatte sie das immer cool gefunden. In einer Gang waren schließlich immer nur coole Menschen. Mittlerweile war sie sich nicht mehr so sicher. Aber wenn Finley und sie eine Gang bilden würden, wären sie die coolsten, da war Kyla sich sicher. Je nachdem, wie man ‚cool‘ definierte natürlich.
Als Finley sie nach einschlägiger Literatur ihres Bruders fragte wurde ihr fast schlecht. Taten das andere Geschwister? Kyla war bisher zum Glück davon verschont geblieben. Sie wollte so etwas weder finden, noch davon wissen. Allein die Vorstellung, wie Devlin – nein, darüber wollte sie wirklich nicht nachdenken und sie schüttelte nur den Kopf. Das war wirklich etwas, über das sie nicht bescheid wissen musste. Sie war zwar neugierig aber nicht über das. „Glaub mir, so genau will ich das auch gar nicht wissen!“, rief sie fast schon aus, während sie ihre Gedanken immer noch dagegen abzuschirmen versuchte. Mehr oder minder erfolgreich. Sie konzentrierte sich also lieber auf Finleys nächste Worte. „Hm… brauchen wir Bilder? Schließlich ist sein Gesicht relativ bekannt. Sein Name sollte reichen und ein paar peinlich Details.“ Wenn sie ihren Bruder schon der Öffentlichkeit zum Fraß vorwarf, dann richtig. In ihrem Kopf lachte eine leise Diabolische Stimme.
Kyla glühte förmlich vor Stolz, als ihre beste Freundin sie lobte. Schließlich war diese für sie ein Ausbund an Ideen und wenn ihr Kylas gefiel, musste das etwas heißen. Sie strahlte ihre beste Freundin an, während diese weiter überlegt. Deswegen überließ sie ihr das gerne. Sie gab zwar Anstöße und redete viel, sofern der tag lang war, aber Finley trennte dann die guten von den schlechten Ideen. Und sie war gefragt, wenn wirkliches Wissen vonnöten war. Wie jetzt. Kyla hatte keine Idee von Sprachen. Dieser würden bestimmt noch mehr Sprachen einfallen. Nur englisch mussten sie auslassen, damit ihre Chefs nichts herausfänden. Aber sie machte sich keine Sorgen, schließlich war Finley mit dabei. Sie konnte förmlich mitansehen, wir in deren Gehirn ein Plan Gestalt annahm und sie lehnte sich innerlich zurück. Nicht physisch, schließlich befand sich hinter ihr nichts, dass sie auffangen würde.
Danach fragte Finley sie nach einem Zauber und Kyla musste kurz lachen. „Glaubst du wirklich, dass ich davon etwas weiß?“, fragte sie die ehemalige Ravenclaw. Selbst wenn Kyla den Zauber mitbekommen hätte – was sie nicht bewusst getan hatte -, hätte sie ihn doch schon längst vergessen. Sie konnte sich keine Namen merken und das galt auch für die Namen von Zaubern. Und es wäre gewiss einer gewesen, den sie nicht kannte, da es sich ja weder um Finleys erste noch um deren zweite gehandelt hatte. Trotzdem blickte Kyla immer wieder zur Tür. Jede Minute musste schließlich ihre Ablösung kommen. Kyla wollte Finley auch keinen Ärger bringen. Und da sie sich im Dienst befand, hätte sie es auch verhindern müssen. Und das war es doch nicht wert.
Aber noch bevor sie diese Gedanken aussprechen und ihre Freundin von ihrem Vorhaben abbringen konnte, hatte diese die Figur schon gelöst. Leider hatte Finley wohl zu viel Zeit mit Kyla verbracht – der teil tat Kyla nicht leid -, sodass die Figur natürlich sofort nach hinten kippte. Kyla zuckte automatisch zusammen, als die ganzen Waren auf den Boden flogen. Sie war plötzlich sehr froh, sich nicht in einem Laden für Scherzartikel zu befinden. Das wäre sowieso keine gute Kombination mit ihrer Geschicklichkeit. Als Kyla sich von ihrem Schock erholt hatte, lief sie zu ihrer Freundin, um den Schaden zu begutachten. „Oh Merlin, ist alles ok bei dir?“, fragte sie ihre beste Freundin, die schließlich neben dem Zentrum des Unglücks gestanden hatte. Dann hob sie den immer noch zwinkernden Papp-Devlin auf. „Du, meinstu wir könnten den verkleinern und für die Announce benutzen?“ Irgendeinen Nutzen musste das Teil doch haben.


05.03.2019 22:16 offline E-Mail suchen homie
Finley Kincade
Jägerin MSV


Alter:
20 Jahre
Wohnort:
Petersham, London (GB)
Semester:
5. Semester
Studienfach:
Magisches Recht & Journalismus
Blutstatus:
Halbblut
Gesinnung:
neutral
Spieler:
Yuki

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„Für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand sich ein Klon von sich wünscht… “, begann Finley, die Kylas wirre Gedankengänge zur Genüge kannte und deshalb nicht über diese Frage irritiert war. Nein, sie hatte zwar sehr selten eine Ahnung, wie die Whitehorn zu solchen Ideen und Schlüssen kam, aber sie musste ja auch nicht alles wissen. Es reichte doch, wenn sie nicht jedes Mal so irritiert oder überrascht war, dass es sie aus dem Konzept brachte. Reichte, wenn es zu Beginn ihrer Freundschaft so gewesen war und wenn es bei manchen Lehrern zunächst funktioniert hatte.
Das, was Kyla da durch den Kopf ging, war besorgniserregend. Sehr sogar. Hundert mal Kyla Whitehorn, egal ob in einem Raum oder bloß einer Stadt oder auf der Welt. Hieß es nicht, dass es von jedem Menschen zwei gab – mit der einfachen Ausnahme von eineiigen Zwillingen, denn die gab es ja in der Theorie schon zweimal. Wahrscheinlich gab es die dann im Grunde viermal. Bei Merlins knallroten Stilettos, sie verwirrte sich ja schon so wie Kyla sich selbst.
„Die Zerstörung reicht mir schon bei einer, danke.“, erklärte Finley mit einem gelassenen Lächeln auf den Lippen, „Bei hunderten von deiner Sorte würde Großbritannien langsam unter dem Meer wie Atlantis verschwinden oder die Welt in zwei Teile zerbrechen, so dass fünfzig von dir auf der einen und fünfzig auf der anderen Seite leben müssten. Oder weniger, falls ein paar von deinen Klonen in den riesigen Riss stürzen würden.“
Sie konnte sich das fast schon bildlich vorstellen, wie die Kylas nur zu erscheinen brauchten und schon stürzte die Welt in Chaos. Vielleicht war Atlantis genau wegen solch einer Sache eine untergegangene Zivilisation; im Gegensatz zu den Maya und Azteken waren ja nicht einmal Ruinen und so zurückgeblieben. Aber das konnte Finley Kyla nicht gerade erzählen, denn sonst würde diese nur wieder wer weiß was denken und vermuten. Und mit den Gedanken wer weiß wo sein.

„Ja, Eisdiele.“, bestätigte Finley derweil Kylas Nachfrage und konnte immer noch nicht glauben, dass die ehemalige Hufflepuff allen Ernstes Fortesques vergessen hatte. Die Eisdiele war doch fast jeden Sommer einen Besuch wert gewesen, schon während der Schulzeit. Umso unglaubwürdiger war es, dass Kyla fragte, ob Waffeln „diese warmen Dinger aus Teig“ seien. Es ging hier um Essen und das war, zumindest bei der Vernichtung dessen, eigentlich eher Kylas Fachgebiet – wenn diese nicht einmal zu hundert Prozent Gewissheit wusste, dass Waffeln eben „diese warmen Dinger aus Teig“ waren, ging die Welt wahrscheinlich doch schon unter, weshalb Finley den Blick kurz zu dem Schaufenster hinaus auf die Winkelgasse schweifen ließ und fast schon erwartete, dass dort eine Doppelgängerin ihrer besten Freundin stand. Da war allerdings niemand, also ging die Welt scheinbar doch nicht unter. „Sind sie.“, antwortete sie auf Kylas Frage, „Sie sind „diese warmen Dinger aus Teig“, die man oft mit Sahne, Vanilleeis, heißem Obst oder Puderzucker serviert bekommt.“ So langsam bekam auch sie Hunger auf Waffeln…
Auch Kyla schien das so zu sehen, denn auf Finleys Nachfrage, worauf sie denn nun Hunger habe, erklärte sie, dass sie auf alles Hunger habe. Das klang doch nun schon eher nach Kyla, weshalb Finleys Befürchtung bezüglich der Doppelgänger begann sich allmählich in Luft aufzulösen. Und als Finley dann noch das Abendessen bei ihren „Eltern“ erwähnte, wurde Kylas Grinsen breiter. Wäre die junge Frau nicht ihre beste Freundin gewesen, hätte sie diese gut mit einem Breitmaulfrosch vergleichen können.
„Etwas Kleines artet bei dir doch immer aus.“, zog Finley die andere lachend auf, „Dass du nicht schon so wie ein Ball herum rollst oder den Riesen in Sachen Breite Konkurrenz machst… “ Oder sie Winston, Tiana und ihr noch nicht die Haare vom Kopf gegessen hatte. „Hey Eltern, ich wurde von Finley zum Abendessen entführt.“, meinte Finley schmunzelnd, „Oder wie würdest du deine Nachricht versenden? Je nachdem wie spät es wird, kannst du zur Not bei mir schlafen. Ich hab ja ohnehin noch ein paar deiner Sachen da und die paar Zentimeter Unterschied fallen da auch nicht groß auf.“

Irgendwie wirkte es, als habe Kyla nicht verstanden, was Finley zu der Sache mit dem Duell gesagt hatte, denn sie sah nicht gerade aus, als sei sie gedanklich mitgekommen und die Kincade konnte es ihr nicht einmal übel nehmen. Sie selbst hatte sich ja praktisch mit ihren eigenen Gedanken und Worten verwirrt, wie sollte dann die personifizierte Verwirrung das verstehen? Wobei, aus Verwirrung und Verwirrung konnte doch nur Verständnis entstehen, oder? Minus mal Minus ergab immerhin Plus – aus zwei Negativen wurde stets ein Positiv. So oder so ähnlich.
„Ja, aber welches Ich, Ky?“, versuchte sie es erneut, doch Kyla meinte derweil, dass sie einfach nur froh sei, wenn sie davon nicht mitbekäme und stattdessen etwas schlafen könne. Finley rollte lachend mit den Augen; das klang immerhin eindeutig nach ihrer besten Freundin. Verwirrung. Chaos. Zerstörung. Hunger. Schlaf. Das war Kyla in Person. Das und noch so viel mehr.

„Ach komm, manchmal wäre es schon lustig zu wissen, was die anderen denken.“, beharrte Finley, „Was dein Vater damals gedacht hat. Was Winston sich denkt, wenn wir beide wieder zusammen auftauchen. Was der Kerl denkt, der schräg vor mir im letzten Semester in einem meiner Seminare saß. Der war echt das Highlight des Seminars. Schade, dass du nicht meine Seminare in Magisches Recht besuchst… “
Gut, ihr Kommilitone war durchaus eine Augenweide, wenn man das so nennen konnte, gewesen, doch charakterlich kannte Finley ihn doch kaum. Sie hatte sich seinen Nachnamen merken können, weil die Dozenten ihn so angesprochen hatten, und vielleicht ein oder zwei Worte mit ihm gewechselt, doch ansonsten eher Abstand gehalten. Allerdings hatte er gute Fragen und Anmerkungen zum Unterrichtsstoff gehabt, weshalb er ihr zusätzlich aufgefallen war. Kyla hatte sie kurz von ihm berichtet, aber sie hatte ihn nie irgendwo zufällig auf dem Campus gesehen, so dass sie ihrer besten Freundin den Typen nicht hatte zeigen können.

„Will ich doch auch hoffen.“, murrte Finley gespielt drohend, doch dann sah sie das Augenzwinkern der wenig Älteren und wurde von einem Lachanfall übermannt. Devlin 2.0 – ob Kyla das ahnte? Finley wusste, dass sie in Gefahr geriet, wenn sie die beiden Geschwister mit äußerlichen Ähnlichkeiten verglich und betonte, dass es genau das gleiche bei ihnen sei.
„Wir sind nicht nur die coolste Zwei-Frau-Gang.“, stimmte Finley in Kylas Anmerkung ein, „Wir sind auch noch die attraktivste.“ Sie zwinkerte ihrer besten Freundin zu und musste lachen. Im Gegensatz zu Kyla war ihr Selbstvertrauen in der Sache nicht so groß, weshalb diese Aussage eher zu dieser gepasst hatte, doch in Anwesenheit der Whitehorn ließ sich Finley so manches Mal zu solchen Sachen bewegen und verleiten.
Dass Kyla meinte, dass Finley nicht wissen wollte, auf was Devlin stand, ließ Finley lachen. Es war ja nicht so, dass sie es wirklich wissen wollte – sie benötigten die Informationen doch bloß für die Annonce, damit sie diese so genau und passend schreiben konnten, wie möglich. Damit auch die passende Person (oder der passende Besen, der nicht ein Nimbus war) gefunden wurde und sie beide das Lob einheimsen konnten.
„Gute Frage.“ Finley überlegte, denn irgendwie hatte Kyla Recht: Devlins Name sollte in der Theorie ausreichen, doch was, wenn die Zielperson sprichwörtlich unter einem Stein lebte und, so unglaublich es auch klang, erst noch an Quidditch herangeführt werden musste? Es sollte ja Menschen geben, die diesem Sport noch nie etwas hatten abfinden können, bis irgendjemand sie wirklich an diesen herangeführt hatte und sie dann die treusten Fans dadurch wurden. Man musste halt die richtigen Spiele sehen, sonst konnte das Spiel langweilig werden oder man sich fragen, warum man für ein Spiel von nur zehn Minuten so viel Geld hingeblättert hatte. „Vielleicht ein ganz kleines Porträt von ihm.“, gab sie ihre Überlegungen preis, „Für den Fall, dass die richtige Person ihn nicht kennt und von ihm erst noch an Besen und Quidditch herangeführt werden muss. Das erste Date und so.“ Sie musste lachen. „Quidditch ist doch spannend genug dafür – er muss ja nicht direkt beim ersten Date sagen, dass er der Devlin ist oder jemanden ermordet hat oder so. Kommt nicht so gut beim ersten Date, habe ich gehört. Die Erfolgschancen beim zweiten Date dann schon eher.“
Kyla meinte zu dem noch, dass sie beide ein paar peinliche Details nennen sollten und Finley ließ sich die Worte durch den Kopf gehen. Es konnte Leute abschrecken, die ihn nur des Geldes und Namens wegen wollten, und ebenso Leute anziehen, die diese Macken mochten. Eine gute Idee also, auch wenn die Kincade das Gefühl beschlich, dass Kyla das nur gesagt hatte, weil sie ihrem Bruder eine auswischen wollte. Aber was kümmerte es sie, wenn sie beide am Ende Erfolg mit der Aktion hatten? Richtig, gar nichts!

Natürlich hatte Kyla keine Ahnung, welchen Zauber die für das Festhexen verwendet hatten, weshalb Finley fast schon aufseufzte. Wieso hatte sie es überhaupt vermutet oder gefragt, wenn sie diese Antwort ohnehin irgendwie erwartet hatte? Es war einfach sinnlos, Kyla in solchen Dingen zu fragen – sie hatte nicht umsonst ein Lager unter Wasser gesetzt, statt den Aufrufezauber zu verwenden. Das sprach doch schon für und gegen Kyla in dieser Sache.
Als der Papp-Devlin mitsamt der Waren zu Boden gegangen war, rannte Kyla zu ihr und erkundigte sich, ob bei ihr alles in Ordnung war. Finley nickte, auch wenn sie etwas erschrocken über den Ausgang dieser Sache war – er hatte sich eindeutig zu leicht gelöst.
„Gute Idee.“, stimmte Finley ihrer besten Freundin zu, doch dann schüttelte sie den Kopf und schwang den Zauberstab, damit die Waren sich erhoben und langsam an ihre alten Plätze zurück schwebten, „Aber es fällt auf, wenn das verdammte Ding weg ist, oder nicht?“ Das war doch immerhin eine der Sorgen Kylas gewesen! „Ich bin dafür, dass wir ihn ordentlich wieder aufstellen, so dass die anderen nichts mitbekommen, und wenn du dann Dienst hast, kannst du ihn wegdrehen oder woanders hinstellen und keiner wird vermuten, dass du ihn gelöst hast.“ Sie lächelte Kyla an, auch wenn ihre Worte sie wahrscheinlich, wenn sie nicht eben Kyla wäre, verletzt hätten. „Eben weil sie nicht glauben, dass du das überhaupt könntest.“
Sie kniete sich nieder und packte das Pappteil, dann erhob sie sich wieder und zog ihn dabei mit zurück auf seine Füße. Begutachtete den Papp-Devlin und versuchte irgendwelche Macken oder Schäden zu sehen, die er davongetragen hatte. So weit sah sie keine, aber ein zweites Paar Augen war zur Not besser.
„Siehst du irgendwelche kaputten Stellen, Ky?“


10.03.2019 16:02 offline suchen homie
Kyla Whitehorn



Alter:
20 Jahre
Wohnort:
Lancaster, Lancashire, GB
Beruf:
Qualität für Quidditch
Semester:
5. Semester
Studienfach:
Journalismus & Magische Sportwissenschaft
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
neutral
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Yuri

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Kyla & Finley

Kyla fasste sich bei Finleys erster Bemerkung gespielt verletzt an die Brust. „Was meinst du mit ‚für den unwahrscheinlichen Fall‘? Es gibt viele Gründe, sich Kyla-Klone zu wünschen.“ Gut, Kyla selbst fielen in dem Moment auch nicht unendlich viele Gründe ein, aber es gab bestimmt welche. Vielleicht wollte jemand Großbritannien angreifen und von innen zerstören. Allerdings wollte sie nun wirklich nicht der Auslöser für den nächsten großen Krieg sein. Aber Kyla-Klone konnte man bestimmt auch anders einsetzen. Zum Beispiel zum Testen von Löschzaubern. Oder wenn man Aquarien wollte. Oder damit Lancashire einmal mehr als 42 Fans hatte. Alles sehr noble Gründe, zumindest in Kylas Buch.
„Außerdem war das nicht so gemeint gewesen. Ich würde einen Kyla-Klon Zauber, du einen Finley-Klon. Also ein Zauber, der einen selbst klont.“ Wie oft man wohl das Wort Klon in einem Satz unterbringen konnte? Ein Gedanke, der weiters Nachdenken verlangte, was Kyla im Moment allerdings eher zu vermeiden versuchte. Ob es wohl eine Klon-Strafverfolgung gab? Das wäre besorgniserregend, da Kyla nicht wusste, wie viele Menschen sich wirklich über Klone unterhielten und sie hatte das Wort gerade übermäßig oft in den Mund genommen. Nicht, dass das eine geheime Aktion der Regierung war und sie nun dachten, Kyla wären irgendwem auf der Spur. Oder nachher würde sie für eine Expertin auf dem Gebiet gehalten werden. Sie hatte schon Beklemmungen allein beim Gedanken, dass man sie mit Klemmbrett und weißem Kittel in ein Labor bringen würde. Zumindest stellte sie sich das so vor, das hatte sie in Muggelkunde gelernt. Eines der wenigen Fächer, das keine Magie verlangte, weshalb Kyla besonders davon begeistert gewesen war.
„Ich weiß nichts über Klone und habe auch nicht vor, je welche zu erschaffen!“, sagte sie laut in den Raum hinein, nur um auf Nummer sicher zu gehen. Man konnte ja nie wissen. Auch wenn sie sich fragte, wer bitte ausgerechnet sie für einen Experten halten könnte. Auch wenn sie manchmal geniale Einfälle hatte. So wie eben gerade. Aber meistens entwickelte Finley sie dann weiter und nicht Kyla selbst. Gerade das machte sie zu dem Team, das sie waren. Und es hatte sie durch ihre Zeit in Hogwarts gerettet, also noch ein Pluspunkt. Sie hoffte nur, die meisten Zauber nie in echt zu brauchen, denn man sah ja an dem Aquarium, wie gut das meist endete. Darauf konnte sie verzichten.
Bei Finleys nächster Ausführung runzelte Kyla die Stirn. „Antarktis? Ich dachte das sind so Eisschollen?“ Kyla hatte keine wirkliche Ahnung davon, aber sie verband Eisschollen immer mit Antarktis. Aber die gingen schließlich auch unter, wenn sie schmolzen. Vielleicht meinte Finley das? Schließlich machte die ehemalige Ravenclaw oft Anspielungen, die Kyla nicht wirklich verstand, weil ihr das Hintergrundwissen fehlte. Zumindest schien es für sie völlig normal zu sein, dass ein ganzes Land unter das Meer sank, was für Kyla eine ziemlich grausige Vorstellung war. Konnte man unter Wasser Quidditch spielen? Sie stellte sich das zumindest eher schwer vor. Und wie konnte man dann überleben? Oder gab es eine riesige Luftblase, die ganz Großbritannien umschließen würde? Versanken Länder öfter im Meer? Warum hatte Kyla davon noch nie etwas mitbekommen? Oder war es etwas alltägliches, sodass niemand einen großen Wirbel mehr darum machte? ‚Ach, heute hat es Irland erwischt, mal sehen wer nächstes Jahr dran ist?‘. Aber das konnte man doch nicht so einfach verschweigen. Kyla sah ihre Freundin ungläubig an. Vielleicht waren die Eisschollen auch das Dach der Antarktis. Deswegen gingen die nicht unter. Ein beklemmendes Gefühl, unter so viel Eis gefangen zu sein. „Meinst du wirklich, ich könnte es beschleunigen, dass Großbritannien untergeht?“, fragte sie Finley immer noch schockiert. Sie wollte nicht unter Wasser leben. Das lebten Meerjungfrauen und die machten ihr Angst.
Das nächste Thema war schon eher nach Kylas Geschmack. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sie erinnerte sich verschwommen an vergangene Tage, an denen Finley und Kyla in der Winkelgasse ein Eis genossen hatten. Und mit ‚vergangenen Tagen‘ meinte sie unter anderem letzte Woche. Aber wer konnte schon wissen, wie die Eisdiele hieß. Kyla konnte sich schon keine normalen Namen merken, dann erst recht keine französischen. Sie hatte ja schon Probleme bei der Aussprache. Hauptsache, es schmeckte. Sie sah Finley ungläubigem Blick an, dass diese überrascht war über Kylas Erkundigung nach Waffeln. Sie wusste ja, was Waffeln waren. Theoretisch. Aber sie fragte lieber noch einmal nach. Ansonsten machte sie sich noch Hoffnungen, wo keine angebracht waren und dann würde sie nur enttäuscht werden. Und Enttäuschungen versuchte sie zu vermeiden, vor allem, was Essen anging. Dann konnte sie noch unberechenbarer werden, als sonst schon, was auch ihre Fertigkeiten in der Küche bewiesen. „Oh ja, lass uns Teig- äh ich meine Waffeln essen!“, Kyla war einfach nur aufgeregt. Die verbleibende Zeit erschien ihr angesichts dieser Belohnung noch viel länger, als sie vermutlich war. Aber sie konnte die Köstlichkeit förmlich riechen.
„Ach was, ich reiß mich auch zusammen. Eine ganz kleine Waffel“ Oder auch zwei, wenn sie wirklich klein ausfielen. Man konnte ja nie wissen. Nachher servierte der ihnen noch die Harten Waffeln, in denen Eis normalerweise serviert wurde. Schließlich war es eine Eisdiele, man konnte nie sicher sein. Kyla hatte nicht einmal gewusst, dass es dort auch Waffeln zu essen gab – also abgesehen von den Eiswaffeln. Deswegen hatte sie davor lieber noch einmal nachgefragt, ob es sich auch tatsächlich um jene warmen Waffeln handelte und sich kein Missverständnis anbahnte. Es ging schließlich um Essen und die anderen Waffeln waren ohne Eis immer so trocken. Davon würde Kyla sicher keine zwei herunterkriegen. Zumindest nicht ohne sehr viel zu trinken. „Hey das ist alles nur eine Schutzschicht für meinen Waschbrettbauch!“, fügte sie dann bezüglich Finley Bemerkung über ihr Essverhalten hinzu. Kyla brauchte keine Muskeln, außer die zum Essen und Sprechen. Für den Rest hatte sie Finley.
„Sehr gut!“, strahlte sie ihre beste Freundin an, als diese ihr vorschlug, über Nacht zu bleiben. „Ich sorge einfach dafür, dass ich länger bleibe. Ich sage meinen Eltern einfach, du hättest mich ans Bett gefesselt!“ Sie liebte es, bei Finley zu übernachten oder wenn ihre beste Freundin bei ihr schlief. Dann fühlte sie sich immer wieder zurück in ihre Schulzeit versetzt. Das waren noch Zeiten gewesen und manchmal – selten – wünschte sie sich dahin zurück. Sie wusste, dass es Finley jetzt besser ging und wollte ihre Freundin sicherlich nicht in diese Zeit zurückbringen. Also benahmen sie sich einfach jetzt wie Teenager und bauten Zelte aus Kissen oder so. Und mit ‚sie‘ meinte Kyla Finley, die diese meist magisch irgendwo festmachte, aber das war ja egal. Es ging ums Prinzip, Außerdem liebte sie das Essen dort und auch Misses O’Neill und Mister King mochte Kyla auch sehr gern. Schließlich hatten sie diese noch nicht vor die Tür gesetzt und das obwohl Kyla den ein oder anderen ‚Unfall‘ verursacht hatte. Dafür konnte sie aber nichts, sie wollte nur testen, ob das mit dem Apfel, der auf den Boden fiel, noch stimmte. Gab es Waffeln eigentlich auch mit Äpfeln?
„Welches Du?“, fragte sie noch einmal nach, als Finley nachhakte, allerdings nur, um noch etwas Zeit zu schindern denn Kyla hatte bei dem Thema ehrlich gesagt schon längst den Überblick verloren. „Wahrscheinlich würdet ihr beide irgendwann aufgeben, weil ihr euch nicht wirklich verletzen wollen würdet!“ Schließlich kannte sie ihre beste Freundin nicht als gewaltbereit, auch wenn es in dem Fall gegen sich selbst ging. Aber wenn es ein Klon wäre, ginge es ja doch um einen anderen Menschen und Kyla konnte sich nicht vorstellen, dass Finley diesen wirklich verletzen wollen würde. Sie konnte sich allgemein das ganze Szenario nicht mehr vorstellen und schob es innerlich von sich.
Kyla erschauderte es, beim Gedanken daran zu wissen, was andere über sie dachten. Es hatte sie Zeit und Mühe gekostet, zu ignorieren, was andere über sie denken könnten, da würde sie es lieber nicht wissen. Wenn man es selektiv – bedeutete dieses Wort, was sie glaubte, das es bedeutete? – verwenden könnte, dann sähe die ganze Sache schon anders aus. „Icxh will gar nicht wissen, was meine Familie denkt. Mein Vater denkt bestimmt nur über Lancashire nach oder verflucht Cork und mein Bruder – wenn der irgendwelche sexuellen Phantasien in seinem Kopf auslebt will ich das wirklich nicht sehen.“ Sie brauchte wirklich kein lebenslanges Trauma. „Würdest du wissen wollen, was Mister King oder Misses O’Neill so denken?“ Wenn diese über das Schlachten von Mondkälbern nachdachten, dann wollte Kyla das nicht sehen. Sie waren zwar lecker, aber sie sollte nicht darüber nachdenken, dass sie da ‚Devlin‘ oder ‚Opa‘ vor sich auf dem Teller hatte.
Bei der Erwähnung von Finley Kommilitonen horchte Kyla auf und grinste ihre Freundin verschwörerisch an. „Wie gesagt, das Angebot mit dem Drachen steht noch!“ Sie hatte einmal in Muggelkunde anscheinend romantische Geschichten gelesen, in denen der Held die Prinzessin vor einem Drachen gerettet hatte und das ließ sich doch bestimmt nachstellen. Zwar würde Finley ihren Mitstudenten retten, aber das war das Zeitalter der Emanzipation. Und Kyla war sich sicher, dass ihr Vater jemanden kannte, dessen Cousin eine Frau hatte, deren Schulfreundin die Nicht eines Drachenzüchters war. Leider hatte sie aber feststellen müssen, dass Drachen wohl doch etwas mehr Verwüstung brachten, als zunächst angenommen, und sich besagter Student wohl ziemlich schnell in ein gegrilltes Männlein verwandeln würde. Vielleicht doch kein so guter Plan. Was nicht bedeutete, dass Kyla aufgeben würde. Irgendwann würde sie den Typen zu Gesicht kriegen. Dann würde sie ihn ausquetschen, um sicher zu gehen, dass er Finley überhaupt verdient hatte. Und wenn er da nicht durchfallen würde, dann würde sich einen totsicheren Plan erarbeiten. Der vielleicht lieber keine Drachen beinhaltete. Aber sie hatte da auch einmal etwas über Rosen und Schlaf gelesen. Und Rosen waren doch wohl romantisch. Auch schlaf klang nicht gerade negativ. Vielleicht sollte sie da noch einmal nachhaken, auch wenn sie das vermutlich schnell vergessen würde. Ansonsten sagte sie so etwas immer Finley, damit diese sie erinnerte, aber das konnte sie jetzt wohl schlecht. Aber es gab bestimmt auch andere gute Ideen. Muggel schienen sich damit auszukennen.
Als Finley dann auf ihr Zwinkern hin lachte, wusste Kyla mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, die sie in dem Moment weder berechnen konnte noch wollte, dass diese einen ähnlichen Gedanken gehabt hatte als sie selbst. Also über die Ähnlichkeit ihrerseits zu ihrem Bruder, nicht über Prozentrechnen. Allein das Wort brachte ihr nur Kopfschmerzen. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie Muggel das so lange in der Schule aushalten konnten und diese hatten dafür auch einen gewissen Respekt von ihr. Wenigstens wechselte Finley das Thema, bevor Kyla noch weiter über solch fast schon tragische Dinge nachdenken konnte. Zum Glück.
Denn das nächste Thema gefiel ihr eindeutig besser und sie sah ihre beste Freundin breit grinsend an. „Natürlich sind wir das. Finley und Kyla. Unsere Gang ist verdammt cool und hübsch!“, rief sie nun aus bevor sie loslachen musste. Sie freute sich jedes Mal, wenn Finley etwas mehr selbstbewusst sein zeigte – ob nun gespielt oder echt. Für sie war Finley perfekt und sie verstand nicht, warum diese das nicht immer sah. Aber dafür schätzte sie es umso mehr, wenn Finley etwas mehr Vertrauen in sich selbst zu haben schien. Vor allem, wenn es um ihr Aussehen ging. Kyla war schon fast stolz, dass Finley das ihr gegenüber ausdrückte. Es passierte zwar öfter seitdem sie ihr Erzeugerhausverlassen hatte, aber nach Kylas Meinung trotzdem nicht oft genug. Aber für Außenstehende war das meistens schwer zu verstehen, also bedrängt sie Finley nicht. Sie mochte ihre beste Freundin wie sie war. Sie wurde aus diesen Gedanken gerissen, als Finley weitersprach und über die Annonce redete. Ihr Lächeln war wieder auf ihrem Gesicht zu sehen, als Finley ihr zum wiederholten Mal Recht gab. Sie würde sich niemals nicht darüber freuen, egal wie oft es passieren würde, darüber war sie sich ziemlich sicher.
„Ein kleines Portrait also? Wir haben zu Hause viel davon rumlie- warte. Wir können doch direkt eins von denen nehmen!“, sie hielt eine der Schokofroschkarten in die Höhe, die leider noch immer hinter dem Tresen lagen. Es war ja nicht so, dass sie die unbedingt loswerden wollte. Ach, wen versuchte sie eigentlich zu belügen? Natürlich wollte sie die loswerden und dann würden sie zumindest einem relativ guten Zweck dienen. Es gab keine Verlierer, nur Gewinner. Genau wie in den Quidditchspielen, die Kylas Vater hasste. Es kam zwar sehr selten vor, aber es war möglich. „Außerdem wüsste man dadurch gleich, dass er bekannt sein muss. Auch wenn ich davon ausgehe, dass jemand, der sich nicht für Quidditch interessiert eh nichts mit meinem Bruder anfangen kann.“ Ihr Bruder hatte zwar, wie sie zugeben musste, auch andere Qualitäten, aber er redete nun einmal sehr viel über den Sport. Und in ihrer Familie wäre die Person auch verloren. Kyla hatte wohl Glück gehabt, dass Finley Quidditch auch liebte. Deswegen waren sie wohl auch sofort so gut befreundet gewesen. „Du kennst doch die Gesprächsthemen bei uns zu Hause.“ Sie konnte sich schon das Gesicht ihres Vaters ausmalen, wenn er mitbekäme, dass Devlins Freundin oder Freund keine Ahnung von Quidditch hatte. Er würde gar nicht wissen, über was er reden sollte. Kyla musste schon beim Gedanken daran lächeln. Irgendwie lächelte sie sehr viel, seitdem Finley da war. So machte die letzte halbe Stunde Arbeit sogar Spaß. Auch wenn sie nun wirklich fast den Hungertod starb. Aber jetzt waren es ja nicht einmal mehr 30 Minuten.
„Bitte was?“, meinte sie dann auf den Teil mit dem Mord und dem ersten Date, „Warst du auf einem Date, von dem du mir nichts erzählt hast?“ Eigentlich erzählten sich die beiden von fast allem und zumindest von einem Date mit einem potentiellen Mörder hätte ihre Freundin ihr doch erzählen müssen! War das schon wieder so ein offenes Geheimnis wie mit der Antarktis und den versunkenen Ländern? War es normal, dass man beim ersten Date von Morden erzählte? Manchmal verstand Kyla die Welt des Datens dann doch nicht so wirklich. Vor allem nicht, wenn die Norm war: Erst ab dem zweiten Date über Mord reden. War das nicht sonst immer der Fall, wenn man schon mehrere Jahre verheiratet war?
Kyla sah, dass Finley einen Seufzer unterdrückte, als Kyla ihr ihre Unwissenheit bezüglich des Zaubers mitteilte. Aber was konnte man schon jemandem erwarten, der sich gefragt hatte, warum Menschen auf alten Fotos jünger aussahen als auf neuen. Mittlerweile hatte sie das Geheimnis aufgedeckt, aber anfangs war es ihr ein Rätsel gewesen. Im Nachhinein schien es so eindeutig, dass sie lieber nicht weiter darüber nachdachte. Sie gab auch lieber nicht zu, dass diese Faszination der Ursprung für ihre Liebe fürs Fotografieren gewesen ist.
Bei Finleys Bemerkung, was das Wegdrehen der Pappfigur betraf hellte Kylas Miene sofort wieder auf. Oh ja, so hatte sie das noch gar nicht gesehen. Das würde ihre Schichten viel besser und eindeutig weniger gruslig machen. Sie stand nicht wirklich auf Inzest. „Du bist echt die beste Finley!“, meinte sie und tanzte fast schon wieder durch den Laden, doch dann erinnerte sie sich wieder an das Gespräch bezüglich der Überwachung und blieb an Ort und Stelle. Ein bühnenreifer Auftritt pro Schicht reichte und sie war sich ziemlich sicher, dass ein ähnlicher morgen folgen würde – ob Überwachungszauber da waren oder nicht.
Als Finley alles ins Regal zurückbefördert hatte, sah Kyla, dass diese etwas vergessen hatte, was sich auf deren Kopf befand. Als Kyla erkannte, um was es sich dabei handelte grinste sie ihre Freundin breit an „Ah, ich wusste doch, dass du insgeheim schon immer ein Lancashire-Fan warst!“, zog sie diese auf und nahm dann den Schal von deren Kopf, um ihn ihr zu zeigen. Das ergab wohl auch Sinn, schließlich waren die Sachen von Kylas Lieblingsmannschaft im obersten Regal, da sie kaum jemand kaufen wollte. Diese Kulturbanausen. Aber es kannte kaum jemand die Mannschaft, die meistens um den letzten Platz kämpfte. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Kyla war sich ziemlich sicher, dass sie aktiv diesen Platz belegen wollten und nicht den davor. Sie hatte allerdings noch keine Beweise und ihr Vater gab nichts dergleichen zu. Sie verstand sonst nur nicht, warum eine Mannschaft so konsistent dort unten landen konnte.
Kritisch betrachte Kyla schließlich die Pappfigur von allen Seiten nach etwaigen Kratzern oder Knicken, auch wenn sie diese lieber nicht angesehen hätte. Das hatte sie in den letzten Tagen schon oft genug machen müssen und so viel Zeit wie sie hatte, hatte sie schon jedes Detail des Dings tausendmal gesehen. Auch jetzt fiel ihr nichts Ungewöhnliches auf. „Nein, ich denke, das ist in Ordnung so.“ Sie war auch nicht unbedingt dein genau-beobachtender Mensch, also wusste sie auch nicht, wie akkurat diese Feststellung war. „Oder siehst du etwas?“, fragte sie daher noch einmal nach.


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Kyla & Finley

„Ach, gibt es?“, zog Finley ihre beste Freundin auf, aber im Grunde fielen ihr selbst ohnehin keine Gründe dafür ein, sich Kyla-Klone zu wünschen. Einmal das Original, bitte. Sie bevorzugte „the one and only Kyla Whitehorn“, die ihr in diesem Moment gegenüberstand und die sie so lange schon kannte. Ein Klon war zwar irgendwie auch genau diese Person, aber irgendwie auch nicht. So gleich sie auch wären, selbst mit den gleichen Erinnerungen, so merkwürdig würde es Finley wahrscheinlich dennoch erscheinen. Wenn sie denn die Klone vom Original unterscheiden konnte, aber sie setzte dabei einfach auf Instinkt und ihr Bauchgefühl. Kyla war eben nur als Original Kyla, alles andere waren verschrobene Billigexemplare.
„Du meinst, auf jeden deiner Klone käme einer meiner Klone, oder wie?“ Das klang plausibel, denn so hatte jeder Klon direkt die geklonte beste Freundin dazu und für den Fall einer möglichen Katastrophe durch einen der Kyla-Klone gab es den passenden Gegenpol in Form eines Finley-Klons dazu. Aber sie war sich nicht sicher, ob sie wirklich jede Katastrophe, die eine (geklonte) Kyla hervorrufen konnte, auch würde stoppen können. Sie war ja auch nicht bei der Sache mit Accio-Aguamenti dabei gewesen und hatte es verhindern können und sie konnte unmöglich von ihren Klonen erwarten, dass diese 24/7 immer in der Nähe ihrer zugehörigen Klon-Kyla waren.
Abgesehen davon…
„Wo sollen denn die Klone überhaupt leben? Wenn es mehr als je einen Klon von uns beiden gäbe, wird es mit der Unterbringung schwierig.“, kam die Frage, die ihr in just diesem Moment durch den Kopf gegangen war, über die Lippen, „Ich weiß nicht, wie die beiden Zuhause auf eine zweite Version von mir, geschweige denn von dir, reagieren würden und wenn dann noch mehr von uns rein schneien… “ Sie konnte sich aber die Blicke ihrer sogenannten Adoptiveltern (ohne Adoptionspapiere) durchaus vorstellen. Bei mehreren Finleys kämen wahrscheinlich komische Blicke und dann Fragen bezüglich des Platzes auf, aber wenn mehrere Kylas kämen, würden Winston und seine bessere Hälfte wohl beginnen zu überlegen, ob es nicht besser wäre, das Land zu verlassen. Oder eine Anti-Kyla-Klon-Gruppierung gründen. Oder Winston würde zum Kyla-Klon-Mörder werden, damit die Gefahr eingedämmt werden würde.
Kylas laute Aussage, sie wisse nichts über Klone und habe auch nicht vor, welche zu erschaffen, schob Finley fast schon beiläufig in die Kategorie „meine beste Freundin hat einen Knall und glaubt mal wieder, dass sie ausspioniert wird“ - die Kategorie wuchs beständig, aber Kyla wusste nichts von der Existenz dieser. Und anders konnte Finley sich mit unter nicht all diese irritierenden Aussagen ins Nichts hinein, so laut wie Kyla es tat, erklären. Es musste einfach so sein. Das war auch der Grund, warum sie lediglich mit einem Lächeln nickte und sonst nicht weiter darauf einging. Manchmal war es besser, Kyla einfach Kyla sein zu lassen. Und lustiger. Es wurde so einfach nie langweilig.
„At-lan-tis.“, wiederholte Finley langsam und sehr deutlich wie bei einem Kind, dem man gerade das Sprechen beibrachte, „Das ist so eine Legende der Muggel, Ky.“ Sie überlegte, ob sie das weiter erklären sollte und entschied sich dazu: „Es soll eine Insel gewesen sein, die verdammt mächtig und weit entwickelt für ihre Zeit war. Angeblich ist sie nach einer Naturkatastrophe oder aus anderen Gründen innerhalb von einer Nacht oder im Meer versunken und man hat sie nie entdeckt, aber man sucht danach. Und statt dass die Menschen beim Versinken im Meer verstorben sein sollen, leben sie angeblich noch immer tief unten im Meer und haben sich noch weiter entwickelt und verhindern so, dass man sie entdeckt.“ Man griff das Thema immerhin oft genug in der Literatur und in Science-Fiction Filmen auf, woher auch Finleys Wissen stammte. Na ja und ein wenig aus Nachschlagewerken, die sie mal zur Rate gezogen hatte.
„Klar.“, stimmte Finley scherzend Kylas Frage zu, als diese wissen wollte, ob sie es beschleunigen könne, dass Großbritannien unterging, „Ein wenig Kyla-Magie und schon versinken wir im Meer. Du hast doch mit deinem spontanen Lager-Aquarium bewiesen, dass du es kannst. Zu viel Gewicht und die Insel geht unter.“ Ihr war bewusst, dass das totaler Schwachsinn war, aber manchmal musste auch sie ihre beste Freundin einfach aufs Glatteis führen und aufziehen. „Deshalb sollen die Menschen sich doch fit halten und so – sie würden sonst zu schwer und Großbritannien geht unter. Und wenn hier deine Klone wären… Eine von dir isst doch schon wie ein Mähdrescher der Muggel. Stell dir mal zehn von deiner Sorte vor einem Buffet vor. Und dann stell dir das mit dem Aquarium und den Klonen vor.“

„Abgemacht. Wir essen Waffeln.“ Finley hob zustimmend mit einem breiten Grinsen den Daumen. Es war so einfach Kyla mit Essen zu lenken und sie (gegebenenfalls) zu etwas zu bewegen. „Wehe du reißt dich nicht zusammen, Ky.“, warnte die Kincade, „Denk an Atlantis und das Gewicht in Großbritannien. Du könntest unser aller Untergang sein!“ Auf ihren Scherz hin musste Finley lachen und schüttelte amüsiert den Kopf. „Und Schutzschicht für deinen Waschbrettbauch? Ist er etwa schüchtern?“ Wäre zwischen ihnen nicht der Verkaufstresen gewesen, hätte Finley der Whitehorn in die Seite oder direkt in den Bauch gepiekst. Sie erinnerte sich an ein T-Shirt in einem dieser Läden für Touristen mit der Aufschrift „I‘ve a sixpack, but it‘s shy. It‘s hiding under all this fat.“ und überlegte, ob sie das beim nächsten Mal spontan für Kyla kaufen sollte. So als Geburtstagsgeschenk.
„Bloß nicht!“, kam es über Finleys Lippen, als Kyla meinte, sie würde ihren Eltern sagen, sie habe sie einfach ans Bett gefesselt, „Was soll dein Vater dann bloß denken!?“ Sie musste lachen und allmählich tat ihr der Bauch weh. Nach all den Jahren zusammen mit Kyla sollte sie eigentlich durch das ewige Lachen Bauchmuskeln aus Stahl haben, aber nein… Noch immer tat ihr oftmals der Bauch weh und sie schwor darauf, schon oft einen Muskelkater durch all das Lachen bekommen zu haben.
Sie merkte durch Kylas Wiederholung ihrer Frage, dass diese scheinbar völlig den Faden verloren hatte. Leise seufzte sie. Das war ja irgendwie zu erwarten gewesen…
„Könnte sein.“, musste sie allerdings Kyla zustimmen und kratzte sich nachdenklich an der Wange. Ja, wahrscheinlich hatte diese Recht, dass die beiden Finleys aufgeben würden, weil sie sich nicht verletzten wollten. Oder weil sie einsahen, dass es keinen Sinn machte, weil sie einfach 1:1 das selbe taten und keine einen Vorteil dabei hatte.

Die Whitehorn wollte also gar nicht wissen, was ihre Familie dachte. Allerdings nannte sie auch direkt eine Vermutung im Bezug ihres Vaters und erklärte, dass sie die sogenannten sexuellen Fantasien ihres Bruders gar nicht sehen wollte. Die einfache Gegenfrage, die Kyla ihr stellte, ließ Finley schweigend nachdenken.
Noch vor wenigen Minuten hatte sie es als lustig bezeichnet, zu wissen, was andere dachten, doch es war ja auch eher im Scherz gewesen, immerhin war sie nicht telepathisch veranlagt und würde es in nächster Zeit auch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht werden. Das kam halt nicht einfach so, oder? Doch das war nicht das, was Kyla hatte wissen wollen, weshalb Finley sich bemühte, wieder zur eigentlichen Frage zurückzukehren. Wollte sie wissen, was Winston und Tianna so dachten? Sie wurde unsicher. Einerseits konnte es in gewissen Punkten Vorteile haben, aber die meiste Zeit nur unsinnigen Kram, den sie nicht zu wissen brauchte, enthalten. Oder aber sie bekam dadurch Dinge mit, die sie einfach nicht wissen wollte. Und dabei dachte sie nicht einmal an etwaige sexuelle Fantasien, die Kyla in Bezug auf ihren eigenen Bruder Devlin erwähnt hatte, sondern um Dinge im Bezug auf sie. Wollte sie wissen, wie die beiden wirklich über sie dachten? Sie hatten sie damals als Mädchen aufgenommen und in der Theorie war sie alt genug um auf eigenen Beinen zu stehen und doch wohnte sie noch immer bei ihnen. Gut, sie half ihnen im Haushalt und in der Metzgerei im Verkauf aus, aber ansonsten… Wer wusste schon, wie sie wirklich dachten? Vielleicht waren ihre Gedanken mit der Zeit doch negativer geworden als sie es vortäuschten und -spielten. Wollte sie das wirklich wissen? Finley erschauderte.
„N-nein, will ich nicht.“, gestand sie leise ihrer besten Freundin und vermied den Blick auf diese, doch als diese im Bezug auf den Kommilitonen meinte, dass das Angebot mit dem Drachen noch stehen würde, musste sie die andere doch unweigerlich wieder ansehen. Sie erinnerte sich an den Vorschlag Kylas und musste lachen. Ihre negativen Gedanken waren dadurch direkt wieder verschwunden. „Danke, aber nein.“, wehrte Finley lachend ab. Der Muskelkater stand drohend wie ein böser Schatten hinter ihr. „Das endet genauso wie deine Klone. Du verwüstest mit deinem Drachen eher die Universität, Ky. Und vielleicht sehe ich ihn in diesem Semester in meinen Seminaren wieder?“ Sie zuckte mit der Schulter. „Was nicht heißt, dass ich… Ich kenne ihn doch gar nicht!“

Verdammt cool und hübsch – das gefiel ihr. Finley sah darüber ebenso glücklich aus, wie sie sich fühlte.
„Klar, warum nicht?“, meinte sie bezüglich der Schokofroschkarte als Portrait von Devlin – so würde Kyla noch eine aus dem Sortiment loswerden und jedem war geholfen. Ihrem beider Vorhaben und der Tatsache, dass Kyla einfach zu viele von den Teilen hier herumliegen hatte. „Auch wieder wahr.“, stimmte Finley Kyla zu, „Jeder weiß, dass man mit einer solchen Karte entweder berühmt ist, oder die magische Welt gerettet hat.“ In Devlins Fall definitiv ersteres, denn einer Weltrettung kam der Nimbus nun jetzt nicht wirklich gleich, auch wenn der Besen echt super war. „Aber ja, kenne ich… “ Quidditch. Quidditch. Tausendmal Quidditch. Und eventuell nebenbei noch ein kurzes Wort an Kyla über deren neusten Unfall. Quidditch. Devlin. Devlin. Quidditch. Oh, und Finley war da? Hallo. Quidditch. Devlin. Quidditch. So sah es im Grunde bei den Gesprächsthemen bei den Whitehorns aus.
„Klar war ich das.“ Finley rollte mit den Augen. „Als ob ich meiner allerliebsten und besten Freundin Ky ein Date verheimlichen würde. Maximal das mit einem der Mondkälber.“ Sie zog eine Grimasse. „Das war ein Scherz, bei Merlins geblümter Unterhose. Und es stand in so einem Haus-Hexen-Magazin beim Arzt, als ich da für ein Rezept hin und warten musste.“

„Klar bin ich die beste.“ Finley sah zu Kyla. „Aber warum bin ich dieses Mal die beste?“ Fragend hob sie ihre Augenbrauen, dann sah sie Kylas breites Grinsen und rollte mit den Augen, als diese meinte, sie hätte schon immer gewusst, dass sie ein Fan von Lancashire sei, wobei sie einen Schal von eben dieser Mannschaft vom Kopf der Kincade zog. Scheinbar hatte sie vergessen, eben jenen in das Regal zurück zu befördern.
„Aber nur für dich.“, erklärte Finley, „Du weißt, dass mein Herz eigentlich für eine andere Mannschaft schlägt.“ Allerdings würde sie bei einem Spiel eben jener Mannschaft gegen Lancashire Kyla zuliebe (und weil Lancashire wirklich Hilfe benötigte) diesen die Daumen drücken und ihnen einen Sieg (aber nur um zehn Punkte und nur durch Schnatzfang, so viele Tore durften sie dann doch nicht machen!) zugestehen. Oder gönnen. Aber das hatte sie Kyla schon einmal erzählt.
Kyla betrachtete derweil den Pappaufsteller von allen Seiten und erklärte, dass alles in Ordnung sei. Auf ihre Nachfrage hin schüttelte Finley schweigend den Kopf und klopfte Kyla auf den Rücken.
„Damit wäre das erledigt. Wie lange geht dein Dienst noch?“


21.04.2019 15:25 offline suchen homie
Kyla Whitehorn



Alter:
20 Jahre
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Lancaster, Lancashire, GB
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5. Semester
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Kyla & Finley

Kyla war durch Finleys Gegenfrage ein wenig aus dem Konzept gekommen. Also mehr noch, als es ohnehin schon der Fall war. Hatte Kyla überhaupt ein Konzept oder war ihr Konzept die Abwesenheit eines solchen? Wenn, dann nicht absichtlich, also konnte man es tatsächlich ein Konzept nennen? Wenn allerdings ihr Unterbewusstsein es tat, ohne dass sie etwas davon mitbekam, war es dann nicht doch Absicht, wenn auch nicht unbedingt ihre eigene. Oder gehörte ihr Unterbewusstsein nicht zu ihr? Dann war es doch ihre Absicht, ob sie nun davon wusste oder nicht. Das waren schon wieder philosophische Fragen um das Leben, die Kyla weder beantworten konnte noch wollte. Egal ob sie nun ein Konzept hatte oder nicht und ob sie aus diesem gebracht worden war oder sich eben deshalb noch in diesem befand oder ob man sie überhaupt aus diesem werfen konnte, worum ging es noch gleich? Achja, es ging um Klone und die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand Kyla-Klone wünschte, was ihre beste Freundin zu bezweifeln schien.
Sie wusste, dass Finley sie damit nur aufziehen wollte, aber als Kyla sich nun damit zu beschäftigen begann, sah sie nun wirklich keinen Grund, aus dem sich eine halbwegs zurechnungsfähige Person auch nur einen Klon von ihr wünschen würde. Das bedeutete, dass nur sie selbst der Grund einer Kyla-Klon-Plage werden konnte. Ein schrecklicher Gedanke. Sie wollte nicht für den Untergang der Menschheit verantwortlich sein. Sie sollte darüber lieber nicht nachdenken, vielleicht erfand sie so noch aus Versehen einen Zauber, nur weil sie daran dachte. Vielleicht war sie ein verstecktes Genie. Ein sehr sehr sehr verstecktes Genie. Sie täuschte selbst sich. „Du hast Recht, wie immer!“, stimmte sie ihrer besten Freundin schließlich zu. Warum sie das überhaupt bezweifelte, war schon fraglich, aber es machte so viel Spaß, mit ihr über ‚Was wäre, wenn’s zu diskutieren. In manchen Fällen war es allerdings auch der Stoff für Alpträume, wie auch in diesem Fall.
Auf Finleys Frage hin, ob auf jede Kyla auch eine Finley kommen würde, nickte Kyla eifrig. „was wäre das denn für eine Welt, wenn nicht? Die Kyla-Klone würden keine 2 Minuten überleben und Großbritannien würde gleichzeitig überflutet werden und abbrennen!“ Auf der anderen Seite hätte Lancashire wenigstens Mal mehr als ein paar Fans, es gab also nicht nur Nachteile. Und die Kyla-Klone würden je einen Finley-Klon mitbringen. Endlich einmal mehr Lancashire-Fans als die der Gegenmannschaft. Kyla konnte nur davon träumen. Ihr Vater wäre stolz. Lancashire wäre überfordert. Die Welt wäre ein schönerer Ort. Zumindest so lange das Spiel anhielt. Kyla konnte es förmlich vor sich sehen und plötzlich schien diese Vorstellung gar nicht mal so schlecht. Nein, sogar gut. Mehr als gut. Wundervoll. Kyla strahlte. „Wie viele Zuschauer passen eigentlich in unser Stadium?“ Kyla war sich sicher, dass Finley wusste, was sie mit ‚unser Stadium‘ meinte und ihre beste Freundin war auch eindeutig besser im Schätzen. Laut Kyla könnte es jegliche Nummer zwischen 500 und 5 Millionen sein. Auch wenn ihr selbst 5 Millionen als sehr viel vorkam, aber man konnte ja nie wissen.
„Leben?“, darüber hatte Kyla nicht nachgedacht, welch eine Überraschung. Klone waren ja keine Roboter, sondern Lebewesen. Menschen. Die brauchten Essen. Kyla wurde schlecht bei dem Versuch, auszurechnen, wie viele Lebensmittel man brauchen würde, um mehrere ihrer Art zu sättigen – und das nicht nur, weil sie dazu Mathematik benötigte. Von Schlafplätzen einmal abgesehen. Und sie könnten auch nicht alle hier arbeiten. Nein, lebende Klone wollte sie nicht haben. Nicht, dass sie tote klone wollte, die fingen bestimmt nach ein paar Tagen an zu stinken, so wie die Fische, die einmal ein Kranich in ihrem Garten hat fallen lassen. Das wollte Kyla nun wirklich nicht unbedingt noch einmal riechen. Verzauberte Puppen wären so viel besser! „Vielleicht sollten wir lieber Marionetten verzaubern, statt irgendetwas zum Leben zu erwecken!“ Das klang immer höchst ominös.
„Legende der Muggel?“, fragend blickte sie ihre beste Freundin an, als diese begann, irgendetwas über Atlasse zu erklären. Waren das nicht Karten? Aber Finley hatte bestimmt eher Recht als Kyla und wenn diese meinte, es handelte sich dabei um eine Insel handelte, die versunken war, dann handelte es sich um eine versunkene Insel. Ihre Kombinationsgabe war schon fast auf einem Level von diesem Detektiv der Muggel, von dem ihr Finley einmal erzählt hatte. „Können Inseln also wirklich einfach im Meer versinken?“ Kyla war sich ziemlich sicher, dass sie zurzeit auf einer Insel lebte und wollte nicht wirklich untergehen. Auch wenn sie danach weiterleben würde, aber ihr kleiner Ausrutscher mit dem Lagerraum hatte ihr gezeigt, dass sie nicht für das Leben unter Wasser geeignet war. Und sie bezweifelte, dass Großbritannien so weit fortgeschritten war, dass die Einwohner unter Wasser überleben würden. „Vielleicht leben auf Atlas ja nur Zauberer, die nicht mehr unter Muggeln leben wollten, sondern frei zaubern und die haben jetzt so eine riesige Luftblase!“ Sie selbst überraschte sich mit dieser genialen Idee. Wäre sie ein Bewohner von Atlas hätte sie das als Grund gewählt. Es war ein guter Grund. Auch wenn Zauberer laut Finley ja eher technisch hinter den Muggeln herhinkten. Mit 5 Steinen am Bein.
Kylas Augen wurden immer größer, desto mehr Finley darüber redete, dass Kyla für den Untergang von Großbritannien verantwortlich sein könnte. „Dann würde ich Großbritannien zu einer Legende machen!“, Das war nicht die Hauptaussage. Kyla hatte wirklich die Gabe, aus einem Satz herauszuhören, was ihr Gehirn wollte und was die meisten nicht meinten. Od3er worauf es zumindest nicht ankam. Auch ein Talent, wenn auch kein besonders nützliches. „Wenn 10 von mir an einem Buffet wären, wäre das Essen sehr schnell weg und der Tisch etwas leichter!“, gab sie zurück, vermutete aber, verstanden zu haben, was ihre beste Freundin wirklich meinte. Aber die Idee mit den Klonen hatte sie schon längst aufgegeben. Sie wollte nur Puppen, die nichts aßen, keinen Schlafplatz brauchten und das Stadium von Lancashire voller aussehen lassen würden. Es wäre wahrscheinlich auch von Vorteil, wenn diese nicht alle das gleiche Gesicht hätten.
Als Finley das Wort Waffeln in den Mund nahm, leuchteten Kylas Augen sofort wieder auf. Sie würde Waffeln auch gerne in den Mund nehmen. Jetzt. Diese fluffige, süße, warme Masse. Diese Köstlichkeit. Am besten mit einer weißen Schicht aus feinstem Puderzucker. Ihr Magen grummelte, fast schon lief ihr der Speichel aus dem Mund. Man könnte vermuten, dass die Zubereitung von Waffeln keine besondere Herausforderung darstellen würde, aber auch damit konnte man Gardinen in Brand stecken, wie Kyla wusste. Von Bekannten natürlich. Nicht, dass sie das jemals getan hätte… Na gut, aber es war nun wirklich nicht ihre Schuld gewesen. Dieses Waffeleisen hatte sich gegen sie verschwört, sie war sich sicher. Kyla hob auch ihren Daumen und grinste breit. Nun hatten die Waffeln ihre Gedanken übernommen. Essen, eine gefährliche Waffe gegen sie.
„Finley, was denkst du denn von mir?“, Kyla fasste sich gespielt empört an die Brust, als diese ihr riet, sich zusammen zu reißen, „Natürlich reiße ich mich nicht zusammen! Wo denkst du hin? Es geht um Waffeln, Fin. Waffeln! Das Beste, was je von Menschenhand erschaffen wurde!“ Jedenfalls glaubte Kyla das, auch wenn es nur passend wäre, wenn eine so göttliche Speise von einer göttlichen Präsenz erschaffen worden wäre. Es wäre schon fast Gotteslästerung, wenn sie dieses nicht anständig würdigen und in Massen verschlingen würde. Sie nahm etwas Heiliges in sich auf. Aber nicht, dass sie wie die Jungfrau Maria endete, denn sie war eindeutig noch nicht bereit für ein Kind. Oder das Kind nicht bereit für sie. Göttliches Blut oder nicht.
„Mein Bauch ist nicht schüchtern, an mir ist nichts schüchtern. Ich schütze ihn nur vor Schaden, nicht dass ihm was passiert, so oft wie du mir in die Seite piekst!“, sie zwinkerte ihrer besten Freundin wieder grinsend zu und strich sich über ihren doch sehr platten Bauch. Kein Anzeichen davon, dass sich dort auch nur ein Muskel befand. Aber Sport war auch immer so anstrengend, deswegen hatte Kyla das sofort aufgegeben. Es gab nur drei Gründe, aus denen sie rennen würde: 1. Sie floh vor etwas 2. Es gab Essen umsonst 3. Quidditch. Und bei 3. floh sie meist auch, entweder davor, auf einen Besen steigen zu müssen oder aber vor einer wütenden Meute an Lancashire-Fans.
Kyla musste laut lachen, als ihre die Zweideutigkeit ihrer Aussage auffiel. „Oh Gott, jetzt will ich es noch mehr schreiben, nur um zu sehen, wie unangenehm es meinem Vater wäre, dir danach zu begegnen!“ Ob er Finley dann noch in Kylas Zimmer schlafen lassen würde? Schließlich teilten sie sich meistens ein Bett. Aber wenigstens hätten sie in dem Fall dann eindeutig ihre Ruhe, denn sie war sich sicher, dass ihr Vater das nicht sehen wollte. Und schon gar nicht damit konfrontiert werden wollte. Wenn sie allein schon daran zurückdachte, wie ihr Vater auf das mit der Zeitung reagiert hatte. Bestimmt würde er ihre Mutter vorschicken, damit sie mit ihnen redete, anstatt sie selbst zu konfrontieren.
Kyla bemerkte sofort, wie die Stimmung ihrer besten Freundin mit ihrer Frage kippte und sie hätte sich am liebsten selbst dafür geschlagen. Sie hatte sich schließlich geschworen, Finley vor allem zu beschützen und dann war sie selbst es, die diese verletzte. Schließlich wusste Kyla um Finleys Unsicherheiten und hätte das bedenken sollen. Auch wenn sie selbst keinen Grund dafür sah, war es schwer, die etwas Jüngere von ihrer Großartigkeit zu überzeugen. Es machte sie immer etwas traurig und sie fühlte sich etwas hilflos. Finley versuchte, Kylas Blick zu vermeiden und sie musste sich sehr bemühen, diese nicht zum Blickkontakt zu zwingen. Das würde nichts bringen, wie Kyla schon früh hatte feststellen müssen. Sie selbst hatte ihre eigenen Unsicherheiten aber ging damit ganz anders um als Finley. Trotzdem veranlasste es sie, um den Tresen herum zu gehen und ihre beste Freundin in den Arm zu nehmen. Am liebsten wäre sie so für immer verharrt, um Finley so vor der Welt zu schützen, aber das wäre wohl unpraktisch. Schon allein, wenn einer von beiden auf die Toilette musste. Aber sie schweifte ab.
„Ich wünschte, du könntest nur meine Gedanken lesen, Fin!“, meinte sie schließlich und strich ihr über die Haare. Warum war es plötzlich so ernst geworden? Sie wusste es nicht. Zum Glück war niemand im Laden und draußen so schlechtes Wetter, denn ansonsten hätte Kyla versucht, die Tür zuzuhexen und das wäre niemals gut ausgegangen. Sie war doch froh, als sich die Miene von Finley kurz danach wieder aufhellte, denn diese Version ihrer besten Freundin gefiel ihr eindeutig besser.
„Keine Sorgen, es ist schwerer als man glaubt, an einen Drachen zu kommen!“, stellte Kyla fest. Man hätte meinen können, das wäre über Beziehungen zu klären, aber anscheinend war so etwas verboten. Die Romantik war wirklich tot in diesem Land. Kyla schüttelte den Kopf. „Und ich werde dich zu einem Seminar begleiten, wenn ich mal frei hab, dann kannst du mir dein Schätzchen zeigen!“, sie zwinkerte ihrer Freundin zu. Und dann würde sie alle ihr möglichen Hebel -anscheinend fiel der mit dem Drachen aus - in Bewegung setzen, um diese zusammen zu bringen, sollte er Finley verdienen. Auch wenn in Kylas Augen niemand ihre beste Freundin jemals verdiente. Aber sie wollte natürlich Finley glücklich sehen.
„Wenn man die magische Welt rettet, ist man meistens auch berühmt!“, versuchte sie grinsend, Finley bezüglich ihrer Wortwahl aufzuziehen. „Aber du liegst nicht ganz richtig. Viele würden meinen Bruder als Retter des Quidditch bezeichnen!“, vor allem ihr Vater. Und viele Quidditchspieler. Und Schüler, die es werden wollten. Und Fans. Alles in allem sehr viele Menschen. Zu viele Menschen, Kylas Meinung nach. Aber das würde die Partnersuche vielleicht etwas einfacher machen.
„Mondkälber? Ich wusste nicht, dass du darauf stehst, Fin. Sieht der Typ in deinem Seminar so aus?“ Sie hoffte es nicht. Diese Wesen waren zwar sehr niedlich, aber eine menschliche Version davon klang nicht besonders verlockend. Es sei denn, Finley spielte auf andere Teile davon an, auch wenn Kyla selbst nicht viel Erfahrung mit den physikalischen Merkmalen von Mondkälbern hatte. Oh nein, die Bilder in ihrem Kopf! Sie schob diese so schnell wie möglich wieder von sich, denn darüber wollte sie nun wirklich nicht nachdenken, ansonsten würde sie nie wieder die Mondkälber von Finleys inoffiziellen Adoptiveltern ansehen können. Sie war doch froh, dass Finley gleich darauf zugab, dass es sich um einen Witz handelte, ansonsten hätte sie nicht gewusst, wie sie mit dieser Information umgehen sollte.
„Du bist immer die Beste Finley, egal weshalb, aber vor allem jetzt, wo ich meinen Bruder nicht mehr angucken muss!“, sie gab auf und sang schon fast vor sich hin. Sofort bemerkte sie wieder, warum sie keine Karriere als Sängerin eingeschlagen hatte. Aber wenn sie wirklich belauscht wurde, dann wollte sie es denen so unangenehm wie möglich machen. Und darin war sie gut.
Sie wusste, dass Finley Fan einer anderen Mannschaft war, weshalb es so viel Spaß machte, sie mit dem Schal zu necken, was wahrscheinlich gesünder war, da man dann wenigstens manchmal ein Erfolgserlebnis hatte. Vielleicht sollte sich Kyla eine Zweitmannschaft zulegen, aber beim Gedanken, ihre wahre Liebe zu betrügen, verzog sich ihr Magen in einen riesigen Knoten. Nein, sie konnte einfach nicht, auch wenn diese Liebe für sie ungesund war. Umso mehr wusste sie zu schätzen, dass Finley sich oft genug auf die Seite von Lancashire stellte.
„Wie lange noch?“, sie sah sich um. Wo war die Uhr noch gleich? Manchmal verschwand sie, weil ihre Chefs das anscheinend lustig fanden. Aber nein, da hing sie und zeigte Kyla etwas sehr Schönes an. „Nur noch 10 Minuten?“, unglaublich wie schnell die Zeit verging, wenn man sich amüsierte.


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Finley Kincade
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Kyla & Finley

Jeder andere Mensch, der die Whitehorn noch nicht so lange wie Finley sie kannte, hätte wahrscheinlich mit den Augen gerollt oder den Kopf geschüttelt oder irgendeinen Kommentar zu Kylas Worten abgegeben, als diese erneut betonte, dass Finley wie immer Recht habe mit ihrer Aussage. Finley selbst kannte ihre beste Freundin allerdings gut genug, so dass sie die Worte der wenig Älteren mit einem sanften Lächeln einfach annahm. Es machte keinen Sinn dagegen anzureden, denn Kyla würde eine ellenlange These aufstellen, mit mehr pro als kontra Punkten, weshalb sie mit ihren Worten ebenso Recht hatte, wie Finley scheinbar immer Recht zu haben schien. Diese These würde mindestens zwei Semester lang Stoff genug bieten und mehrere Sammelbände füllen können, wodurch es zu dem längsten fortlaufenden Werk der Geschichte werden könnte. Theoretisch. Es war zumindest anzunehmen, dass Kyla dazu in der Lage wäre - wenn sie sich lediglich lange genug auf das Schreiben dieser These konzentrieren könnte und sich nicht alle Nase lang ablenken lassen würde. Und genau das würde geschehen.
Aber gut, mittlerweile nickte Kyla fast schon übereifrig wie ein stolzes kleines Kind, was etwas richtig und ohne Anweisung gemacht hatte, auf die Frage hin, ob zu jeder Klon-Kyla auch eine Klon-Finley kommen würde.
„Wobei überflutet und abbrennen zur selben Zeit praktisch wäre. Zumindest am selben Ort.“, meinte Finley ruhig, „Nur für die Häuser und so in dem Gebiet wäre es vielleicht nicht ganz so gut. Sie könnten durch beiderlei Dinge beschädigt werden.“ Aber wer war sie, als dass sie das hätte beurteilen können? Zumindest kein Mitglied irgendeiner örtlichen Feuerwehr und damit fehlte ihr das notwendige Fachwissen. Allerdings war es doch stark anzunehmen, dass vom Brand beschädigte Häuser durch eine plötzliche Überflutung vom Meer aus in sich zusammenfielen. Oder anderweitig stark beschädigt wurden.
Daran, dass Kyla wissen wollte, Stadium passten, erkannte Finley, dass ihre beste Freundin in Gedanken bei ihrer Lieblingsmannschaft war und wahrscheinlich darüber nachdachte, dieser eine Fangemeinschaft aus ihrer beider Klone zu erstellen. Oder zu gönnen. Was die Mannschaft und restlichen ein bis zwei Fans wahrscheinlich nicht gerade toll fanden, auch wenn ein volles Stadium zu ihren Gunsten schon eine tolle Sache war. Aber so viele Kylas auf einmal bei einem Spiel von Lancashire?
„Ich vermute mal an die 30.000… “, beantwortete Finley nachdenklich die Frage und kratzte sich am Hinterkopf, „Aber wirklich wissen tue ich es nicht, Ky. Das Stadion wirkt so leer doch immer riesig.“ Es konnte demnach auch nur eine Kapazität von genau der Hälfte haben, Finley hatte absolut keinen Überblick und mit dem Schätzen von Dingen und vor allem Zahlen war sie nicht so gut. Im Grunde waren doch ohnehin immer nur die selben Leute anwesend: Die spielenden Mannschaften plus Angehörige, der Schiedsrichter, ein Kommentator oder zwei, Devlin, Kyla, sie selbst ab und zu und Kylas Vater, wenn man ihn vom Spielfeld verbannte. Und dann noch maximal an die 100 Fans der Gegner, die den Weg zum Stadion erfolgreich vor Spielbeginn gefunden hatten. Oder sich gedacht hatten, dass es doch mal ganz angenehm wäre, ein Spiel zu schauen, bei dem die Siegchancen ihrer eigenen Mannschaft bei 95:5% lagen. Oder so.

„Ja, leben.“, wiederholte Finley, „So ein Klon wird ja wohl, wenn er ein wahrer Klon ist, atmen, trinken, essen, schlafen und so.“
Sie zuckte mit der Schulter, fast so, als sei das das alltäglichste der Welt. Finley konnte sich nur ausmalen was ihrer besten Freundin durch den Kopf ging, aber da sie letzten Endes vorschlug, dass sie Marionetten verzaubern sollten, hatte sie scheinbar die Lebenserhaltungskosten für eine Armee von Klonen berechnet. Oder daran gedacht, dass sie ihr Platz und Essen wegnahmen. Oder endlich verstanden, dass die Welt zerstört werden würde, wenn zu viele Kylas durch die Weltgeschichte liefen. Allerdings gefiel Finley der Vorschlag Kylas nicht wirklich…
„Keine Marionetten!“, rief sie aus und hob abwehrend die Hände, wobei sie den Kopf schüttelte, „Das ist unheimlich!“ Es war nicht so, dass sie Angst vor Puppen hatte oder so, aber wenn sie an manche Puppen dachte, sah sie vor sich, wie diese ihr mit den Blicken folgten. Nicht wortwörtlich, sondern es wirkte eher so, aber das war nicht gerade angenehm. Es hatte irgendwie so etwas Ominöses an sich und Finley liefen dabei jedes Mal eiskalte Schauer den Rücken hinab. Abgesehen davon: Wollte Kyla die kleinen Puppen oder lebensgroße Marionetten zum Leben erwecken? Erstere waren platzsparender, letztere aber – bei der Sache mit dem Quidditchspiel – schon weitaus effektiver. Und etwas weniger unheimlich, auch wenn es noch immer nicht angenehmer war. Trotzdem konnte sich Finley damit eher abfinden als mit den anderen Puppen.
„Warum wolltest du nochmal Klone zum Leben erwecken?“
Irgendwie hatte sie völlig den Überblick verloren durch das Gespräch und die Überlegungen. Es war ja nicht darum gegangen, ein Stadion zu füllen, denn das war durch das Verteilen kostenloser Karten und durch Gewinnspiele auch schon möglich. Wobei wirklich voll… Na ja, sie beließ es in Gedanken lieber dabei.

„Ja, Legende der Muggel.“, bestätigte Finley, „Ich vergesse immer, dass du mit deinem Kopf nur beim Quidditch bist und nicht auch mal Bücher der Muggel liest oder so.“ Abgesehen davon hatte Finley Muggelkunde belegt gehabt; demnach war das Interesse ohnehin dagewesen. Vielleicht sollte sie einen Beruf im Ministerium abseits vom Zaubergamot suchen und sich bei den Beziehungen zwischen Muggeln und Zauberern einklinken?
Auf Kylas Frage hin nickte Finley. Ja, konnten sie, auch wenn wahrscheinlich nicht so wie bei Atlantis. Der Meeresspiegel stieg nun einmal an und alles, was unter diesem lag, wurde eben langsam von den Gezeiten verschluckt. Oder aber der Sand der Strände wurde mit der Zeit so sehr abgetragen und nicht wieder aufgefüllt, dass Inseln und normale Landstriche immer kleiner wurden. Das kam ja auch einem Versinken im Meer gleich. Allerdings erklärte Finley der Whitehorn das nicht, denn diese hätte wer weiß was für Fragen gestellt oder es nicht wirklich verstanden. Finley hatte keine Ahnung, wie „explosiv“ sich Kyla den Untergang einer Insel vorstellte, aber er war wahrscheinlich filmreif und sehr abenteuerlich. Diese kindliche Vorstellung wollte sie der ehemaligen Hufflepuff nicht nehmen.
„Darum solltest du nicht so viel essen und auf dein Gewicht achten, Ky.“, zog Finley sie scherzend auf, nur im Anschluss direkt herauszufinden, dass Kyla Atlantis umbenannt hatte. Atlas. Seufzend rollte die Kincade mit den Augen. „Atlas ist ein Buch mit Karten.“, korrigierte sie die wenig ältere, „At-lan-tis, Ky. At-lan-tis.“ Langsam und überdeutlich. Ein eigenes Kind würde sie nie brauchen, sie hatte ja ihre beste Freundin, die sie gerade in solchen Momenten fast schon mit einem gleichsetzen konnte. Erziehung und Ausbildung in einem. „Und vielleicht. Wie gesagt, es ist eine uralte Legende der Muggel, da ist alles möglich. Selbst, dass sie nicht stimmt wäre möglich.“ Sie überlegte kurz. „Wir sind in vielem hinter den Muggeln, aber unsere Zauber wirken auf diese – inklusive fliegender Teppiche und Besen – eben auch wie Besonderheiten. Nicht wie Technologie, aber dennoch. Das könnte die damals auf die Idee einer weiterentwickelten Rasse gebracht haben.“
Kyla hatte dazu, dass sie Großbritannien im Meer versinken würde, nur zu sagen, dass sie das Land zu einer Legende machen würde. Das war mal wieder typisch für die Whitehorn – stets optimistisch.

„Ich dachte, für dich sei das Beste das Bett, dann überhaupt jedes Nahrungsmittel und dann Urlaub und Feiertage. Und an vierter Stelle Lancashire.“ Trocken und mit vollkommen ernster Stimme, doch in ihrem Blick sah man, dass Finley es eher scherzend meinte. „Ach und ist er nicht? Du hast ihn schon vor Schaden bewahrt, bevor du mich kanntest?“ Sie beobachtete, wie Kyla sich über ihren Bauch strich und lachte über die kleine Geste.
„Na dann auf, Ky.“, forderte Finley sie auf, „Aber du klärst ihn dann am Ende über die wahren Ereignisse auf. Oder wir müssen Winston dazu überreden. So unter Männern lässt sich das mit Töchtern wohl leichter klären.“ Hoffte sie. Winston war ja die Aktionen der beiden jungen Damen zur Genüge gewöhnt und demnach schon abgebrüht und trainiert mit so etwas umzugehen, aber irgendwie konnte sie sich nicht vorstellen, wie er mit Kylas Vater darüber redete. Sie sah eher vor sich, wie er ihm das neuste und frischeste Steak verkaufte, aber nicht, wie sie beide wieder eine Aktion Kylas und Finleys aufklärten.
Während sie noch über die Gedanken von Winston und Tiana nachdachte, ging Kyla um den Verkaufstresen herum und nahm sie in den Arm. Finley war froh über diese junge Frau an ihrer Seite. Froh, sie ihre Freundin, gar beste Freundin, nennen zu dürfen und zu können. Dass diese sie durchschaute und verstand, auch wenn sie nichts sagte.
„Will ich das denn wirklich?“, entgegnete Finley lachend, „Meinst du nicht, dass ich das nicht eh schon kann? Du hast meine doch auch gerade gelesen.“ Sie legte den Kopf leicht schief und musterte die Whitehorn. „Du denkst an Essen. An Lancashire. Daran, dass der Pappaufsteller dich nervt und du die Schokofroschkarten loswerden willst. Dass wir deinen Bruder verkuppeln wollen. Und daran, dass du mir immer beistehen willst.“ Das war alles nur geraten, doch Finley kannte ihre beste Freundin gut genug. Und an andere Gedanken wollte sie nicht denken, denn wer weiß, auf welche dunklen Wege sie dann geführt würde. Vielleicht steckte sie dann demnächst beim Kochen auch die Küche in Brand oder war bei der Arbeit im King‘s Calves so abwesend, dass sie die Waren ohne jede Bezahlung weggab. Das war eher Kylas Ding, nicht das ihrige.
„Ich weiß jetzt nicht, ob ich darüber froh sein soll, dass es schwerer ist, als man glaubt, an einen Drachen zu kommen… Oder eher besorgt, dass du es scheinbar mal nachgeschaut hast.“, merkte Finley an, „Was zur Hölle hattest du vor, Ky!?“ Aber dass ihre beste Freundin sie zu einem Seminar begleiten würde, gefiel ihr. „Ist aber nicht gesagt, dass er in meinen Seminaren in diesem Semester wieder da ist. Und vielleicht sieht er jetzt plötzlich ganz grausig aus? Oder hat eine Gorilladame oder eine Trolldame zur Freundin?“
„Auch wahr. Wenn man die magische Welt rettet, ist man auch berühmt.“ Da hatte Kyla weitergedacht als sie selbst. Es galt sie zu loben, weshalb Finley ihr in Gedanken den Kopf tätschelte wie bei einem Hund oder einer Katze. „Aber als Retter des Quidditch? Sicher?“ Gut, Devlins Besen hatten den Quidditch wirklich weitergebracht und zu etwas Anderem, Schnelleren gemacht, aber vorher war Quidditch ja nicht dem Tode geweiht gewesen. Er hatte in der britischen magischen Welt immer noch ein Alleinstellungsmerkmal.
„Tja, du kennst mich scheinbar doch nicht so gut, wie du dachtest.“, meinte Finley bezüglich ihres Scherzes mit den Mondkälbern an, „Und nein, er sieht hundertmal besser aus. Habe ich dir doch schon beschrieben!“

Sie überkam erneut Lob dafür, dass sie angeblich die Beste sei und Kyla ihren Bruder nicht mehr ansehen musste. Ihr halber Gesang war relativ schief, doch Finley hatte sich daran gewöhnt und musste darüber nur lachen. Wenn sie den Text gekannt hätte, wäre sie wahrscheinlich nach einer kurzen Weile mit eingestiegen in das kleine Liedchen, aber Kyla unterbrach sich recht schnell.
„Nur noch zehn Minuten?“ Erfreut sah Finley Kyla an. „Ist dein Kollege schon hinten im Mitarbeiterraum? Ich will hier nicht mehr rumhängen mit… mit dem.“ Sie deutete mit dem Finger auf den Pappaufsteller von Devlin. „Beförder deinen Kollegen hierher und dann los.“


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Kyla Whitehorn



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Kyla & Finley

Kyla bemerkte, wie ihre beste Freundin ihren Kommentar nur mit einem Lächeln bedachte, was wieder einmal darauf hindeutete, dass sie selbst etwas gesagt hatte, was jeden anderen wohl sehr verblüfft hätte, da es scheinbar aus dem Nichts zu kommen schien – aber nicht so für Finley. Dazu kannten sich die beiden eben zu gut und das, obwohl sie früher zwei unterschiedlichen Häusern angehört hatten. Ein Umstand, den wohl niemand vermutete, da die beiden sich so eng standen, auf der anderen Seite würde man Kyla wohl kaum für einen Ravenclaw halten und Kyla selbst konnte sich kein besseres Haus für Finley ausmalen als das des Adlers. Es hatte aber wohl unweigerlich trotzdem so kommen müssen, dass die beiden zueinander fanden. Schließlich waren sie oft zusammen gruppiert worden, wenn die beiden Häuser denn mal zusammen Unterricht hatten – wohl um Kylas Schaden in Grenzen zu halten, denn dazu war nur die Kincade im Stande. Schon bald waren diese zu Kylas Lieblingsstunden geworden und die Professoren hatten diese Entscheidung wahrscheinlich sehr bereut. Auch wenn Kyla nur noch selten Kessel explodieren ließ – ein eindeutiger Vorteil. „Fin, weißt du noch, als wir den Sud des Todes oder wie auch immer der hieß, brauen mussten und unser Kessel explodiert ist, weil ich mit dem Uhrzeigersinn statt dagegen gerührt hab? Warum schreibt man nicht auch einfach links oder rechts?“ Kyla bekam einen Lachanfall als sie an das dachte, was davor passiert war. „Oder wie wir verzweifelt versucht haben, diese Bohnen zu zerdrücken und die dur4ch den ganzen Raum geflogen sind?“ Kyla fiel natürlich nicht auf, dass sie damit wieder einmal scheinbar aus dem Nichts das Thema gewechselt hatte. Und für Finley nicht nur scheinbar, denn diese konnte Kylas Gedanken nun einmal nicht lesen – ein klarer Vorteil für sie.
„Ich glaube nicht, dass meine Klone das gleichzeitig hinbekommen würden!“, ging Kyla nun auf Finleys Kommentar bezüglich des Gleichzeitigen Abbrennens und Überflutens von Häusern, „Denn, wenn ich irgendetwas abbrenne, was oft passiert, daher spreche ich aus Erfahrung, würde ich, oder einer meiner Klone, jeden Zauber finden, außer dem Löschzauber. Wahrscheinlich würde ich dann 500 Quidditch-Roben herbeizaubern, statt einen Tropfen Wasser!“ Was zwar an sich eine schöne Vorstellung war, in diesem Fall aber überhaupt nicht nützlich. Vielleicht hätte sie das Lager einfach in Brand stecken sollen, statt es zu überfluten. Nicht, dass sie es mit Absicht überflutet hätte. Denn dann wäre sie eindeutig stolz auf sich gewesen. Diesen Zauber bekam sie sonst nie hin.
„30 Tausend?“, Kyla klappte der Mund auf und ihre Augen wurden groß. Das klang nach einer sehr großen Zahl. Gut, nicht so groß wie 5 Millionen, aber damit hatte sie wohl auch nicht wirklich gerechnet. 30 tausend klang trotzdem sehr groß. Wie das Stadion einer großen Mannschaft. Manchmal vergaß Kyla, dass Lancashire oft gegen die größten Mannschaften der Liga spielte und deshalb genug Platz für deren Fans bieten musste. Es war auch nicht schwer das zu vergessen, so wie ihre Lieblingsmannschaft manchmal spielte. Aber es war auch von Vorteil, da sie ihre festen Platzkarten hatte und so auch zu Topspielen den bestmöglichen Ausblick auf das Geschehen. Auch wenn sie es oft lieber nicht hätte. Aber das war eine andere Sache. Ihr fiel auf, dass sie dann ja auch 30 Tausend Klone brauchen würde, um das Stadium zu füllen. Eine schreckliche Vorstellung, die sie lieber wieder sofort von sich wegschob. Ein Grund mehr, lieber Puppen zu nehmen, statt echten Kylas.
Kyla musste sich auch sehr zusammenreißen, nicht auf Finleys Kommentar mit dem leeren Stadium zu reagieren. Sie war ihre beste Freundin und hatte leider auch nicht unbedingt unrecht. Trotzdem wollte sie darüber nicht nachdenken und jetzt tat sie genau das, was sie vorher zu vermeiden versucht hatte. Da wäre es wohl besser, wenn ein Stadion, das für 5 Millionen Zuschauer gedacht war, leer erschien, als eines für 30 Tausend. Auch wenn Kyla die Zahl immer noch unglaublich groß vorkam. War sie auch. Sie hatte das Stadion nur selten wirklich annähernd voll gesehen und dabei handelte es sich auch um Spiele gegen die bekanntesten vereine und natürlich gegen den Erzrivalen, die Mannschaft aus Cork. Auch wenn diese Rivalität eher einseitig war und Lancashire für Cork nur ein Witz. Aber Lancashire-Fans nahmen das sehr ernst und zu Kylas Entsetzen auch ihr Vater, aber damit war eigentlich zu rechnen gewesen. Trotzdem ließ sich ein finsterer Blick zu der Bemerkung kaum vermeiden, auch wenn sie wusste, wie Finley es gemeint hatte. Wirklich Böse nahm kyla ihr das sowieso nicht.
„Unheimlich? Du findest ein paar verzauberte Marionetten unheimlicher als dich und mich mal 30 Tausend?“, Kyla sah ihre beste Freundin entgeistert an. Auch wenn sie sich schon sehr lange kannten und sie oft wussten, was der andere meinte, war sie sich in dem Fall nicht so sicher. Schließlich hatte ihre beste Freundin kaum schockiert reagiert, als sie auf die Klone zu sprechen gekommen waren und jetzt hatte sie Angst? Bei leblosen Puppen, die niemandem ihr wertvolles Essen wegnahmen? Das war eine Horrorvorstellung, nicht die Marionetten. Sie konnte nur den Kopf schütteln, schließlich hatte Finley selbst Kyla auf diese Idee gebracht, wenn auch unwissentlich. Dass ie die andere damit sichtlich erschreckt haben musste bewies auch ihre nächste Frage, denn Kyla wollte doch keine Klone mehr erwecken und schon gar nicht zum Leben. Ihr essen gehörte ihr und ihr allein. Genauso wie Finley. Kyla teilte nicht gern. „Nin, nein, nein, ich will keine Klone mehr. Ich will lebensgroße Marionetten. Verzaubert. Und die setzen wir auf die leeren Plätze im Stadion. Das wird mein bis dato größtes Meisterwerk. Das sieht auch schöner aus für Zeitungsartikel, sonst ist der Hintergrund immer so trist.“ Kyla hatte eine Marktlücke gefunden, die es zu stopfen galt, da war sie sich sicher.
„Ich lese nicht nur keine Bücher der Muggel!“, wollte Kyla sich verteidigen, bis sie bemerkte, dass das für sie selbst nicht gerade vorteilhaft war. Egal. Wenn sie schon keine Bücher las, dann wollte sie auch nicht diskriminieren. Es war nicht ihre Schuld, dass sie alles, was sie wissen musste, entweder von ihren Eltern oder von Finley erfuhr. Wozu sollte sie also lesen, wenn sie in ihrer Freizeit so viel Besseres tun konnte. Zum Beispiel nicht lesen. Außerdem wurde sie schon müde, wenn sie auch nur in die Nähe einer Bibliothek kam, wie sollte sie sich da wachhalten? Nein, das war Zeitverschwendung.
Kurz darauf bestätigte Finley Kylas Vermutung bezüglich der Bedeutung des Wort Atlas und Kyla war wieder einmal verwirrt. Hatte nicht Finley selbst das Gegenteil behauptet? Also es gab für die Insel bestimmt einen Atlas. Jedenfalls als sie noch existiert hatte. „Hast du nicht gerade noch gesagt, das äre eine Muggelinsel oder sowas?“ Konnte man unter Wasser eigentlich Quidditch spielen? Unter einer Dunsthaube bestimmt, aber dann nur untereinander. Gab es genug Zauberer für eine Partie Quidditch? Würden dann immer die Gleichen gegeneinander antreten? Aber das würde bestimmt schnell langweilig werden. Wenigstens konnte der Schatz dann nicht weit wegfliegen. Ein Vorteil. Kyla wurde aus dieser Ausmalung zurückgeholt, als Finley wieder anfing, über Atlas zu reden. „An jeder Legende ist immer ein Stückchen Wahrheit, sagt mein Vater immer, auch wenn ich glaube, er sagt das nur, weil er gehört hat, dass Lancashire einmal eine große Quidditchmannschaft war und er dafür keinen Beweis findet.“ Kyla war sich auch sicher, dass es dafür keinen beweis gab, da es ziemlich unwahrscheinlich war, dass es wirklich einmal passiert war. Da erschien ihr die Existenz von einer Versunkenen Karte, auf der Menschen lebten, doch wahrscheinlicher. Dass jemand Besen und fliegende Teppiche für fortschrittlich halten konnte verstand Kyla immer noch nicht wirklich, aber hatte schon in der Schule gelernt, dass es Zauberer gab, für die all das neu war. Die wussten nichts von Quidditch! Die Armen! Das war das eigentliche Verbrechen. Allerdings befürwortete dies Kylas Theorie, weshalb sie trotzdem glücklich war. Es kam nicht oft vor, dass ihre Theorien für jemanden außer sie selbst Sinn ergaben.
„Ein Bett ist toll, natürlich. Aber Waffeln, Fin, Waffeln!“, dafür, dass Kyla gerade nicht einmal der Name dafür eingefallen war, war sie jetzt doch sehr angetan von dieser Speise. Aber in diesem Moment hatte sie sehr viel Hunger, von daher war essen bei ihr Priorität Nummer eins. „Außerdem stehst du bei mir vor Urlaub, das weißt du doch. Und wenn ich gerade nicht müde oder hungrig bin, könntest du sogar an Platz eins rutschen!“, sie grinste breit, um Finley wissen zu lassen, dass sie nur scherzte, auch wenn sie sich sicher war, dass diese das wusste. Um sicher zu gehen, zwinkerte sie ihr noch einmal verschwörerisch zu. „Ja, bei mir muss eigentlich alles vor Schaden bewahrt werden, das weißt du noch. Eigentlich bräuchte ich mein ganzes Babyfett zurück!“ Kyla lachte beim Gedanken daran, dass ein erwachsener Mensch so rumlief, wie ein gigantisches Baby.
Bei der Vorstellung, dass Finley Adoptivvater ein Gespräch mit ihrem Vater über die Machenschaften ihrer Töchter führte, musste Kyla lachen. Sie wusste nicht, wer von beiden das Gespräch mehr meiden wollen würde. „Ich kläre gar nichts auf, wenn mein Vater das wissen will, soll er nachfragen, meinetwegen auch bei Winston, der kann ihn dann aufklären. Oh Gott, das klingt so falsch.“ Sie musste sich wieder abbrechen, denn bei dem Bild in ihrem Kopf konnte sie einfach nicht ernst bleiben. Zum Glück waren ihre Väter schon einiges von ihnen gewöhnt und würden sie wohl wegen so etwas nicht aus dem Haus schmeißen. Hoffte Kyla zumindest.
Kyla war froh, als Finley wieder lachte, das war ja auch ihr Hauptziel gewesen. „Ich glaube, das willst du wirklich nicht, ich verwirre mich oft selbst und das will etwas heißen. Ich meine, ich bin zwar oft verwirrt, aber man sollte meinen, die eigenen Gedanken würden eine Ausnahme bilden.“ Sie musste lachen, als Finley alles aufzählte, an das Kyla so dachte. Ihr Grinsen wurde immer breiter, denn Unrecht hatte sie nicht wirklich. „Da hast du verdammt Recht, vergiss das nicht. Also das letzte, der Rest ist ja eher nebensächlich für dich. Oh und du hast die Drachen vergessen, aber an die denke ich nicht mehr, seitdem ich da ausgebremst wurde. Aber irgendwann werde ich einen Weg finden und dann wird deiner großen Romanze nichts mehr im Weg stehen Fin!“ Kyla verkniff sich nur schwer eine leicht hysterische Lache beim Gedanken daran. Sie würde die Romantik wieder nach Großbritannien holen, auch wenn sie dazu ein paar Felder abbrennen musste. Für ihre beste Freundin würde sie fast alles tun. Außer vielleicht einen von diesen plüschigen rosa Fluffbällen umbringen, aber sie konnte sich nicht vorstellen, warum Finley das je von ihr verlangen sollte.
„Was ich vorhatte? Wenn ich es dir sage, ist es keine Überraschung mehr!“, gut sie konnte sich nicht vorstellen, dass Finley besonders freudig reagieren würde, wenn sie plötzlich angekettet in einer Höhle erwachen würde, die von einem Drachen bewacht wurde, aber manchmal musste man eben Opfer bringen. Ein Grund mehr, es Finley nicht zu verraten, da sich Kyla sicher war, dass diese wieder versuchen würde, sie mit Logik und Verstand davon abzubringen und meistens hörte Kyla auf sie. Sie war sehr leicht beeinflussbar, vor allem von Finley. Aber in dem Fall brauchte sie keine Vernunft, sie brauchte Mut, Courage und Kampfeswillen. Und natürlich einen Prinzen, der Finley erretten würde, denn sie selbst würde das nicht können. Das Wort Trolldame holte sie sofort wieder in die Gegenwart zurück, sie würde den Plan wohl allein schmieden müssen, wenn Finley neben ihr stand und sie davon abzubringen versuchte. „Wenn der ne Trolldame anschleppt, hat er dich gar nicht verdient. Die sind ja eher auf meinem Intelligenzlevel, da scheint er darauf keinen Wert zu legen!“ Das war nicht einmal eine Untertreibung, schließlich hatte Kyla die berühmte Note ‚Troll‘ oft genug bekommen.
Kyla strahlte förmlich wie ein Weihnachtsstern, als Finley sie lobte. Es war tatsächlich ein gutes Gefühl, sie wünschte, sie könnte es öfter erleben. Aber dazu bräuchte sie mehr lichte Momente und das ging gegen ihren Charakter. „Manche Quidditch-Fans würden dir jetzt widersprechen. Du müsstest Mal sehen, wie manche ihn anhimmeln, die hier in den Laden kommen.“ Kyla rollte wieder mit den Augen, als sie and die ganzen Fans ihres Bruders dachte, allen voran die Oma.
„Warte, ich habe eine Idee!“, meinte Kyla und bückte sich unter den Tresen, um nach etwas zu suchen, von dem sie sich jedenfalls relativ sicher war, dass sie es hier verstaut hatte. Was bei ihr nicht bedeutete, dass es da war. Es war eher eine Vermutung. Aber in dem Fall behielt sie Recht. Triumphierend beförderte sie eine Feder zu Tage und hielt sie ihrer besten Freundin vor die Nase. „Weißt du noch, als ich mir so eine Feder kaufen wollte, die alles richtig schreibt und ich mich vergriffen habe, wodurch ich dieses Schmuckstück hier ergatterte.“ Sie ließ die Feder vor Finleys Augen hin und her pendeln. „Was ich schnell bemerkte, als ich im Unterricht saß und eine meine Kommilitonen hatte einen Pulli mit Einhörnern drauf an, den ich unbedingt haben wollte. Anstelle von Aufzeichnung über die vergangene Stunde endete ich stattdessen mit einem merkwürdig detaillierten Portrait von dem Pulli, das zwar sehr gut war, vor allem die Schattierungen, ich habe es immer noch in meinem Zimmer hängen, mir allerdings nicht wirklich weiterhalf, als es zu den Prüfungen kam. Naja, egal. Wir können diese Feder doch benutzen, du musst nur an ihn denken und schon habe ich ein Bild, das an Van Gracht herankommt, oder wie dieser Künstler der Muggel heißt, von dem du mir erzählt hast.“ Kyla war begeistert. Sie könnten das machen, während sie Waffeln aßen. 2 Klatscher auf einmal.
Sie sah Finley wehleidig an, als diese von den letzten 10 Minuten sprach. Diese schienen ihr nämlich plötzlich noch endlose als zuvor. „Wenn jemand gekommen ist, dann hat er, sie oder es sich im Lager versteckt noch. Ich weiß nicht einmal, wer nach mir Schicht hat. Aber ich kann ja Mal nachfragen!“ Kyla ging zur Tür des Lagers und rief hinein: „Hallo? Ist jemand hier?“ Das klang jetzt wirklich ominöser, als es gemeint gewesen war.


Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Kyla Whitehorn am 14.05.2019 15:02.

25.04.2019 16:34 offline E-Mail suchen homie
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Kyla & Finley

Kyla schien in Erinnerungen schwelgen zu wollen, denn sie erkundigte sich bei der Kincade, ob diese sich daran erinnern konnte, als sie den Sud des Todes (oder so) im Unterricht brauen mussten und der Kessel explodiert war – und wer war Schuld daran gewesen? Kyla, die in die falsche Richtung gerührt hatte. Finley schüttelte leicht den Kopf, als sie sich daran erinnerte, musste aber schmunzeln. Die meisten von Kylas (unvorhergesehenen) Unfällen hatte sie irgendwie in ihrem Gedächtnis behalten, also diesen natürlich auch. Vor allem, weil sie sonst im Unterricht eher als Rettungsanker für die ehemalige Hufflepuff gegolten hatte und dieses Missgeschick trotzdem nicht hatte verhindern können. Stress mit dem Lehrer, ein übel riechendes Gebräu auf der Schuluniform und den Schuhen und ein neuer Kessel. Ganz zu schweigen davon, dass dieser Zwischenfall nicht den Erwartungen ihrer Eltern, oder viel eher ihres Vaters, entsprochen hatte.
„Weil es Menschen wie dich gibt, die links und rechts verwechseln.“, neckte Finley die wenig Ältere, „Wie oft hast du deinen Zauberstab in deine linke Hand statt in deine Stabhand genommen, die deine rechte ist? Also die, mit der du auch schreibst?“ Viel zu oft, wie Finley sich zu erinnern glaubte.
Und dann sprach Kyla das mit den Bohnen an, die bei dem Versuch, sie zu zerdrücken, den Abflug durch den kompletten Klassenraum gemacht hatten. Allerdings war das nicht nur, wie meistens, auf Kylas Schuld zu schieben, sondern auch auf die eigene. Sie selbst war ebenso daran gescheitert wie ihre beste Freundin, aber es hatte Spaß gemacht und sie beide zum Lachen gebracht, als die Bohnen ihnen unter den entsprechenden Utensilien wegflitschten. Das war wie bei den Muggelspielen „Murmeln ticksen“ und „Flohhüpfen“ gewesen, nur eben mit Bohnen. Und Finley erinnerte sich noch sehr gut daran, denn eine der entsprechenden Bohnen war einem ihrer Mitschüler mit vollem Tempo gegen den Hinterkopf geknallt.
„Ja… “, kam es langgezogen von ihr, „Die Bohnen… “

Und ob Kylas Klone das sehr wohl gleichzeitig hinbekommen würden! Aber selbst wenn die darauf beharren würde, Kyla schien es einfach anders zu sehen und Menschen hatten nun einmal verschiedene Ansichten und Meinungen. Reichte doch, wenn Finley die Whitehorn in anderen Sachen lenkte und beeinflusste und damit kleinere Unfälle und Katastrophen vermied. Sie musste sie nicht auch noch bevormunden, denn damit wäre sie keinen Deut besser als ihr eigener leiblicher Vater.
„Aber bei zu vielen Klonen geht Großbritannien unter.“, erinnerte Finley sie dennoch, „Stell dir vor, deine Klone stecken – ungewollt – etwas in Brand und es kommen immer mehr Klone und die Insel versinkt langsam im Meer. Da hast du dann deine Überflutung.“ Aber Kyla hatte Recht: In einem Notfall würde sie nicht den Löschzauber, sondern wohl eher den Feuerzauber finden und es noch schlimmer machen. Es war einfach eines ihrer Talente, so fragwürdig das auch war. Wobei die Idee mit 500 Quidditch-Roben auch nicht schlecht war. „Mit den Roben könntet ihr das Feuer ersticken. Wenn sie allerdings Roben von Lancashire sind, weigert ihr euch alle bloß, weil man so etwas doch in deinen Augen nicht verbrennen darf.“ Selbst im Notfall wahrscheinlich nicht, es ging immerhin um die Ehre des Vereins! Und da würde Finley Kyla nicht reinreden.

„Ja, spontan vermutet.“, erklärte sie, während Kyla große Augen machte und ihr Mund wortwörtlich aufklappte. Finley konnte sich vorstellen, dass Kyla gerade versuchte die Zahl zu verstehen oder zu begreifen – kleiner als irgendetwas, was sie vermutet hatte, aber immer noch verdammt groß. Sie selbst würde wohl mal nachschlagen oder nachfragen müssen, wie viele nun wirklich in das Stadion passten, allerdings würde es auch keine fünf Minuten mehr dauern und Kyla würde dieses Thema und vor allem die Zahl wieder vergessen haben und damit wäre es nicht mehr so wichtig.
Was aber, wenn Kyla sie eines Tages noch einmal nach genau der Zahl fragte? Dann wäre es doch besser, sie hätte es nachgeschlagen…
Allerdings sah Kyla sie finster an, kaum hatte sie das mit dem leer erwähnt. Es war nun einmal Fakt, dass nicht allzu viele Leute die Spiele von Lancashire sahen und Fans der Gegner sahen die Spiele gegen diese Mannschaft auch nicht in großen Zahlen. Die Spiele gegen Lancashire galten oftmals als die langweiligsten der ganzen Saison – jüngere Spieler und Ersatzspieler durften antreten, die wichtigsten Spieler genossen eine Auszeit und dennoch sah man es als einen leichten Sieg an. Natürlich gab es Hardcore-Fans, die dennoch zu den Spielen ins Stadion kamen und dann gab es noch Cork. Cork, den großen Rivalen Lancashires und der einzig wirkliche Grund, warum das Stadion mal gefühlt brechend voll wurde. Nicht, weil es ein spannendes Spiel werden würde, sondern weil man Lancashire zeigen wollte, wie viel besser man war. Weil man die Rivalität ausleben wollte.

„Ja, finde ich.“, bestätigte Finley und erschauderte sichtlich, „Wir beide wären jeweils fünfzehntausend-und-ein-Mal auf der Welt, damit es dreißigtausend würden und halt wir beiden als Originale. Ich kann eher damit umgehen als mit den Puppen, deren leblose Augen einem folgen, obwohl sie nur aus Porzellan sind. Sie sind… creepy.“ Sie schlang die Arme um sich und sah nicht wirklich glücklich aus bei dem Gedanken daran. „Alles, nur keine Puppen, Ky.“
Aber Kyla beantwortete ihre vorherige Frage direkt mit etwas, was Finley erleichterte: Sie wollte doch gar keine Klone mehr von sich erschaffen. Allerdings beharrte sie weiter auf den Marionetten, was Finley wieder an den vorherigen Punkt zurückbrachte. Alles, nur das nicht. Bitte. Ihr sogenanntes größtes Meisterwerk… Ja, da konnte Finley zwar durchaus zustimmen, aber sie empfand es dann doch nicht als so toll.
„Ja, für die Bilder sieht es wirklich schöner aus.“, konnte sie allerdings ebenfalls zustimmen, denn da sprach wahrscheinlich aus beiden die angehende Journalistin, auch wenn Finleys Fokus sich durch ihr Hauptfach auf etwas Anderes bezog und das hier eher Kylas Fachgebiet war.

Natürlich las Kyla keine Bücher der Muggel, denn sie las absolut kein Buch. Gleiches Recht für alle zu lesenden Werke: Sie wurden einfach nicht gelesen. Und irgendwie beschlich Finley das Gefühl, dass sie daran nicht ganz unschuldig war, immerhin beantwortete sie sämtliche Fragen ihrer besten Freundin, schlug Sachen für diese nach und stellte ein wandelndes Lexikon für diese vor. Zumindest wirkte es auf sie so manches Mal so. Oder aber eine ziemlich junge Professorin.
„Entschuldige, dass ich das vergaß.“, murmelte Finley und nahm sich vor, Kyla weniger Informationen zu geben und weniger Fragen zu beantworten. Allerdings würde sie das nicht lange durchhalten, denn so war sie nun einmal und so lief das zwischen der ehemaligen Hufflepuff und ihr, einer ehemaligen Ravenclaw, einfach immer ab. Eine Art Symbiose aus Frage und Antwort.
Und schon ignorierte sie keine zwei Minuten später ihr Vorhaben: „Nun ja, eine Muggelinsel im weitesten Sinne. Wir wissen doch nicht, ob das Zauberer oder Muggel auf Atlantis sind. Oder in Atlantis.“Da hatte sie den Salat; sie hatte eine Frage ihrer besten Freundin beantwortet, statt dass diese selbst hatte nachschlagen und nach der Antwort suchen müssen. Es war eine echt schlechte Angewohnheit von ihr, stellte die Kincade fest.
„Da hat dein Vater aber Recht.“, meinte sie nachdenklich, als Kyla ihr erklärte, ihr Vater habe behauptet, dass an jeder Legende immer ein Stückchen Wahrheit sei, „Auch wenn das mit Lancashire, tut mir Leid, eher wie einer erfundene Legende ohne jeglichen Wahrheitsgehalt klingt. Oder sie ist so alt, dass es noch vor Gründung der Quidditchliga damals bei Queerditch Marsh stattfand.“ Weshalb es nun einmal keine Beweise gab. Und Finley konnte sich nicht vorstellen, dass Lancashire irgendwann einmal eine ach so große Quidditchmannschaft gewesen war.

„Ja, ja. Waffeln.“ Finley seufzte. Kyla und ihre große Liebe, das Essen. „Und wirklich? Welch Lob!“
Und das war es wirklich, weshalb Finley glücklich lächelte. Sie war Kyla also wichtiger als Urlaub. Und ohne Hunger oder Müdigkeit war sie manchmal sogar Platz eins. Manchmal liebte Finley Kyla praktisch fast schon und hätte sie vor Glück abknutschen können. Aber letzten Endes war ein gemeinsames Leben mit der Whitehorn viel zu anstrengend, weshalb Finley sich bislang eher an Kerle gehalten hatte. Weniger anstrengend, auch wenn eine einfache Erkältung einem drohenden Tod durch Drachenpocken gleichkam. Oder ein einfacher Schnitt an einem Blatt Papier einer Amputation durch eine sehr grobzahnige Säge. Oder durch eine sehr, sehr stumpfe Axt. Männer waren Mimosen, aber durchaus gut aussehende Mimosen und das verzieh Finley ihnen einfach. Wenn denn der Rest stimmte und sie nicht wie ihr leiblicher Vater drauf waren.
Kyla lachte bei der Vorstellung eines Gesprächs zwischen Mr. Whitehorn und Winston. Und die Worte, die Kyla dabei wählte, klangen genauso falsch, wie diese kurz darauf auch feststellte. Die beiden Männer, die einander aufklärten. Nein, danke. Dieses Bild würde sie nun auf ewig verfolgen.
„Meiner großen Romanze.“ Finley bekam fast schon Angst davor, was Kyla plante. „Ich habe weder einen Freund, noch sonst etwas in die Richtung.“, merkte sie an, „Lass es einfach irgendwann so geschehen und konzentrier dich auf dein eigenes Liebesleben, Ky.“ Sie stieß die andere spielerisch an. „Wir sollten dir einen heißen Quidditchspieler besorgen, der dann wegen dir ohne Aufpreis nach Lancashire wechselt und sie aus dem Sumpf hochzieht.“ Und dann musste sie lachen. „Danke, aber wenn er eine Trolldame anschleppt, liegt die sogar unter deinem Intelligenzlevel. Du bist besser als ein Troll, vergiss das niemals, Ky.“

„Ich will gar nicht sehen, wie die ihn anhimmeln.“, murmelte Finley ausweichend – ihr hatte die Geschichte von der älteren Dame gereicht, die scheinbar diesen Pappaufsteller anbetete. Es reichte einfach ein solches Beispiel, da brauchte es nicht noch mehr.
Abwartend beobachtete sie, wie Kyla irgendetwas unter dem Tresen zu suchen schien, dann hielt sie ihr eine Feder vor die Nase. Ganz langsam nickte Finley, als Kyla sich erkundigte, ob sie sich daran erinnerte, dass sie solch eine Feder einst hatte kaufen wollen und diese Feder – ach so! - ergattert hatte. Mit Blicken verfolgte Finley das Pendeln der Feder und fragte sich insgeheim, wie lange es wohl dauern würde, bis sie davon hypnotisiert wäre. Oder einschlief, denn irgendwie hatte das etwas Einschläferndes.
„Ja, aber… “, lenkte die Kincade ein, „Kyla, er wirkt in natura viel besser, mit Sicherheit.“ Und ja, auch wenn die Feder echt genial zeichnen konnte, Finley bezweifelte, dass das bei ihr auch so gut funktionierte. Sie besaß eine Menge Konzentration, aber nicht so viel Vorstellungskraft und Kreativität wie ihre beste Freundin. Sich die ganze Zeit auf das Gesicht von einem einzelnen Kerl zu konzentrieren, würde schwer werden, vor allem bei seinem äußeren Erscheinungsbild…
„Und der Maler heißt van Gogh, Ky.“
Schon wieder. Sie hatte sie schon wieder korrigiert und an ihrem Wissen teilhaben lassen. Sie war wirklich unverbesserlich!

Kyla rief in das Lager hinein, ob jemand anwesend sei, doch alles was zurückkam war… Nun ja… Stille. Sie waren allein. Allein in einem Geschäft, während draußen der Regen versuchte, Großbritannien zu ertränken. Von oben. Und allein mit gefühlt hunderten dieser Schokofroschkarten von Devlin. Und diesem verdammten Pappaufsteller von eben diesem.
Finley seufzte.
„Wird schon wer auftauchen.“, meinte sie schließlich, „Lass gut sein. Wir können ja deine Sachen zusammensuchen und packen, bis deine Ablösung hier im Laden erscheint.“


12.05.2019 15:55 offline suchen homie
Kyla Whitehorn



Alter:
20 Jahre
Wohnort:
Lancaster, Lancashire, GB
Beruf:
Qualität für Quidditch
Semester:
5. Semester
Studienfach:
Journalismus & Magische Sportwissenschaft
Blutstatus:
Reinblut
Gesinnung:
neutral
Spieler:
Yuri

Charakter
Beziehungen


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Kyla & Finley

Finleys Einwand ließ Kyla kurz pausieren. Jetzt, wo sie darüber nachdachte, war es auch nicht viel einfacher, rechts und links auseinander zu halten. Den einzigen Merkspruch, wenn man ihn so nennen wollte, war: ‚Rechts ist da, wo der Daumen links ist‘, was nicht besonders hilfreich war, wenn keine Ahnung hatte, ob sich der Daumen nun auf der linken oder rechten Seite der Hand befand. Oder wollte man sich damit nicht eher die Position des Daumens in Relation zum restlichen Körper vorstellen? Vielleicht war das nur eine Hilfe für Künstler, die sich beim Zeichnen nicht sicher waren, wie die Hand darzustellen sei. Deswegen beschränkte Kyla sich auch auf Strichmännchen. Natürlich nicht nur deshalb, den Hauptgrund stellte wohl die Abwesenheit jeglicher künstlerischen Fähigkeiten dar, aber es spielte mit hinein. Auch wenn sie oft gar nicht erst bis zu diesem Punkt gekommen war, als sie es versucht hatte. Diese Versuche waren auch sehr schnell zurückgegangen. Kyla fiel es nämlich meistens schwer, sich lange auf Thema zu konzentrieren, jedenfalls dann, wenn sie darin nicht besonders gut war, weshalb ihr auch die Motivation fehlte, um besser zu werden. Ein schweres Los. Wenn auch nicht so schwer, wie das, in Lancashire geboren worden und damit ein eingeborener Fan zu sein.
Wie waren ihre Gedanken nun schon wieder hier gelandet? Also das wie war nicht wirklich die Frage, sie landeten meistens dort, wenn auch auf allen möglichen Wegen, und Kyla war davon nach 20 Jahren, die sie nun schon mit sich zusammenlebte, nicht wirklich überrascht. Was von viel größerem Interesse schien, war wohl der Ausgangspunkt ihrer Gedankenpilgerung, denn sie wollte ihrer besten Freundin nicht zu viele scheinbar zusammenhangslose Gedankenfetzen um die Ohren hauen. Sie sah ihre Hände an und fiel es ihr wie Schuppen aus den Haaren: Ach ja: links, rechts. Sie nickte noch ein wenig in Gedanken versunken. „Stimmt, du hast recht. Rechts und links, wer soll sich das merken? Können die sich dafür nicht einen Merkspruch ausdenken? Obwohl ich den wahrscheinlich auch vergessen würde…“ Also war es wahrscheinlich sowieso ein sinnloses Unterfangen. Dafür hatte sie wenigstens ihre beste Freundin, die so wie sie Rechtshänderin war, weshalb es oft schnell auffiel, wenn sie den Zauberstab in verschiedenen Händen hatten. Auch wenn Kyla selbst mehrmals verwirrt wurde, als sie und Finley sich gegenüberstanden, was dazu geführt hatte, dass sie den Zauberstab in die falsche Hand gewechselt hatte. Das Spiegelprinzip. Es war aber auch ärgerlich, dass man die Realität nicht als Spiegel nutzen konnte, was das ganze Leben vereinfachen würde.
„Ich weiß nicht einmal, warum ich eine Stabhand habe. Ich sehe keinen Unterschied, ob ich nun meine linke oder rechte Hand nehme.“ Das Ergebnis war oft genug ein Desaster. Da ließ sich keine Hand von der anderen unterkriegen. Auch wenn die Vorstellung, wie ihre beiden Hände um Dominanz rangen, was die schlimmsten Unfälle anging, Kyla zum Lachen brachte. Das würde zumindest so einiges erklären. Sei selbst verstand nämlich nicht, warum ihr Zauber, die sie im Normalfall nicht beherrschte, immer in den ungünstigsten Momenten einfielen. Das hatte bestimmt irgendwelche psychologischen oder philosophischen - oder wie man das nannte – Gründe. „Und du weißt wahrscheinlich besser als ich, wie oft das passiert ist, ich erinnere mich nicht einmal daran, was ich gestern gegessen habe.“
Die Klon-Diskussion überstieg langsam, aber sicher Kylas geistige Fähigkeiten. Diese Szenarien, die Finley ihr beschrieb, schienen von so großem ausmaß zu sein und so eine utopische Katastrophe auszulösen, dass sogar Kylas Vorstellungsvermögen auf eine harte Probe gestellt wurde. Und das war eine durchaus nicht zu unterschätzende Aufgabe. Vielleicht war sie aber zu diesem Zeitpunkt auch einfach wieder viel zu sehr in Gedanken versunken gewesen, dass sie Finleys nun zur Abwechslung nicht folgen konnte. Auf jeden Fall schien in jedem Szenario Finleys darauf hinauszulaufen, dass jegliche Klone Kylas dafür sorgen würden, dass Großbritannien gleichzeitig abbrennen und untergehen würde. Was an sich nach etwas Besonderem klang, in diesem Fall aber nicht nach etwas, was sie sich wünschte. Natürlich wäre die Insel danach wohl bekannt, eben wie eine Legende, allerdings zu welchem Preis? Kein Preis, den Kyla vermutlich bereit war, zu zahlen. Zumindest nicht, solange unklar war, ob man unter Wasser Quidditch spielen konnte.
„Roben aus Lancashire zu verbrennen ist ein Sakrileg und sollte unter Todesstrafe stehen!“, auch wenn sie sonst kein großer Verfechter der Todesstrafe war. Wer waren sie schon, um Richter über das Leben einer anderen Person zu spielen? Ob diese es nun verdient hatte oder nicht. Aber das Verbrennen der Lancashire-Quidditchroben ging nun wirklich einen Schritt zu weit. „Meine Klone würden die eher anziehen, um in ihnen zu sterben!“ Sie war sich ziemlich sicher, dass sie selbst es tun würde, warum also nicht auch ihre Klone? Zumindest dann, wenn sie authentisch waren.
Finley bestätigte ihr kurz darauf, dass sie sich beim ersten Mal nicht verhört hatte und tatsächlich um die 30 Tausend Menschen in das Stadium passten und Kyla staunte noch mehr. Denn wenn Finley das schätzt, konnte es nicht weit entfernt davon sein, zumindest nicht in Kylas Augen. Und wenn die Zahl kleiner wäre, würde sie es gar nicht wissen wollen. Allerdings vermutete Kyla stark, dass sie diese Zahl in ein paar Stunden schon wieder vergessen haben würde, aber sie könnte zur Not ihre beste Freundin noch einmal danach fragen, also war das nicht besonders schlimm. Jetzt war ihr auch bewusst, warum ihr das Stadium immer so groß vorgekommen war: Es war einfach riesig. Obwohl sie das Stadium noch nie voll gesehen hatte, dafür musste es wohl Richtlinien in der League geben. Kyla war sich ziemlich sicher, dass die Lancashire-Fans aber auch einfach aus Stolz ein so großes Stadium haben wollten, ohne große Chancen, dieses jemals füllen zu können. Wahrscheinlich war die Hoffnung, dass sie nach einem Sieg Lancashires des Pokals die Sitze füllen würden, allerdings war Kyla wirklich nicht klar, woher sie diese Hoffnung nahmen. Kyla war zwar nie besonders gut im Rechnen gewesen, aber selbst ihr war bewusst, wie klein die Chancen waren, dass Lancashire auch nur in die erste Hälfte kam. Höchstens am Anfang der Saison, wenn kein Team Punkte hatte und sie dem Alphabet nach Aufgelistet wurden.
Auf Finleys Aussage bezüglich der Marionetten hin sah Kyla ihre beste Freundin ungläubig und ein wenig entgeistert an. Sonst war Finley doch eher die Rationale von ihnen beiden und sie selbst die, die manchmal sogar unangemessen emotional reagierte. Es kam ihr seltsam vor, dass es dieses Mal getauscht war, irgendetwas konnte da nicht stimmen. Kylas 6. Sinn, auch der Finley-Sinn genannt, sprang an. Sie hatte nicht einmal gewusst, dass ihre beste Freundin ein Problem mit Marionetten hatte und nahm sich fest vor, sich wenigstens das zu merken. „Aber Fin, warum sollten uns denn ihre Augen folgen, wenn sie uns nicht sehen? Auch egal, wenn du sagst, keine Puppen, dann keine Puppen.“ Kyla hatte eine Lektion im Leben gelernt: Wenn Finley sagte, dass etwas keine ‚Gute Idee‘ ™ sei, dann stimmte das. Dann müssten sie wohl doch andere Methoden wählen, um das Stadium zu füllen, denn zumindest da stimmte Finley ihr zu. Da sprach wohl die Journalistin aus ihnen beiden. Dabei waren die Karten schon günstiger als in den meisten Stadien, was zumindest ein paar Fans anlockte, die ihre Lieblingsmannschaft zu bezahlbaren Preisen sehen wollten. Das war ein Vorteil von Lancashires ‚Pechsträhne‘, wie ihr Vater es nannte. Allerdings hätte Kyla lieber mehr Geld ausgegeben, um ihre Mannschaft gewinnen zu sehen, als jedes Mal aufs Neue enttäuscht zu werden. Eigentlich waren ihre Erwartungen ja so weit unten, dass man vermuten würde, dass das nicht möglich sei, aber trotzdem geschah es. Anscheinend war irgendwo in ihrem Herzen noch ein kleines Fünkchen Hoffnung, das bei jedem Spiel aufs Neue den Busch der Hoffnungen entfachte.
Kyla lächelte und nickte bestätigend, als Finley sich entschuldigte, bezüglich ihrer Leseerfahrungen und Kyla war schon fast stolz auf sich. Wenigstens eine Sache, die sich beständig durch ihr Leben zog und wahrscheinlich nicht so bald ändern würde. Alles andere war doch so flüchtig wie ein Spieler aus Cork nach einem Spiel in Lancashire. Und wieder war sie gedanklich bei ihrem Lieblingssport gelandet, weshalb sie zwei Sekunden – gefühlt, keine Gewähr auf die tatsächlich vergangene Zeit – später fast schon aus ihren Gedanken aufschreckte, als Finley begann, über eine Insel der Muggel zu reden. Kyla hatte ehrlich gesagt schon wieder vergessen, wie sie überhaupt darauf zu sprechen gekommen waren. Das einzige, bei dem sie sich 100 prozentig sicher war, war die Tatsache, dass es von Finley ausgegangen war, da sie selbst keine Ahnung hatte, worum es überhaupt noch ging. „Ich denke trotzdem, dass das hauptsächlich Zauberer waren. Oder andere magische Wesen, zumindest, falls es für eine Muggelinsel ungewöhnlich ist, im Meer zu versinken.“ Kyla kannte sich nun wirklich nicht mit der Technologie der Muggel aus, vielleicht war das mittlerweile gang und gäbe. Allerdings fragte sie sich dann, was daran so erstaunlich sein sollte.
„Ich bezweifle wirklich, dass Lancashire jemals gut war. Das liegt einfach im Blut. Selbst wenn die gesamte Nationalmannschaft da spielen würde, würden sie vermutlich verlieren, einfach nur aus Prinzip!“, vielleicht lag ja ein Fluch auf der Mannschaft? Ein interessanter Ansatz, auf den sie ihre beste Freundin einmal ansprechen sollte. Auch wenn sie es vermutlich eh gleich wieder vergessen hatte. „Vielleicht stammte irgendein Schwerverbrecher aus Lancashire und dessen Bestrafung war dieses Team.“ Auch wenn Kyla wirklich nicht wusste, was sie verbrochen hatte, um damit gestraft worden zu sein. Vielleicht war sie ja der Verbrecher gewesen, in einem früheren Leben.
Kyla war stolz auf sich, als sie sah, wie Finley auf ihre Bemerkung hin breit grinste, auch wenn sie es selbst halb im Spaß gesagt hatte. Wenn es wirklich darum ging, zwischen all dem zu wählen, würde sie natürlich ihre beste Freundin wählen, aber es tat trotzdem gut, ein aufrichtiges Lächeln bei ihr zu sehen. Kyla mochte zwar nicht besonders gut sein, was akademische Begabungen anging, aber wenigstens auf diesem Gebiet war sie bewandert. Soweit man eben bei Gefühlen bewandert sein konnte. So viel wandern wollte sie eigentlich auch nicht.
Kylas Augen begannen zu leuchten, als Finley sie auf ‚die große Romanze‘ ansprach und sie sah förmlich schon die Szenen vor sich ablaufen. „Ja, Fin, das ist es doch gerade!“, sie lehnte sich mit einem verschwörerischen Grinsen zu ihrer Freundin vor, „Durch die große Romanze kriegst du deinen magischen Ritter! Und ihr lebt glücklich bis an euer Lebensende oder Kyla muss sich von Winston das Schlachtmesser holen.“ Kyla war nur halb am Scherzen hier, aber das musste ja niemand wissen. „Du wirst schon noch sehen, was ich meine!“ Zumindest, falls Kyla an den Drachen herankam. Wenn nicht, musste sie auf andere Sachen ausweichen. Konnten Riesen Feuer speien? Wahrscheinlich nicht, aber das gab viel besseres Licht. Mist, einmal konnte sie Finley nicht um Rat fragen. Auf Finleys Vorschlag bezüglich eines Quidditchspielers winkte sie ab. „Das wird nicht gut gehen. Entweder, er wird durch Lancashire selbst in den Sumpf gezogen, denn mittlerweile glaube ich, dass Lancashire der Sumpf ist, oder aber er unterliegt wegen mir einen Unfall, weshalb er nicht spielen kann. Wahrscheinlich kommt das beides zusammen. Es gibt einen Grund, weshalb ich nicht zu den Quidditchspielern vorgelassen werde!“ Eine völlig unsinnige Sicherheitsmaßnahme, zumindest in Kylas Augen. „Das schienen die Lehrer damals anders zu sehen, aber danke Fin!“, strahlte sie ihre beste Freundin an, um zu zeigen, dass sie das nicht ganz ernst meinte. Sie freute sich, dass Finley sie aufmuntern wollte, aber ihre Intelligenz war schon lange kein wunder Punkt mehr.
„Glaub mir, ich hätte auch darauf verzichten können, das zu sehen!“, sagte sie und sofort kamen ihr wieder die Bilder in den Kopf. Dass ihr Bruder eine Berühmtheit war, war ja schon schlimm genug. Aber dann musste sie auch noch mitansehen, wie sich ein paar vorpubertäre Mädchen praktisch um ihn stritten. Das hatte ihr Bruder selbst in ihren Augen nicht verdient. Dann doch lieber die Oma, auch wenn die etwas unheimlich wurde.
Kyla beobachtete, wie Finley die Feder in ihrer Hand fast schon automatisch mit ihrem Blick zu verfolgen begann und auch sie kam nicht ganz umhin, das gleiche zu tun. Konnte man sich selbst hypnotisieren, das war doch die Frage? Es wäre zumindest manchmal eine ganz nützliche Begabung, zumindest könnte sie dann vielleicht ein paar der Bilder aus ihrem Kopf entfernen. Kyla hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, wie Hypnose funktionierte. „Ja ja ja, viel besser ich weiß, ich will mir ja nur ein Bild verschaffen, Fin. Damit ich ihn vielleicht auch in Natura erkenne.“ Unwahrscheinlich, da Kyla kein besonders gutes Gesichtergedächtnis hatte, aber sie würde ja mit dem Bild herumlaufen können. Vielleicht wäre sie dann die gruselige Oma, die jeden männlichen Mitstudenten damit verglich. Wie merkwürdig, wenn jemand sehen würde, wie sie mit seinem Portrait herumlief. Aber dann wüsste er zumindest schon einmal, auf was er sich einlassen würde, also eine nette kleine Vorwarnung. Kyla war alles nur nicht voraussehbar, also war das eine kleine Stichprobe seiner Zukunft. Ohja, der Plan kam immer mehr zusammen. Ob sie nun sein Leben bereichern würde oder nicht, das hing ganz von ihm ab. Aber erst einmal Feldforschung betreiben. Sie drückte Finley die Feder aufmunternd in die Hand und bemühte sich um den besten Welpenblick.
Als aus dem Lager nichts zurückkam, fiel Kyla ein wenig in sich zusammen. Also kam nach ihr wahrscheinlich auch ein Student, da wer auch immer es war, 10 Minuten vor Dienstbeginn noch nicht da war – oder aber er, sie, es hatte keine Lust, ihr zu antworten, wofür sie auch Verständnis hätte. Vielleicht hatte der regen sie auch schon von der Insel geschwemmt. Man konnte ja nie wissen. „Meine Sachen? Ich hab nichts hier, nur meinen Zauberstab und meinen Geldbeutel und das ist beides hier!“ Sie hatte schnell gelernt, dass sie alles andere nur irgendwo vergessen würde.


14.05.2019 17:33 offline E-Mail suchen homie
Finley Kincade
Jägerin MSV


Alter:
20 Jahre
Wohnort:
Petersham, London (GB)
Semester:
5. Semester
Studienfach:
Magisches Recht & Journalismus
Blutstatus:
Halbblut
Gesinnung:
neutral
Spieler:
Yuki

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Kyla & Finley

Kyla schwieg lange und wirkte dabei zugleich verwirrt. Finley lag schon die Frage auf der Zunge, was ihrer besten Freundin durch den Kopf ging, aber sie besann sich eines Besseren. Sie hing an ihrem Leben und an ihren, meistens, klaren Gedanken, die durch die Gedankengänge ihrer besten Freundin nur wirrer werden würden. Manch einer würde Kyla als ein verkapptes Genie ohne Genie bezeichnen, eine Wassermelone ohne Wasser… oder einfach als von ADHS befallen. So wie Kyla in ihren Gedanken von einem Thema zum nächsten sprang, dabei den Faden verlor und es keinen Zusammenhang gab…
Finley sah sich in ihren Gedanken bestätigt, als sie Kylas Blick auf ihre eigenen Hände sah und meinte, dass sich keiner links und rechts merken könne. Und anschließend fragte, ob man sich nicht einen Merkspruch dafür ausdenken könne – den sie wahrscheinlich auch vergessen würde.
„Rechts ist da, wo der Daumen links ist.“, gab Finley einen solchen Merkspruch wieder, „Aber es gibt eine einfachere Lösung für dein Problem, Ky.“ Finley griff einfach nach Kylas linker Hand zog diese zu sich, so dass die Fingerspitzen ihrer besten Freundin zur Decke zeigten und drückte dann mit den Fingern ihrer freien Hand den Daumen etwas runter, so dass die Hand und der Daumen eine L-Form (aus Kylas Sicht) ergaben. „Siehst du das, was deine Finger da für eine Form machen?“, erkundigte sie sich mit ruhiger Stimme bei der wenig Älteren und fuhr mit den Fingern an der Seite von Kylas Zeigefinger und dem Daumen entlang, „Das Alphabet hast du bisher doch nur beim Aufzählen vergessen oder Buchstaben verwechselt, aber ein L wirst du ja wohl noch erkennen.“ Finley zog ihre beste Freundin ein wenig scherzend auf mit ihren Worten, aber sie meinte es gut. „L für links und was meinst du, welche Hand das ist, mh?“
So hatte sie es sich als kleines Kind am ehesten merken können, denn auch wenn Finley sich vieles merken konnte, so war dieser Merkspruch mit Hilfe ihrer Finger doch am ehesten der gewesen, der bei ihr hängen geblieben war. Zumindest ab dem Zeitpunkt, ab dem sie Buchstaben erkennen konnte. Von dem Moment an, in dem sie zu schreiben begonnen hatte, hatte ihr als Erinnerungshilfe gereicht, dass sie ihre Stifte und Scheren mit rechts hielt. Doch Kyla vergaß das immerhin auch gerne mal.
„Du hast eine Stabhand, weil diese deine dominante Hand ist.“, erklärte Finley der Whitehorn und schalt sich innerlich dafür, dass sie ihr wieder etwas erklärte, „Sie erscheint einem beweglicher und es erscheint einem natürlicher, diese zu nutzen und den Zauberstab in ihr zu halten. Es gibt ein paar Theorien, dass die Magie in der Stabhand auch stärker und mächtiger sein kann als in der anderen, aber das halte ich für Humbug. Das mit der Stabhand ist eher so wie mit deiner Stifthand – Normalerweise bist du besser damit.“ Aber diese Regel traf nicht auf eine Kyla Whitehorn zu. Aber auf sie trafen nur die wenigsten Regeln zu, alle anderen wurden unbewusst von ihr direkt gebrochen. Selbst die Naturgesetze und Regeln der Physik und so, obwohl Kyla sie mit Sicherheit nicht einmal kannte(!), setzte sie einfach so durch ihre Existenz außer Gefecht. Darum wurde es auch sehr selten langweilig mit ihr.

Die Kincade musste lachen, als Kyla (natürlich) darauf einging, dass es eine Art Sakrileg war und unter Todesstrafe stehen müsste, wenn man Roben aus Lancashire verbrennen würde. Gleichzeitig rollte sie mit den Augen bezüglich der Worte ihrer besten Freundin, denn es war ihr klar gewesen, dass sie auf so etwas eingehen und es eben genauso kommentieren würde. Das war einfach so, wie Finley Kyla kannte.
„Wohl wahr, wohl wahr.“, musste Finley der Anderen zustimmen, als diese meinte, dass ihre vielen Klone die Roben eher anziehen würden, statt damit das Feuer zu löschen. Und darin sterben würden. Finley konnte sich sogar vorstellen, wie Kyla ihre Eltern anwies, sie in einer solchen Robe zu Grabe zu tragen, sollte sie vor ihnen sterben. Oder wie sie es ihr irgendwie auftrug, denn neben ihrem Bruder Devlin war Finley schließlich (scheinbar) die jenige, die ihr am nächsten stand. Und Finley konnte sich nicht vorstellen, dass Kylas andere Verwandte sich auf solch einen Wunsch einlassen würden. Maximal Kylas Vater und Bruder und das auch nur, weil auch sie solche Fans waren. Vor allem Mr Whitehorn…

Kylas ungläubiger Blick auf ihre Worte blieb Finley nicht verborgen, die Marionetten nun einmal nicht leiden konnte. Schlimmer noch war es doch, dass die Muggel plötzlich Gefallen an Horrorfilmen und -büchern über leblose Gruselpuppen gefunden zu haben schienen. Finley konnte diese Faszination nicht nachvollziehen und ganz ehrlich? Sie wollte es auch gar nicht. Jeder hatte eine Grenze und ihre war mit dieser Sache mehr als erreicht.
„Wer sagt, dass sie es nicht können?“, kam ein wenig kleinlaut die Gegenfrage Finleys auf Kylas Frage, warum ihre Augen ihnen folgen sollten, wenn sie sie nicht sehen könnten. Niemand wusste, ob Puppen und Marionetten nicht doch sehen konnten und ein eigenes Leben entwickelt hatten – Pinocchio war doch auch so ein Beispiel. Zwar ein schönes und niedliches Beispiel, aber dennoch mochte Finley auch diese Marionette nicht. Pinocchio war weniger gruselig als so manch andere Marionette, aber sie konnte darauf durchaus verzichten. „Danke. Du magst Cork ja immerhin auch nicht.“, gab Finley zurück, „Das ist genauso irrational, nur weil sie die größten Rivalen deiner Lieblingsmannschaft darstellen.“

„Wer weiß.“, gestand Finley Kyla zu, „Es ist für jede Insel ungewöhnlich, so schnell im Meer zu versinken.“ Finley sah Kyla bedächtig an und ein wenig trat die Ravenclaw in ihr in den Vordergrund. „Die meisten Inseln werden irgendwann vom Meer verschlungen werden, da der Meeresspiegel stets ein wenig ansteigt. Wirklich langsam und wenig, daher wird es vielleicht tausende Jahre dauern und wir es nicht mehr erleben. Ich wüsste spontan von keiner Insel, die wirklich auf dem Meer schwimmt und demnach mit aufsteigen würde.“

Zog Kyla gerade selbst über ihre hochgelobte, so sehr geschätzte und ach so heilige Mannschaft Lancashire her? Bezweifelte, dass sie jemals gut gewesen waren? Gut, eigentlich war das eine Tatsache und ein fester Fakt; Lancashire war niemals gut gewesen und hielt sich doch im Grunde nur noch in der Liga, weil man nicht wirklich absteigen konnte (die paar Dorfvereine konnte man getrost vergessen, die einfach zu wenig Potential und Geld für eine Teilnahme an der britischen Liga besaßen) und es Menschen wie Kylas Vater gab, die Lancashire finanziell unterstützten. Und sei es nur durch Dauerkarten. Trotzdem war es verwunderlich, so etwas aus dem Mund der Whitehorn zu vernehmen.
„Aus Prinzip verlieren?“, wollte Finley wissen und verlagerte ihr Gewicht auf den anderen Fuß, „Das kratzt aber am Ego der Spieler.“
Und das wusste sie mit Bestimmtheit, immerhin war sie schon lange Zeit Jägerin. Sie hatte nicht immer Jägerin sein wollen sondern Sucherin, doch die Position war damals an Yaxley vergeben gewesen, so dass sie letzten Endes eben Jägerin geworden war. Besser als nichts und es machte ihr Spaß. Verloren hatte sie zwar nie aus Prinzip oder nach Absprache, aber in ihren Jahren in der Hausmannschaft und der Mannschaft der Fakultät hatte sie durchaus mal Spiele verloren. In ihren Augen viel zu viele. Und es kratzte am Ego, wenn man nicht gewann oder der Sieg in greifbarer Nähe war und einem dann doch aus den Fingern glitt. Das Gefühl mochte die ehemalige Ravenclaw so gar nicht.
„Schwerverbrecher?“ Finley war einen Moment lang irritiert, dann ahnte sie, was Kyla meinte mit ihren Worten und der Aussage, dass die Mannschaft die Bestrafung dessen war. „Du meinst, dass die Mannschaft als Strafe nie wieder gewinnen durfte? Aber Lancashire hat doch durchaus schon mal gewonnen.“ Wobei Finley „schon mal“ an einem Finger abzählen konnte und sie sich meinte erinnern zu können, dass es auch nur so gekommen war, weil der entsprechende gegnerische Sucher irgendwie verhindert gewesen war. Die gegnerische Mannschaft war ohne ihren richtigen Sucher angetreten und hatte dadurch den Schnatzfang nicht bekommen und mit zehn Punkten, also einem einzelnen Tor, verloren. 140 zu 150. Wenn, dann nur so.

„Ich will aber keinen magischen Ritter.“, widersprach Finley und seufzte, „Ich brauche weder Magie, noch einen Ritter.“ Wobei es schon vom Vorteil wäre, wenn ihre sogenannte bessere Hälfte ein Zauberer (egal welches Blutes) war, denn dann müsste sie ihn nicht erst in die magische Welt einweihen oder es ihm zu Beginn verschweigen. Sie war doch nicht wirklich die beste im Lügen, wie sollte das also dann klappen? Vielleicht sollte sie ihre „Adoptiveltern“ mal fragen, wie man so etwas handhabte… Vielleicht hatten die beiden ja schon einmal nicht-magische Partner gehabt – Auch wenn sie definitiv nichts über das vorherige Liebesleben der beiden wissen wollte! Es war einfach komisch, sich die beiden ohne einander vorzustellen.
„Und Moment, du willst dir das Schlachtmesser von Winston holen?!“ Das würde sie dem wahrscheinlich aus seinen kalten, toten Händen reißen müssen und sich selbst dabei noch verletzen. Und Finley wollte nicht einmal wissen, wie Kyla Winston umbrachte, um an dieses Messer zu gelangen, zumal sie selbst spätestens bei einem solchen Versuch aus dem Leben gerissen werden würde. Winston verstand da keinen Spaß und seine Lebensgefährtin noch weniger, wenn man ihm an den Kragen wollte. Finleys beste Freundin und ihr Wohlergehen hin oder her, Kyla wäre Geschichte oder zumindest von da an so abgeschreckt worden, dass sie nie wieder den Kontakt zu Finley suchen würde. „Ich bezweifle, dass ich sehen will, was du meinst.“
Kyla meinte, dass das mit dem Quidditchspieler nicht würde gutgehen können. Einerseits verstand die Kincade, was ihre beste Freundin meinte, andererseits vermieste es doch den Spaß an der Sache.
„Ky, das sind alles was wäre wenn Szenarien, die nicht zustoßen müssen.“, versuchte sie diese aufzumuntern, „Vielleicht flicken die ihn nach einem Unfall sogar besser als vorher zusammen. Oder aber der Sumpf verschlingt ihn zwar, aber er kommt besser als vorher wieder heraus. Oder er sorgt mit seinem Elan und Eifer dafür, dass die anderen Spieler sich ebenfalls heraus kämpfen. Wie ein Phönix aus der Asche sozusagen, auch wenn die Asche in Lancashire wahrscheinlich schon vor Jahren zum Streuen bei Glatteis benutzt wurde und den Muggelkindern beim Schlittenfahren den Spaß vermiest hat.“

Sie hatte also darauf verzichten können, das zu sehen. Irgendwie konnte Finley sie verstehen, aber sie musste darüber einfach lachen und irgendwie war sie neugierig. Irgendwie wollte sie es dann doch mit eigenen Augen zu sehen bekommen, weshalb sie also wohl in den nächsten Tagen noch ein paar Mal hereinschneien musste. Was sie ohnehin oft genug tat, wenn sie nicht lernte oder im King‘s Calves aushalf.
„Ein Bild verschaffen.“, wiederholte Finley, „Als ob du sein Bild mit dir herumtragen würdest wie so ein Creep.“ Kaum hatte sie das gesagt, trat etwas in Finleys Blick. „Du willst mit seinem Bild herumlaufen!“ Eilig schüttelte Finley den Kopf und war fast drauf und dran, Kyla bei den Schultern zu packen und zu schütteln, doch sie ließ es bleiben. „Lass es bleiben, Ky. Bitte!“
Trotzdem schloss sie die Hand um die Feder, als Kyla sie ihr aufmunternd in die Hand drückte und ihren Welpenblick an ihr ausprobierte. Allerdings war Finley gegen diesen immun, doch sie seufzte, ließ die Schultern sinken und gab nach. Kyla würde bis zur Bibliothek ohnehin vergessen haben, dass sie ihr die Feder gegeben hatte und was sie eigentlich von ihr wollte. Geschweige denn, dass Finley ihn zeichnen sollte. Wenigstens ein Hoffnungsschimmer am Horizont – ganz im Gegenteil zu der ausbleibenden Antwort aus dem Lager, die Kyla sichtlich zu enttäuschen schien. Was ja auch irgendwie verständlich war.
„Okay, gut. Touché.“ Manchmal dachte Kyla ja doch mit und lernte aus ihren Fehlern und Problemzonen. Und damit waren nicht irgendwelche Speckrollen oder ähnliches (die es zu suchen galt!) gemeint. „Sind deine Kollegen denn immer so spät?“


24.05.2019 23:17 offline suchen homie
Kyla Whitehorn



Alter:
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Blutstatus:
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Yuri

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Kyla & Finley

Bei Finleys Antwort auf Kylas Bemerkung musste Kyla unwillkürlich schmunzeln. Wie sagten die Muggel noch gleich? Große Köpfe denken gleich? Oder so ähnlich. Kyla war nicht gut mit Sprichwörtern und selbst wenn dieses zutraf, hatten sie und Finley doch wohl durchschnittlich große Köpfe und nicht besonders große. Vielleicht war das ein Sprichwort für Trolle oder Riesen? Sie hatte zwar noch nie einen Troll verständliche Wörter reden hören, aber manch einer konnte das gleiche auch über das behaupten, was sie selbst von sich gab. Sie war auch noch nie einem Troll begegnet, jetzt, wo sie darüber nachdachte. Und war der Kopf eines Trolls nicht auch ganz normal groß, aus Sicht der Trolle? Vielleicht kam das ganze auch von Pixies, für die ja die menschlichen Köpfe doch sehr groß wirken mussten. Jetzt wo Kyla darüber nachdachte, waren deren Köpfe im Verhältnis zu ihren Körpern aber auch sehr riesig. „Meinst du, Trolle haben Sprichwörter?“, wollte sie dann doch von Finley wissen. Vielleicht bedeuteten die Grunzlaute ja irgendetwas. Oder verwechselte sie gerade die Trolle mit Schweinen? Plötzlich war sie sich nicht sicher.
Wie war sie jetzt noch einmal auf die Sprache der Trolle gekommen? War Trolle überhaupt richtig? Trolls klang aber wirklich falsch. Egal. Irgendetwas mit großen Köpfen. Ah ja, rechts und links. Finley hatte sofort das Sprichwort gewählt, das auch Kyla in ihrem Kopf gehabt hatte. In ihren Augen immer noch ein überhaupt nicht hilfreiches Sprichwort. „Aber woher soll ich denn wissen, welcher Daumen mein linker Daumen ist?“, jammerte Kyla. Wahrscheinlich würde sie für immer dazu verdammt sein, keinen Sinn für links oder rechts zu haben. Hatten links und rechts überhaupt einen Sinn? Sie hatte gedacht, dass der Mensch nur 6 Sinne hatte. So oder so ähnlich. Woher wusste sie das eigentlich? Das musste einer der Fakten sein, die Finley ihr erzählt hatte und bei ihr irgendwie hängen geblieben war. Vielleicht dachte sie sich das ganze aber auch gerade aus. Wer wusste das schon? Nicht sie.
Als Finley dann ihre Hand nahm und irgendwelche Finger knickte und andere streckte, nur um dann das Ergebnis dieser Faltkunst vor Kylas Gesicht zu führen, Starrte Kyla erst einmal verdutzt auf ihre Hand. Ein L? Sie starrte ihren Handrücken an, der tatsächlich in dieser Form an den Buchstaben erinnerte. Sie sah ihre andere – wahrscheinlich die rechte – Hand an, doch so sehr sie ihre Gehirnzelle auch anstrengte, sah sie keine Möglichkeit, mit ihren Fingern ein R wie rechts zu formen, ohne sich etwas zu verrenken oder zu brechen. Aber, und das fiel ihr auf, als sie ihre Finger in alle möglichen Formen zu verrenken versuchte, ein L konnte man doch auch mit der anderen Hand formen. Nur sah man nicht den Handrücken, sondern die Handinnenfläche an. Oder war das die richtige Seite? Das kam natürlich darauf an, welche Hand links und welche rechts war. Was sie jetzt nicht mehr erkannte, jetzt, wo sie ihre beiden L-förmigen Hände ansah. Das klang irgendwie falsch, auch wenn sie nicht hätte sagen können warum. „Dann muss ich mir ja merken, welche Seite der Hand ich angucken muss?“, fragte sie dennoch nach. Vielleicht gab es ja doch eine R Form für rechts und Kyla konnte sie nur nicht finden. Das war keine wirklich unwahrscheinliche Vorstellung.
Finley erklärte ihr den Sinn einer Stabhand und Kyla machte schon wieder große Augen. Wenn Magie wirklich stärker in der Stabhand wirkte, dann sollte Kyla wirklich darauf achten, lieber mit der anderen Hand zu zaubern. Sie wollte größere Katastrophen vermeiden und vielleicht wäre die Gefahr geringer, wenn die Zauber weniger stark wären. Aber welche Hand war denn nun ihre Stabhand? Sie war sich sicher, dass Finley ihr weiterhelfen könnte, aber sie musste ja auch in der Lage sein, ohne ihre beste Freundin die Hand zu finden, mit der sie nicht ganz Großbritannien abbrennen würde. Nachdenklich nahm sie den Zauberstab von unter der Theke hervor und hielt ihn abwechselnd in jeder Hand. Finley hatte gesagt, dass es ihr natürlicher erscheinen würde, den Zauberstand in der Stabhand zu halten, also musste sie doch nur die Hand finden, in der es ihr unnatürlich vorkam. Aber was war, wenn sich ihr Körper irgendwann daran gewöhnte, dass sie immer die andere Hand verwendete, und es ihr dadurch natürlicher vorkam, nicht ihre Stabhand zu verwenden? Schon wieder so viel, an das man denken musste. Kylas Kopf rauchte förmlich. Sie sah ihre beste Freundin hilflos an. Was sollte sie tun? Erst da wurde ihr bewusst, dass Finley gar nicht wusste, was in Kylas Kopf gerade passierte und worüber sie nachdachte, weshalb sie natürlich auch ihr Problem nicht verstehen konnte. „Fin…“ Sie wusste plötzlich nicht, wo sie anfangen sollte. Wie formulierte man ein so komplexes Thema? Finley würde es können. „Wie schaffe ich es, wenn meine unnatürliche Hand sich natürlich anfühlt, dadurch, dass ich sie öfter benutze, dass ich noch weiß, dass es meine unnatürliche Hand ist?“ Sie war sich nicht sicher, das wirklich gut formuliert zu haben. „Wie, normalerweise bin ich besser?“ Dann hatte Kyla ihre Stabhand vielleicht doch nicht gefunden. Es könnte durchaus sein, dass sie irgendwo noch eine versteckte dritte Hand hatte, die plötzlich alle möglichen Zauber konnte, aber Kyla bezweifelte es irgendwie. Die unsichtbare Hand klang aber auch sehr episch. Aber müsste sie dann nicht Gewalt über diese unsichtbare Hand haben? Wahrscheinlich war es dann doch besser, wenn es sie einfach nicht gab.
Im nächsten Moment war Kyla wieder einmal stolz auf sich. Es kam vielleicht nicht wirklich oft vor, aber immer dann, wenn sie es schaffte, Finley zum Lachen zu bringen. Das gab ihr das Gefühl, dass sie doch etwas konnte. Für sie eines der besten Talente. Was wäre denn der Nutzen von allem magischen oder nichtmagischen Können, wenn sie Finley nicht würde zum Lachen bringen können? In Kylas Augen war das völlig überbewertet. Da war sie doch lieber eine Niete in allen anderen Bereichen. Nicht, dass sie eine Wahl gehabt hätte.
Kyla konnte es immer noch nicht fassen, dass die sonst so logisch denkende Finley ausgerechnet vor Puppen Angst hatte. Langsam bekam selbst Kyla ein merkwürdiges Gefühl, denn wenn Fin bei dieser Vorstellung Panik bekam, musste es doch einen Grund geben. Einen logisch erklärbaren, den Kyla nur nicht nachvollziehen konnte. Meistens hatte ihre beste Freundin recht, egal worum es ging. Auch wenn Kyla keine Ahnung hatte, warum Puppen plötzlich sehen können sollten. Was ja auch nichts neues war. Deshalb musste es einfach einen Grund geben. Die Finley, die sie kannte, hatte keine irrationalen Ängste. Und wenn doch, hatte Kyla sie aus Prinzip auch, denn wenn Fin Panik hatte, hatte Kyla noch mehr Panik. Solidarität und so. „Meinst du, es gibt magische Leute –“ Kyla war heute Mal wieder sehr eloquent, aber ihr fiel kein anderes Wort dafür ein, „die durch die Augen von Marionetten Menschen beobachten?“ Etwas beunruhigt sah sie zu dem Pappaufsteller ihres Bruders hinüber. Auch wenn sie sich vorstellen konnte, dass es durchaus lästig wäre, wenn das Bild alle paar Sekunden verschwand, da dieses Teil ja unablässig blinzelte. Zum Glück hatte sie vorher klargestellt, dass sie keine Versuche mit Klonen vorhatte. Manchmal war sie eben doch weitsichtig.
Beim Thema Cork wurde sofort wieder das ewig brennende Feuer in Kylas Körper entfacht, dass bei jeder Bemerkung von Quidditch aufloderte. Kyla hätte Philosophie studieren sollen. „Cork, das ist etwas anderes. Das ist nicht irrational – warte, doch. Aber das liegt in meinen Genen. Die Rivalität ist auch eher einseitig, ich glaube nicht, dass Cork uns als Rivalen sieht. Diese eingebildeten – nein, ganz ruhig Kyla“, sie versuchte doch sehr, sich zu beruhigen. Sie wurde immer mehr zu ihrem Vater und diese Vorstellung war erschreckend. Es war ja nicht Corks Schuld, dass sie vor hunderten von Jahren Lancashire zum ersten Mal fertig gemacht hatten, wodurch ein immerwährender Hass entstanden war. Objektiv wusste Kyla das natürlich. Es war nur manchmal schwer, objektiv zu bleiben. Kyla war kein logischer Mensch, Kyla war emotional veranlagt.
Kyla wusste nicht, wer wusste, ob die Bewohner dieser komischen Unterwasserinsel Magier oder Muggel waren, sie wusste nur, dass sie nicht zu den Wissenden gehörte. Und das nicht nur bei diesem Thema. „Wie, der Meeresspiegel steigt? Ich dachte, das sind nur Wellen?“ Kyla hatte sich noch nie von einer Welle bedroht gefühlt, im Gegenteil, hatte das sogar genossen. Aber jetzt gefiel ihr die Vorstellung nicht mehr so wirklich, von solchen Massen begraben zu werden. Sie wollte nicht unter Wasser leben. Nach einiger Zeit im Wasser wurde ihr nämlich immer kalt und sie bekam ganz blaue Lippen. Aber vielleicht würde das dann das neue Schönheitsideal werden, wenn jeder so herumlaufen würde. Gesund hörte sich das trotzdem nicht an. Dass Inseln nicht auf dem Wasser schwammen war Kyla natürlich auch neu. Meerjungfrauen waren ihnen also eindeutig überlegen.
Kyla lachte bei Finleys Bemerkung bezüglich des Verlierens, denn so hatte die Whitehorn das natürlich nicht gemeint, aber es war auch eine lustige Vorstellung. „Aber sie könnten ja sagen, dass sie mit Absicht verloren haben!“, gab sie dann doch einen Kommentar dazu ab, bevor sie versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Was keine einfache Angelegenheit war, da ihre Gedanken nie geordnet waren und es für diese natürlich damit Neuland war. Trotzdem wollte sie probieren, es ihrer Freundin so zu erklären, dass es einigermaßen verständlich war. Man konnte auch keine Wunder erwarten, zumindest nicht von ihr. „Aber so war das auch gar nicht gemeint. Ich wollte nur damit ausdrücken, dass Lancashire unmöglich gewinnen kann. Es braucht nicht mal einen Grund. Wie sage ich das am besten? Wenn alle Stricke reißen, dann verlieren die Spieler eben, auch wenn sie besser sind. Und laut meinem Vater sind unsere Spieler sowieso die besten, die es gibt und der Schiri ist immer schuld, also brauchen die Spieler nicht mal aus Prinzip verlieren“. Kyla wusste nicht, wie oft der Schiedsrichter zu seinem Besen unter Begleitschutz geleitet werden musste, weil ihr Vater Sachen wie ‚Ich weiß wo dein Besen wohnt‘ gerufen hat. Es gab Gründe, weshalb er oft im Publikum statt auf der Trainerbank zu finden war.
„Wie sagen die Muggel? Auch ein tauber Hund findet Mal ein Korn?“ Dieser Spruch ergab zwar nur wenig Sinn, aber das taten viele Sachen der Muggel, weshalb sie sich deshalb keine allzu großen Gedanken machte. Wie so oft. Kyla kannte sich auch nicht wirklich mit Hunden und deren Essgewohnheiten aus, auch wenn sie diese natürlich sehr süß fand. Sie sollten auch ein sehr feines Gehör haben, vielleicht gab ja Korn irgendein Geräusch von sich, das nur Hunde hören konnten. Das war auch nicht wirklich das Thema, also irrelevant. „Vielleicht wurde ihm für gute Führung auch ein Sieg in hundert Spielen oder so gegönnt. Der Sucher vom letzten Sieg kam nämlich unter sehr ominösen Gründen nicht zum Spiel. Ich würde es allerdings auch Lancashire-Fans zutrauen, da etwas mit zu tun zu haben, auch wenn die Mannschaft nicht Cork gewesen war. Außerdem sind die meisten schon ans Verlieren gewöhnt, wo wäre da der Sinn?“ Wenn sie gewannen, dann doch fair. Auch wenn es unfair wäre, wenn sie nur wegen einem einzigen Mann für immer verdammt waren. Oder natürlich wegen einer Frau, man wusste ja nie.
„Ach Papperlapapp!“, winkte Kyla Finleys Einwände bezüglich eines magischen Ritters ab. „Irgendwie muss er ja interessant sein und an deine Intelligenz wird er ja wohl kaum herankommen!“, jedenfalls war das nicht sehr wahrscheinlich. Finley war die schlauste Person, die Kyla kannte und wenn das der Maßstab für einen vermeintlichen Verehrer wäre, sähe es schlecht aus. Auch wenn ein Mindestmaß an Intelligenz natürlich gegeben sein müsste. Das war allerdings ein Punkt, den Kyla nicht überprüfen können würde, da sie wirklich nicht das Maß an Intelligenz darstellte, an dem man sich messen sollte. Das überließ sie gerne ihrer besten Freundin, Kyla selbst würde sich um den Rest kümmern. Und sie musste sich sicher sein, dass er Finley im Fall aller Fälle beschützen könnte. Sie war sich bewusst, dass Fin das sehr gut allein hinbekommen würde, aber sollte sie wirklich in Gefahr stecken, musste Kyla sich sicher sein, dass es jemanden gab, der sie beschützen könnte und würde. Jemand, der es nicht noch schlimmer machen würde. Noch ein Grund mehr, dass sie testen müsste, und wenn das mit den Drachen nicht möglich war, musste sie andere Wege finden. Obwohl… Wenn der Drache nicht zum Ritter kommen würde, musste vielleicht der Ritter zum Drachen. Zu schade, dass Kyla nicht zu zweit apparieren konnte. Vielleicht gab es einen Portschlüssel zu den Drachen hin, den sie ihm unterschmuggeln konnte. Wo lebten Drachen eigentlich, in den Wolken? „Wenn du einen Drachen finden müsstest, rein theoretisch, wo würdest du zuerst suchen?“ Sehr unauffällig und natürlich Kyla.
„Das Schlachtmesser brauche ich nur im Notfall!“, Kyla hatte einen leicht manischen Blick, aber wenn es um Finley ging, würde sie notgedrungen über Leichen gehen, aber wahrscheinlich wäre es in diesem Fall ihre eigene, so wie sie ihre mechanischen Fähigkeiten kannte. Ihre nicht existenten Fähigkeiten. Sie würde wohl stolpern und sich selbst den Kopf Abhacken; dann gab es Kyla-Gratin zum Nachtisch. Wenigstens etwas Leckeres, dann hatte ihr Tod einen Sinn. Für Essen zu sterben, wie passend für sie, einen schöneren Tod konnte sie sich nicht vorstellen. Und für Fin würde sie ja auch sterben, noch besser. Sie hätte nie gedacht, dass sie einmal ihren eigenen Tod nicht bedauern würde, aber das wäre ein Szenario, mit dem sie eben nicht leben, sondern sterben könnte.
„Das sagst du jetzt noch, aber warte, bis du auf Wolke 9 bist!“, meinte Kyla dann, als Finley erwähnte, dass sie nicht wissen wollte, wovon Kyla sprach. Aber sie würde es schon noch verstehen und wenn Kyla bei dem Versuch sterben würde. Was nicht unwahrscheinlich war, schließlich würde sie sich noch mit dem Portschlüssel selbst zu den Drachen katapultieren und wenn diese wirklich in den Wolken lebten, würde sie hilflos nach unten fallen und beim vorbeifliegen vielleicht noch Finley auf Wolke 9 winken können, bevor sie ungebremst auf dem Boden aufschlug. Oder sie würde auf einem Drachen landen und den dann reiten, aber das bezweifelte sie, sie hatte selten Glück. Auch wenn die Vorstellung natürlich toll war. Allerdings würde das auch bedeuten, dass Kyla mehr Möglichkeiten hätte, Großbritannien niederzubrennen, und das brauchte die Welt nun wirklich nicht.
„Ja, aber solange er nicht in Cork spielen würde, wäre das mit der anderen Mannschaft auch kein Problem. Auf der anderen Seite ist das natürlich eine Forderung. Bei meinem Glück finde ich aber einen Spieler aus Lancashire, der nicht besonders gut ist und ich muss so tun, als würde ich seine Manöver toll finden. Und ich kann doch nicht lügen!“, etwas, das Fin und sie gemeinsam hatten, weshalb sie oft in Schwierigkeiten geraten waren. Kylas Gesicht sagte sofort alles.
Und schon wieder hatte Kyla es geschafft, Finley zum Lachen zu bringen, auch wenn sie dafür ihre eigene Mentalität hatte opfern müssen. Ein Opfer, das sie bereit war zu bringen, natürlich. Auch wenn sie auf weitere Fans ihres Bruders getrost verzichten konnte. Vor allem die Oma. Womit man doch mit seiner Verwandtschaft gestraft werden konnte.
„Ich bin auch ganz diskret!“, versuchte Kyla sich zu verteidigen, denn Finley hatte leider ihren Plan durchschaut. Natürlich hatte sie das. Aber es war auch ein guter Plan, verdammt noch mal. Vielleicht würde man so ins Gespräch kommen, auch wenn sie sich fragte, was für ein Gespräch das sein sollte, wenn es darauf basierte, dass sie ein verstörend akkurates Portrait von einer Person bei sich hatte, die sie nicht einmal kannte. Ein wenig wie ein Stalker, aber damit konnte sie umgehen. Die Frage war eher, ob er damit umgehen könnte. Sie wollte ihn ja nicht gleich abschrecken. Zumindest nicht, bevor sie sich ein Bild – hah – von ihm gemacht hatte.
Kyla bedachte ihre beste Freundin mit einem breiten Grinsen, als diese schließlich trotz aller Proteste die Feder aus ihrer Hand an sich nahm. Ihr Plan würde schon noch zusammenkommen. Vielleicht würde sie es nicht einmal rausholen müssen. Wenn Finley ihr doch nur den Typen in echt zeigen würde, dann wäre das Problem schon längst gelöst. Allerdings hätten sie vielleicht ganz andere Probleme, aber das tat nun wirklich nichts zur Sache. Kyla war sehr gut darin, Probleme zu ignorieren, bis sie von selbst verschwanden oder Fin sich darum kümmerte. Meistens letzteres. Ohne Finley wäre sie verloren, ein Grund mehr, alles – oder fast alles – für Finleys Glück zu tun.
„Naja, kommt drauf an, wer Schicht hat!“, Kyla zählte in ihrem Kopf ihre Kollegen durch, „Wenn es einer der älteren ist, sind die meistens schon eine halbe Stunde vorher hier und gucken, ob sie irgendwelche Schäden beheben müssen. Andere Studenten kommen meist genau pünktlich!“, Kyla grinste, denn auch sie zählte zu diesen Gestalten. Sie war nicht gerne zu früh dran. „Aber vielleicht sind er, sie, es auch gerade auf Toilette oder in den Tiefen des Lagers verschollen, wer weiß das schon.“


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25.05.2019 13:44 offline E-Mail suchen homie
Finley Kincade
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Alter:
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Petersham, London (GB)
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5. Semester
Studienfach:
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Spieler:
Yuki

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Kyla & Finley

Wieder einmal zeigte sich, dass Finley Kyla einfach viel zu gut und zu lange kannte: Sie war bei deren total abweichenden Frage nicht einmal überrascht oder irritiert, sondern nahm sie als das an, was sie eben darstellte – eine einfache Frage an sie. Natürlich erschien diese Frage ohne Zusammenhang und völlig abseits der Thematik, die die beiden gerade gehabt hatten, doch in dem Kopf der Whitehorn hatte es wahrscheinlich Sinn ergeben. Sie war wahrscheinlich einem einzelnen Gedanken gefolgt und von dort aus auf einen anderen umgesprungen, der ihren vorherigen gestreift hatte, nur um diesen dann zu verfolgen und nicht weiterzukommen. Und so war sie bei der gestellten Frage geendet.
„Da Trolle scheinbar auch eine eigene Sprache haben und durch diese mit anderen kommunizieren können… “, versuchte Finley sich an einer Antwort, auch wenn sie keine handfeste und bewiesene Antwort darauf hatte, „… würde ich es durchaus vermuten.“
Troll war ja auch Teil des Studienangebotes der Fakultät für Geisteswissenschaften und ihres Wissens nach ein Fach, welches mit sechs Semestern zu belegen war. Finley hatte nur allerdings keine Ahnung, ob Trolle schreiben konnten und wie dann die Schrift dieser riesigen und plumpen Gestalten aussah, die doch viel zu große und dicke Finger zum Halten eines normalen Stiftes hatten. Aber sechs Semester lang konnte man doch auch nicht nur Grunzlaute lernen und Grammatik und so, oder?
„Vielleicht haben Trolle eine richtige Kultur und demnach eben auch Sprichwörter. So etwas wie trollische Bauernweisheiten. Wenn Trolloma Gerta in der Nacht viermal grunzt, gibt es zu Mittag Eintopf oder so etwas.“ Was natürlich totaler Humbug war, aber Finley musste sich einfach irgendetwas als Beispiel aus den Fingern saugen und dann am besten auch noch etwas, was Kyla verstand. Und mit Essen kam man bei ihr ja meist sehr gut weiter – allerdings lenkte man ihre Gedanken damit auch in Richtung ihres Magens und dann war sie völlig auf Essen und Hunger fokussiert. Die Gefahr hatte Finley aber einfach in Kauf nehmen müssen.

Auf ihr Formen von Kylas Fingern an deren linken Hand zu einem L hin starrte Kyla ihren Handrücken an, als sei er irgendwie nicht der ihrige. Und dann wanderte ihr Blick zu ihrer rechten Hand und sie begann die Finger dieser zu verbiegen. Finley ahnte Schlimmes und behielt Recht: Kyla formte ein L und hatte die Hand dabei „glücklicherweise“ gedreht. Die ehemalige Ravenclaw rollte mit den Augen; soweit kam auch nur ihre beste Freundin mit ihrer merkwürdigen Denkweise.
„Musst du nicht.“, kam es vielleicht ein wenig mürrischer und genervter über Finleys Lippen als sie wirklich war und sie schüttelte mit einem Seufzen den Kopf, „Sei doch mal ehrlich, Ky… “ Finley streckte beide Hände von sich weg und formte sie jeweils zu einem L; drehte dabei allerdings die rechte Hand, so dass ihre Handinnenfläche zu ihr zeigte. „… was fühlt sich für dich einfacher und natürlicher an? Das… “ Sie ergriff Kylas linke Hand und machte das mit dem L noch einmal. „… oder das?“ Sie nahm Kylas andere Hand, machte mit der das L und sah die Whitehorn dann ruhig und abwartend an. „Letzteres sollte sich doch nicht gerade angenehm auf längere Zeit anfühlen und ist doch weitaus umständlicher als ersteres.“
Doch irgendwie bezweifelte, dass Kyla daraus lernte, wo links und rechts nun wirklich waren.
Auf ihre Erklärungen mit der Stabhand hin machte Kyla große Augen und Finley schwante böses. Wie so ziemlich immer, wenn sie bei der ehemaligen Hufflepuff diesen Blick zu Gesicht bekam. Nur Merlins löchrige Sportsocken konnten ahnen, was Kyla gerade durch den Kopf ging und es war sicherlich etwas, was die Zerstörung der Welt, oder zumindest diesen Ladens im Moment, einen Schritt näher an die Realität brachte, sollte Kyla es wirklich ausführen. Und so, wie die Whitehorn ihren Zauberstab unter der Theke hervorholte und ihn abwechselnd in den Händen wog, glaubte Finley, sich zumindest etwas sicher zu sein, was der anderen durch den Kopf ging. Und es war nichts Gutes.
Sie fing Kylas hilflosen Blick auf und vernahm, wie Kyla sie bei ihrem Spitznamen ansprach, weshalb sie aufhorchte. Wahrscheinlich kam jetzt direkt eine Frage – wie meistens. Doch die Frage, die Kyla stellte, brachte Finley unweigerlich zu lachen. Selbst die Nachfrage, dass sie normaler besser sei, ließ Finley schmunzeln.
„Indem du sie einfach nicht benutzt, Ky.“, antwortete Finley ruhig und nahm ihrer besten Freundin deren Zauberstab aus der Hand – zur Sicherheit aller und vor allem ihrer selbst, bevor sich Kyla noch ein Auge damit ausstach, „Du machst es nur schlimmer, wenn du mit deiner linken Hand zauberst.“ Und das war nicht einmal anklagend oder böse gemeint, sondern einfach eine wahre Tatsache derer sich die Whitehorn wahrscheinlich nicht einmal bewusst war. „Deine Stabbewegungen sind wie beim Schreiben präziser mit deiner rechten Hand. Wenn du mit links zauberst, nutzt du vielleicht versehentlich noch irgendeinen Fluch und irgendjemand um dich herum stirbt.“ Finleys Tonlage wurde ernster. „Du hast schon das Problem mit den Zauberformeln, wenn du dann noch schlampige und ungenaue Stabbewegungen machst, weiß deine Magie ja gar nicht mehr, was du eigentlich von ihr willst.“ Finley legte Kylas Zauberstab auf den Tresen zurück. „Stell dir vor, du nutzt einen stummen Zauber – und die sind bei dir ja ohnehin eine minderschwere Katastrophe – und nutzt dann deine linke Hand. Du willst wirklich ohne Klone Großbritannien im Meer versenken, oder?“

Stellte Kyla wirklich eine Frage nach Menschen, die andere durch die Augen von Marionetten beobachteten? Finley erschauderte allein bei der Vorstellung, schloss kurz die Augen und schüttelte den Kopf um diesen Gedanken zu vertreiben. Sie wollte das nicht einmal denken und dann stellte Kyla eine solche Frage! Gerade so eben sah sie noch, wie Kyla zu dem Pappaufsteller von Devlin sah und hoffte inständig, dass es wirklich nicht so war. Allerdings wäre es bei diesem verdammten Teil die perfekte Möglichkeit Kyla bei der Arbeit zu überwachen und eben all die kleinen alltäglichen Katastrophen dieser zu verhindern (oder eben zu dokumentieren).
„Ich hoffe doch mal, dass es nicht so ist.“, gestand sie, „Aber es wäre möglich… “

„Cork ist irrational, Ky. Und das liegt nicht in den Genen.“ Finley schüttelte erneut den Kopf, aber sie ahnte, dass es nicht wirklich möglich sein würde, die andere vom Gegenteil zu überzeugen. Cork und Kyla, das waren zwei Dinge, die miteinander nicht auskamen, so wie Lancashire und Kyla zwei Dinge waren, die untrennbar waren.
„Und natürlich sehen sie euch nicht als Rivalen. Eher so als Punching Bag, um Frustration loszuwerden und sich zu amüsieren. Um ihren besten Spielern eine Pause zu können.“ Das war nicht einmal gegenüber der Lieblingsmannschaft ihrer besten Freundin böse gemeint, sondern eine Wahrheit, die auch dieser durchaus bewusst war. „Eure Rivalen seid ihr eigentlich selbst.“
Und warum sollten sie jetzt also sagen, dass sie mit Absicht verloren hätten? Das kratzte doch immer noch am Ego der Spieler und dafür musste man nicht einmal selbst, so wie sie, Quidditch spielen. Quidditchspieler wollten von Natur aus einfach gewinnen, da sagte man nicht, egal weshalb, dass man mit Absicht verloren hatte! Doch Kyla versuchte sich zu erklären und Finley dankte ihr dafür mit ihrer Aufmerksamkeit.
„Na für deinen Vater gibt es ja auch nichts anderes als die Mannschaft.“, kommentierte Finley die Erklärung ihrer besten Freundin, „Und Schiedsrichter sind immer Schuld. Oder das Wetter. Der Wind. Nebel. Der Regen. Such es dir aus.“ Das waren die gängigsten Ausreden unter Quidditchspielern und der Schiedsrichter war wahrscheinlich in allen Sportarten, auch bei Muggeln, immer Schuld. Es gab unter Muggeln doch auch diesen Fangesang „Schiri, wir wissen wo dein Auto steht“ - was Finleys Wissen nach mit „Schiri, wir wissen wo dein Portschlüssel/Besen ist“ gleichzusetzen war. Also eine Art Drohung, dass er es bloß nicht vermasseln sollte, weil man ihm sonst die Heimreise nicht nur erheblich erschweren, sondern vielleicht gänzlich unmöglich machen würde.
„Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.“, korrigierte Finley automatisch Kylas Versprecher, „Aber Lancashire hat doch schon mehr als hundert Spiele gespielt – und kein einzelner Sieg. Ky, deine mögliche Lösung ergibt keinen Sinn oder hat einen Denkfehler.“ Wie so einiges, was Kyla dachte und von sich gab, aber das verkniff Finley sich. Anders wäre es ja sonst auch langweilig und viel zu ruhig mit der Whitehorn.

„Nichts da Papperlapapp!“, wehrte Finley Kylas Einwände ein, „Ich brauche kein Genie oder jemanden mit viel IQ, Ky.“
Definitiv nicht. Es wäre zwar ganz angenehm und schön, aber nichts, worauf Finley jetzt wirklich Wert legte. Ihr leiblicher Vater konnte ja auch nicht gerade dumm sein, wenn er beim Zaubergamot arbeitete, und dennoch hatte er diese Charakterzüge an sich. Hatte eine Affäre. Verletzte damit Finley und ihre leibliche Mutter. Gut, sie hatte mittlerweile eine Art „Wahlfamilie“, aber es tat dennoch weh. Und auch das Äußere war jetzt nicht wirklich etwas, worauf Finley so verdammt viel Wert legte. Natürlich sprachen ersteres und letzteres sie durchaus an und zogen ihre Aufmerksamkeit auf sich, aber sie hielt nicht nach so etwas Ausschau.
„Hör auf, das mit den Drachen zu planen, Ky.“, bat Finley sie, „Du macht dem Drachen nur Angst. Und der tut dir nur weh.“ Und in diesem Fall hatte Finley sogar mehr Mitleid mit dem Drachen als mit ihrer besten Freundin, die wahrscheinlich nur etwas angesengt aus der Sache herauskäme, während der Drache tiefe psychische Schäden, ein Trauma und eine Kyla-Whitehorn-Phobie als seine Wunden bezeichnen durfte. „Aber wenn, dann sehr abgeschieden und fernab sämtlicher Zivilisation.“ Was einige Orte beinhaltete und zu wenig Informationen für Kyla darstellte.
„Du weißt, dass Winston dir das Messer nie überlassen würde.“, merkte sie auf deren Worte an, „Und will ich wissen, was dein sogenannter Notfall überhaupt ist… ?“
Finley versuchte sich vorzustellen, wie es wäre, wenn Kylas Freund ein Spieler in Cork wäre. Das wäre in Kylas Familie wohl mit dem Weltuntergang oder einer Kriegserklärung gleichzusetzen. Wie es wohl wäre, wenn sie selbst einen Spieler aus Cork als Freund hätte? Kyla wäre wohl nicht sonderlich erfreut und ob die beiden dann ihr zuliebe miteinander auskämen? Irgendwie wagte Finley es zu bezweifeln; zumindest würde sie Hausverbot im Hause Whitehorn bekommen – dafür würde Kylas Vater höchstpersönlich sorgen, egal was seine Tochter dazu sagte und egal, ob Finleys Cork-Freund anwesend wäre. Es war allein die Tatsache, dass sie sich mit dem „Feind“ verbrüdert hätte…
„Du würdest doch nicht Lügen.“ Finley zwinkerte Kyla zu. „Angeblich hat man, wenn man verliebt ist, doch so eine rosarote Brille auf, bei der man alles toll findet, was der andere macht. Du würdest also ehrlich seine Manöver toll finden. Oder aber ich sorge dafür, dass ihr beide nie über so etwas sprechen müsst. Dann entkommst du den Lügen.“ Was würde sie nicht alles für ihre beste Freundin tun, nur damit diese in einer Beziehung glücklich werden würde?

Egal ob Kylas nachfolgender Kollege schon im Laden war oder nicht, er oder sie hatte sich noch nicht gezeigt. Finley hasste es, wenn man sich verspätete und sie beide hatten immerhin noch etwas vor und dann war da doch auch noch das Abendessen bei ihren „Adoptiveltern“, zudem sie Kyla mitnehmen wollte. Und der Plan, Devlin eine Partneranzeige zu verfassen… Das würde ja auch nicht von jetzt auf gleich gehen.
In ihren Gedanken stieß Finley gegen ihre Umhängetasche, die sie aus Gewohnheit kurz nach ihrer Ankunft vor dem Tresen auf den Boden gestellt hatte, und diese kippte um. Ein Buch fiel heraus und Finleys Blick fiel darauf. Na toll. Wenn man das Gespräch bedachte, welches Kyla und sie zuvor gehabt hatten, würde das nur neuen Zündstoff für die ehemalige Hufflepuff geben. „Hinter der Seele #2“ von Claire Banes war ein total kitschiger Schnulzenroman, den Finley eher aus Langeweile eingepackt hatte und las, wenn sie nichts zu tun hatte. Es war nicht einmal ihr eigenes Buch und sie hatte Band eins nicht gelesen, aber das musste man bei solchen Romanen ja ohnehin nicht tun. Und in ihren Augen verdiente es nicht einmal den Begriff Roman. Es war vergeudete Tinte auf Papier umgeben von Pappe als Umschlag.
„Musst du warten, bis jemand da ist, oder kannst du notfalls einfach den Laden abschließen und gehen, wenn dein Dienst um ist?“, erkundigte Finley sich und versuchte die Aufmerksamkeit Kylas von dem Roman zu wenden und diesen zeitgleich mit ihrem Fuß wieder in die Tasche zu schieben, so dass Kyla davon nichts mitbekam.


23.06.2019 12:47 offline suchen homie
Kyla Whitehorn



Alter:
20 Jahre
Wohnort:
Lancaster, Lancashire, GB
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Qualität für Quidditch
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5. Semester
Studienfach:
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Kyla & Finley

Kyla sah ihre beste Freundin – und das heute nicht zum ersten Mal – mit großen Augen an, die man vielleicht eher bei einem Kind erwartet hätte, als bei einer doch eigentlich schon erwachsenen Frau. Aber der Schein trog. Kyla war vielleicht ihrem Körperbau nach eine Erwachsene, ihre mentale Entwicklung hatte aber anscheinend ein paar Jahre schlafend in der Ecke gelegen, was Kyla sehr gut nachvollziehen konnte. Auch sie würde sich liebend gern für mehrere Jahre in eine Ecke legen und schlafen.
Aber wie war sie überhaupt auf dieses Thema gekommen? Achja, Kyla war überrascht gewesen. Nicht von der schier unendlichen Weisheit ihrer besten Freundin, denn, dass diese stets eine Antwort für jegliche scheinbar zusammenhangslose Frage Kylas hatte, kannte sie ja schon zur Genüge. Das war nicht wirklich überraschend, auch wenn Kyla sich trotzdem oft dabei ertappte, immer aufs Neue erstaunt über Finleys Maß an Wissen zu sein. Man lernte nie aus, vor allem, wenn man das meiste nach ein paar Stunden wieder vergaß. So wie Kyla. Weshalb es perfekt war, dass sie auf Finley getroffen war, damals, denn diese schien immer alles zu wissen. Oder es sich aus logischen Fakten abzuleiten, so wie jetzt auch. Kyla war keine logische Person.
Sie hatte sich ehrlich gesagt noch nie Gedanken über Trolle und deren Sprache gemacht, was sie vielleicht hätte tun sollen, so oft, wie sie ein Troll unter ihren Aufsätzen gesehen hatte. Zumindest unter denen, bei denen Finley ihr nicht hatte helfen können. Also eigentlich nur in Arbeiten, die während ihrer Unterrichtsstunden geschrieben wurden. Und bei praktischen Arbeiten. Aber das war auch oft genug vorgekommen, um zu rechtfertigen, sich mit eben jenen Geschöpfen zu beschäftigen, mit denen ihre Leistung gleichgestellt wurde. Allerdings gab es in Kylas Augen keinen Grund, aus dem sie sich freiwillig und außerhalb ihrer Schulzeit mit irgendetwas beschäftigen sollte, dass sie akademisch weiterbringen würde. Also hatte sie es natürlich nicht getan. Vielleicht ein Fehler, wie sich jetzt herausstellte. „Ich wusste nicht einmal, dass Trolle eine Sprache haben, ich dachte, die grunzen einfach sinnloses Zeug. Haben Schweine dann auch eine eigene Sprache?“, vielleicht hatte es doch einen Grund, weshalb Hogwarts nach einem Schwein benannt worden war, das irgendeine lyrisch wertvolle Poesie von sich gegeben hatte. Kyla würde es nicht einmal verwundern. Viel intelligenter als Schweine hatte Trolle auf Kyla zumindest nicht gewirkt.
„Eintopf zum Mittag? Ich liebe Eintöpfe!“, Kylas eine wurde von diesem Thema gleich erhellt, schließlich ging es dabei um Essen und davon hatte sie Ahnung, „Vielleicht sollte ich mich doch näher mit Trollen befassen, wenn sie so große Weissagungen haben!“. Kyla meinte das ernst. Sie würde gern wissen, wann es Eintöpfe geben würde – am liebsten sofort -, damit sie sich schon einmal seelisch und moralisch darauf vorbereiten konnte. Außerdem hätte sie dann Etwas, auf das sie sich den ganzen Tag freuen könnte. Auch wenn ihr Arbeitsplatz dann vermutlich aus anderen Gründen schwimmen würde.

Anscheinend hatte sie ihre beste Freundin genervt mit ihrer Unfähigkeit, rechts und links auseinanderzuhalten, dabei war das wirklich nicht so einfach. Wie sollte ein normaler Mensch sich so etwas merken? Dass jemand so Intelligentes wie Finley das konnte war ja kein Wunder. Aber Normalsterbliche wie Kyla hatten da keine Chance. Sie kam allerdings nicht dazu, sich zu entschuldigen, denn Finley fuhr sofort fort und Kyla musste ihr ins Wort fallen, auch wenn sie das ungern tat, aber sie musste sich doch verteidigen! „Ich bin immer ehrlich, zumindest dir gegenüber. Du weißt doch, wie schlecht ich im Lügen bin, du würdest mich sofort durchschauen!“ Es hatte schließlich seine Gründe, dass, sollten sie einmal etwas anstellen, Finley das reden übernahm, während Kyla danebenstand und versuchte, möglichst unschuldig zu gucken. Selbst das glückte ihr nur fragwürdig gut. Oder eher schlecht.
Finley selbst begann nun, ihre Hände in die gleiche Position zu bringen, sie anzugucken und dann Kylas eigene Hände wiederrum in ihre vorherige Position zu bringen. Kyla sah sie dabei etwas verwirrt und dennoch erwartungsvoll an, schließlich hatte das meiste, das Finley tat, einen tieferen Sinn, der sich Kyla oft erst später zeigte. Und zwar dann, wenn Finley ihn ihr erklärte. Daher war sie sich sicher, dass dieses Hand-Yoga auch seinen Sinn hatte. Doch als Finley ihr endlich einen Teil ihrer Gedanken erklärte, sah Kyla ihre beste Freundin nur verständnislos an. Vielleicht machte sie sich über Kyla lustig? „Nichts davon fühlt sich natürlich an!“, schließlich lief sie doch nicht durch die Gegend, die Hand zur Faust geballt und zwei Finger abstehend. Sie hatte auch noch niemanden selbst so laufen sehen. Vielleicht wäre das für Linkshänder anders. Und angenehm fand sie beides auch nicht, ob auf kurze oder längere Zeit.
„Ich bin gerührt von deinem Vertrauen in meine Kräfte, wenn du glaubst, ich könnte etwas noch schlimmer machen, nur weil ich die Hand wechsle!“, das bedeute schließlich, dass Kyla es noch nicht so schlecht machte, wie es theoretisch für sie im Rahmen der Möglichkeiten liegen würde. Das war ein Kompliment, jedenfalls in Kylas Augen. Sicherlich war sie trotzdem nicht besonders gut, aber das Finley Raum nach unten sah, war es trotzdem ein Grund zum Feiern. Zumal es noch mehr zählte, da es von Finley kam, der schlausten Person, die Kyla kannte. Sie bezweifelte, dass sie jemals einen schlaueren Menschen treffen würde.
Kyla lachte kurz auf, als Finley meinte, ihre Schreibbewegungen wären mit ihrer rechten Hand besser, schließlich schrieb sie so unleserlich, dass auch diese oft mit der eines Trolls verglichen wurde, weshalb sie wohl auch oft zu dieser Note geführt hatten, da diese im Hinterkopf der Professoren dann herumgeisterte. Benutzte sie womöglich die falsche Hand zum schreiben und es war deshalb so unleserlich? Kyla versuchte, in der Luft vor sich mit dem Finger zu schreiben. Nein, das ging nur mit einer Hand. Jetzt verstand sie, was Finley gemeint hatte, als sie über ihre Stabhand geredet hatte. Also wahrscheinlich. Vielleicht. „Miene Magie weiß sowieso nicht, was ich von ihr will, sonst hätte ich kein Aquarium gehabt. Denn darum habe ich nicht gebeten!“ Jedenfalls glaubte sie das. Es war allerdings auch schon so lange her, dass sie sich nicht mehr richtig daran erinnern konnte. Sie wusste ja nicht einmal, was sie gestern getan hatte. Wie sollte sie da wissen, was sie vor ein paar Wochen gedacht hatte?
„Wenn du weiter über Klone redest, benutze ich meinen Zauberstab gar nicht mehr“, vielleicht auch ohne diese keine schlechte Idee. Am besten, sie fasste ihn nicht einmal mehr an, sicher war sicher. Sie wollte keine Klone und auch sonst keine zufälligen Zauber. Sie wäre ja schon froh, wenn ihre gewollten Zauber gelingen würden, da brauchte sie wirklich keine zusätzlichen Katastrophen – ob mit links oder rechts. Oder irgendeinem anderen Körperteil, sollte man damit zaubern können. „Sag Mal, kann man eigentlich nur mit den Händen zaubern?“ Ansonsten musste sie sehr genau aufpassen, wo sie ihren Zauberstab hinsteckte.

Anscheinend hatte es dieses Mal Kyla geschafft, ihre beste Freundin zu verunsichern und nicht anders herum, eine nicht ganz unangenehme Überraschung. Auch wenn sie es hasste, wenn Finley sich unwohl fühlte, also beschloss sie, dieses Thema lieber nicht weiter zu verfolgen und sich für die Zukunft zu merken, Finley vor diesen zu beschützen. Kyla merkte sich nicht viel, sie hatte schon oft vergessen, wie alt sie war oder in welchem Jahr sie geboren worden war, Nichtigkeiten eben. Aber Sachen, die Finley wichtig waren merkte sich Kyla erstaunlich gut. Nicht, dass sie Buch darüber führte. Niemals. Und in diesem buch standen auch nicht die Jungen, an denen Finley interessiert gewesen war oder Kylas romantische Pläne. Niemals. Kyla war doch kein Stalker.

„Cork ist nicht irrational! Und dann liegt es eben in der Luft oder der erde oder sonst wo. Irgendein bärtiger alter Mann hat es in einen Stein gemeißelt und in der Erde vergraben. Irgendetwas ist passiert, was es mir unmöglich macht, Corks Mannschaft zu wertschätzen!“, okay, vielleicht übertrieb Kyla etwas. Schließlich kam ihre eigene Mutter aus Cork und die liebte sie sehr. Vielleicht war es auch einfach nur die Erziehung ihres Vaters, aber genau diese verbot es ihr, so etwas auch nur in Erwägung zu ziehen. Cork war der Feind, auch wenn Cork selbst das wohl nicht wusste. Kyla vermutete, dass sie von der sogenannten Rivalität eher beleidigt wären und dann würde Kyla denen eine Lektion erteilen müssen und das würde für niemanden gut ausgehen. Also war es wohl besser, so, wie es war.
Kyla verzog bei Finley nächsten Worten das Gesicht, auch wenn diese Recht hatte. Es fühlte sich trotzdem wie ein Schlag in die Magengegend an. „Das hört sich an, wie so ein Motivierungsspruch. Dein Rivale bist du selbst und so“, sie schüttelte nur den Kopf. Auf der anderen Seite würde das bedeuten, dass Lancashire zumindest in diesem Zusammenhang etwas richtig machte. Auch etwas Neues.
Finleys Beschreibung ihres Vaters traf ihn genau, denn selbst seine Frau und Kinder standen vermutlich hinter seiner Mannschaft, die sein Herz gestohlen hatte. Wahrscheinlich ihr Bruder zuerst, da er ihnen oft Besen zur Verfügung stellte, auch wenn dieser Vorteil ihnen leider keinen spielerischen Vorteil brachte. Nicht, dass Kylas Vater jemals ein böses Wort gegen seine Jungs und Mädchen, wie er sie nannte, zulassen würde. Sie waren aber auch nicht schuld. Was konnten sie dafür, wenn selbst das Wetter gegen sie war? Definitiv ein Fluch in Kylas Augen. „Wenn der Wind die Quaffel nur durch Lancashires Torringe drückt und nicht in die andere Richtung, dann ist da fauler Zauber im Spiel, das sage ich dir!“ Sie hörte sich langsam wirklich an wie ihr Vater und beschloss deshalb, lieber nichts mehr zu sagen.
Kyla lächelte, als Finley sie berichtigte. Sie hatte gewusst, dass ihre beste Freundin sie verstehen und ihr darüber hinaus noch das richtige Sprichwort nennen würde. Auf sie war eben verlass. Auch wenn Kyla es natürlich sofort wieder vergessen hatte. Etwas anderes würde ihrem Charakter auch nicht entsprechen und sie wollte nicht enttäuschen. Finleys nächste Worte wischten ihr Lächeln allerdings sofort von ihrem Gesicht. Sie schmollte ein wenig. Kyla war definitiv noch ein Kind, innerlich. „Dann schlag du eine Lösung vor, die könnte dann tatsächlich funktionieren!“ Manchmal hatte Kyla noch genug Gehirnzellen, um Menschen zu finden, die genug Gehirnzellen besaßen, um eine Aufgabe zu erledigen. Finley hatte Kylas Wissen nach die meisten Gehirnzellen in ihrem Universum, also war es natürlich, diese zu fragen. Sie vertraute ihren Instinkten mehr als ihrem Gehirn.

„Mein Papperlapapp bleibt stehen! Natürlich brauchst du jemand Intelligentes!“, zumal Kyla jemand anderen gar nicht zu ihrer Freundin durchlassen würde, aber das musste diese ja nicht unbedingt wissen, „Du bist mein Lexikon, da brauchst du nicht noch jemandem.“ Kyla versuchte hier nicht ihren posten zu verteidigen. Das war Logik. Nur war Kyla kein logischer Mensch. „Außerdem hast du jemanden verdient, der perfekt ist!“ Und Kyla würde dafür sorgen. Gut, seine Intelligenz konnte sie nicht testen, für sie wirkten die meisten ihrer Mitmenschen relativ intelligent, wenn auch niemand auf Finleys Level kam, aber das wäre auch sehr schwer. Unmöglich. Deswegen der Plan mit den Drachen, um zumindest seinen Mut zu testen.
Allerdings schien Finley kein besonderer fan von diesem Plan zu sein, da sie die Genialität dahinter nicht verstand. Denn, dass es sich um einen unübertreffbaren Plan handelte, davon war Kyla überzeugt. Vielleicht sollte sie trotzdem über Trolle nachdenken, jetzt wo sie gelernt hatte, dass diese anscheinend sogar eine eigene Sprache hatten. Mit ein bisschen Mühe könnte Kyla diese unter Umständen überreden, bei ihrem plan mitzumachen. Je nachdem, was sie über Romantik dachten. „Ich verletze mich andauernd selbst, da ist der Drache kein Problem. Außerdem, was ist so eine kleine Verbrennung schon, wenn du dafür die Liebe deines Lebens findest?“ Kyla war das ein Risiko, das sie bereit war, einzugehen. Sie würde fast alles für ihre beste Freundin machen. Ihre Miene erhellte sich, als sie Finleys Beschreibung hörte. Fernab sämtlicher Zivilisation? In Lancashire gab es ein paar Kuhwiesen, die sehr unbewohnt wirkten, ob es da Drachen gab? Sie schrieb es schnell auf einen Notizzettel, den sie hinter dem Tresen gefunden hatte, und von dem sie hoffte, dass darauf nichts Wichtiges vermerkt war. Ein Opfer.
„Ein Notfall eben. Aber ich glaube, wenn es zu diesem kommen würde, würde mir Mister King bestimmt helfen.“, sie lachte ein wenig diabolisch. Doch sie war sich trotzdem sicher, dass sie auf seine Hilfe hoffen konnte, sollte irgendjemand Finley etwas antun. Das war wahrscheinlich sogar besser, als wenn sie es alleine versuchen würde, da würde sie nur selbst bei sterben und wer würde Finley dann beschützen?
Kyla starrte Finley bei ihren nächsten Ausführungen wieder etwas verwundert an. Man lernte doch nie aus. Ihre Konzentration brach allerdings schon bei den Worten rosarote Brille. Kyla hatte zwar schon ein paar Menschen mit rosaroter Brille gesehen, aber meistens einzeln und das war schon etwas traurig. Hieß das etwa, dass diese einseitig in jemanden verliebt waren? Und warum gab es dann nur so wenig Menschen mit rosaroten Brillen? „Wo kommen diese Brillen denn her? Erscheinen die aus dem Nichts, wenn man sich verliebt? Und kann man die nicht abnehmen, auch nicht zum Schlafen? Was ist wenn doch, ist man dann nicht mehr verliebt?“ Kyla war sichtlich aufgeregt, denn von rosaroten Brillen, die einfach aus dem nichts auftauchten, hatte sie noch nie was gehört, aber es klang sehr romantisch. Oder war es ein allgemein anerkanntes Symbol, das man trug, um zu zeigen, dass man frisch verliebt war? Das wäre ja noch romantischer. Vielleicht sollte Kyla anfangen, eine solche Brille bei sich zu tragen, nur für den Fall. Sie wollte nicht, dass sich jemand schlecht fühlte, wenn sie keine Brille hatte.

Kyla wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ihre beste Freundin ihre Tasche umstieß und sie somit aufschreckte. Damit hatte sie nicht gerechnet. Sie war aber sowieso manchmal etwas schreckhaft, vor allem, wenn sie sich gerade in der wirren Welt ihrer eigenen Gedanken befand. Ihr Blick wanderte natürlich sofort zur Quelle des Geräuschs. Ein Buch war aus der Tasche gefallen und Kyla hätte sich fast abgewandt, denn es war nicht verwunderlich, dass ihre beste Freundin ein Buch las, und meistens handelte es sich dabei um etwas sehr Langweiliges. Aber nicht dieses Mal. Ihr Blick wurde vor allem von dem pinken Einband aufgefangen. Finley las normalerweise keine pinken Bücher. Das wirkte schon fast wie ein – nein, das konnte nicht sein. Kyla grinste und bückte sich nach dem Buch, während sie Finleys Frage beantwortete: „Mir wurde, aus mir unerfindlichen Gründen kein Schlüssel anvertraut, aber wenn meine Schicht um ist, kann ich trotzdem gehen, der Laden ist ja magisch geschützt, ich muss nur irgendein Schild für die Kundschaft aufstellen.“ Irgendetwas sollte sie noch machen, aber es fiel ihr nicht mehr ein. Nicht, wenn ihr Blick auf ein gewisses Buch gerichtet war.
Sie hob es auf und hätte es vor Schreck fast wieder fallen lassen, als sie das Cover sah. Ja, ein halbnackter Mann. Das war also tatsächlich ein Schnulzenroman. Nie im Leben hätte sie vermutet, Finley jemals mit so einem Ding zu erwischen. Es musste sie mehr erwischt haben, als Kyla gedacht hatte. Ein Grund mehr, der geheimnisvollen Person aus Finleys Unterricht nachzugehen. Erst da bemerkte sie, dass ihr Mund noch immer offenstand, aber niemand konnte ihr das so wirklich verübeln, ihre Welt war gerade auf den Kopf gestellt worden. Ein aWunder, dass sie nicht herunterfiel oder an der decke klebte oder so. Und das bei ihrer Höhenangst. „Seit wann liest du denn solche Schnulzenromane?“, sie zog die Augenbrauen hoch, um Finley genau zu zeigen, in welche Richtung ihre Gedanken gingen – nämlich zu ihrem geheimnisvollen Verehrer. Aber warum hatte sie dann keine rosarote Brille auf?


25.06.2019 16:20 offline E-Mail suchen homie
Tetsuya Yamada



Alter:
19 Jahre
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Lake District
Beruf:
Quidditch-Profi & Student
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Sportwissenschaften & Wirtschaft
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so weit so gut
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binki

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Kyla & Tetsu

Einstieg nach Zeitsprung
CF: Da Giorgio

Lange genug hatte er sich dazu überwinden müssen. Unter mehr oder weniger gutem Zureden von Mari hatte er sich einen Schlachtplan zurecht gelegt und war nun – ohne seiner „Mentorin“ Bescheid zu geben – hierher gekommen. Warum Tetsuya Mari nicht informiert hatte? Falls es schief ging, wollte er sich nicht unbedingt von ihr auslachen lassen. Er würde ganz cool abspielen, dass er doch kein Interesse mehr an der Verkäuferin hatte und er sich ja eigentlich gar nicht so sehr für sie interessiert hatte. Das wäre alles nur hochgespielt worden in ihrer Unterhaltung und als er sie noch einmal gesehen hatte, war jede Attraktivität weg gewesen. So oder so ähnlich würde er es ihr erzählen. Natürlich nur, wenn sein Versuch erfolglos bliebe.

Als Tetsuya nun den Laden betrat – nachdem er ihn bereits noch ein weiteres Mal in der Zwischenzeit ausgespäht hatte – holte er tief Luft und bereitete sich mental auf das Schlimmste vor. Sofort setzte er ein Lächeln auf, das er für charmant hielt, in Wahrheit aber wohl etwa nervös wirkte, als hätte er sich verlaufen. „Guten Tag“, grüßte er die Verkäuferin freundlich, die an der Kasse lehnte und wohl gerade nicht so viel zu tun hatte. Bei seinem letzten Besuch mit Kappe und Schal, sodass er nicht erkannt werden konnte, hatte er einen Teil ihres Gesprächs mit einer Freundin belauscht, anscheinend war ihr Name etwas wie „Qi“ oder „Ki“, vielleicht eine Abkürzung? So viele kurze englische Namen waren ihm bisher noch nicht untergekommen.

Als würde er sich nur umsehen wollen, schlenderte er durch den Laden und sah sich das ein oder andere Utensil an. Er würde irgendetwas kaufen, um mit ihr ins Gespräch zu kommen, sie vielleicht um einen Hinweis bitten – zum Beispiel, wenn es um die Pflege eines Schoners oder Ähnliches ging. Gespielt interessiert betrachtete er eine Auswahl an Handschuhen, die gepolstert waren und somit die Finger vor Klatscherangriffen schützen sollten. Aus dem Augenwinkel heraus beobachtete er jedoch auch die Verkäuferin, ob sie ihn bemerkt hatte. Ob er einwerfen sollte, dass er ein Quidditchprofi war, wenn er bezahlte?


20.08.2019 11:00 offline E-Mail suchen homie
Kyla Whitehorn



Alter:
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Tetsuya & Kyla

cf: Qualität für Quidditch (Zeitsprung)

Kyla stand im Laden und langweilte sich sehr. Seitdem die Schulferien vorbei waren, war es um den Laden eindeutig ruhiger geworden. Am Wochenende gab es zwar deutlich mehr Kundschaft als in der Woche, aber es waren dennoch nur vereinzelt Kunden zugegen. Ihre Hauptkunden waren eben Schüler und Touristen – und beide Zielgruppen kamen hauptsächlich während der Ferien. Wenigstens war der Pappständer ihres Bruders weg, wahrscheinlich an Oma verkauft. Kyla hatte nicht genauer nachgefragt, sondern dieses kleine Wunder einfach dankend hingenommen. Aber jetzt hatte sie nicht einmal das Ding, über das sie sich aufregen konnte. Und ihre beste Freundin war beschäftigt und auch sonst schienen die meisten an einem Samstag besseres zu tun zu haben, als einen Quidditchladen zu besuchen. Kyla konnte es ihnen nicht verübeln. Sie hätte vielleicht etwas für die Uni tun können, aber so gelangweilt war sie dann doch noch nicht. Sie hatte außerdem noch mehr als genug Zeit dafür.
Deswegen hatte sie den Tag schon damit verbracht, sämtliche Zeitungen durchzulesen – der wohl interessanteste Artikel stammte aus der Hexenwoche und berichtete von einer Frau, die nicht nur einen Vogel hatte, sondern gleich 48 Eulen, was Kyla sehr fasziniert hatte -, die Regale auszuschmücken und 3-mal das Geld der Kasse nachgezählt. Dass sie dabei 3 verschiedene Summen erhielt beunruhigte sie nicht weiter. Jetzt gerade war sie damit beschäftigt, die Zeichnung zu studieren, die sie Finley förmlich aus den Händen reißen müssen. Schließlich musste sie sich das Gesicht gut einprägen, wenn sie nicht mit dem Blatt vor ihrem Gesicht in der Universität herumlaufen wollte. Das war selbst für ihre Verhältnisse etwas merkwürdig. Dabei war sie so in Gedanken versunken gewesen, dass sie fast nicht bemerkt hätte, wie jemand ihren Laden betrat.
Als er sie begrüßte, wäre sie vor Schreck und beim Versuch, sie möglichst schnell aufzurichten, fast über ihre eigenen Füße gestolpert. Sie lehnte sich möglichst unauffällig gegen den Tresen und hoffte, dass das nicht so ungeschickt ausgesehen, wie es sich angefühlt hatte. Sie schenkte ihm automatisch ihr typisches Service-Lächeln. „Guten Tag und herzlich Willkommen in Qualität für Quidditch – Ihr Laden für jeden Bedarf.“ Oder so ähnlich. Kyla vergaß den Slogan oft und an vollen Tagen sagte sie ihn meistens gar nicht erst. Jetzt aber hatte sie nichts Besseres zu tun und versuchte es wenigstens.
Sie sah ihren Kunden aufmerksam an. Es war wahrscheinlich tatsächlich ein Tourist, denn er sah nun wirklich nicht britisch aus, aber vielleicht irrte sie sich auch. Je länger sie ihn betrachtete – und nein, sie stalkte nicht, sie beobachtete, schließlich war er neben den Postern das einzige, was sich in dem Laden seit gefühlten Stunden bewegte -, desto bekannter erschienen ihr seine Gesichtszüge. Vielleicht war er öfter im Laden? Dann wäre er tatsächlich kein Tourist. Sie sollte ihn ansprechen. Diese Stille hielt sie einfach nicht mehr aus. Sie war dafür nicht geschaffen. Wenn es ihn stören würde, würde sie ihn in Ruhe lassen. Außerdem war sie neugierig geworden. Es kam nicht oft vor, dass ihr Menschen bekannt vorkamen und vielleicht verwechselte sie ihn sowieso mit jemandem, auch wenn sie keine Ahnung hatte, wer das sein sollte. Wenn sie einen Fotoapparat hätte, könnte sie ein Foto machen und Finley später fragen, aber das würde wohl wirklich an Stalking grenzen. Sie wollte nicht unheimlicher wirken, als sie war. Deswegen sollte sie vielleicht aufhören, ihren Kunden anzustarren. Ja, das klang nach einer guten Idee.
Sie lief um den Tresen herum und auf den jungen Zauberer zu. Wenn sie dabei über einen der Mannequins des Ladens stolperte, musste das keiner erfahren. Sie stellte sich neben ihn und lächelte ihn an. Sie versuchte ihn zu fragen, ob sie sich kannten, ohne dass es merkwürdig klingen würde. „Hey, tut mir leid, wenn das etwas komisch klingt, aber kennen wir uns?“, Das klang eindeutig komisch und wenn sie sich kannten auch absolut ignorant. Kyla hoffte wirklich, dass er ihr das nicht übelnehmen würde. Aber sie besaß eben keinen Filter zwischen Gehirn und Mund.


20.08.2019 18:13 offline E-Mail suchen homie
Tetsuya Yamada



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Kyla & Tetsu

Tetsuya war viel zu nervös und mit seinem eigenen Plan beschäftigt, dass ihm gar nicht einmal auffiel, wie überrascht die Verkäuferin von seiner Begrüßung war. Er nickte ihr zu, dass er verstanden hatte, als sie ihren Spruch aufsagte. Wahrscheinlich musste sie das allen Kunden sagen, die in den Laden kamen. Aber irrte er sich oder klang sie selbst aufgeregt? Dass das nicht von seinem – eher spärlichen – Charme sondern einfach von ihrer Überraschung kam, das entging ihm in diesem Moment ebenfalls.

Während sie noch darüber nachdachte, woher sie ihn kennen könnte, war er bereits damit beschäftigt, nicht in ihre Richtung zu sehen und stattdessen die Ware direkt vor ihm anzustarren, ohne wirklich etwas wahrzunehmen. Was genau sah er da eigentlich inzwischen an? Er hatte es wohl von den Handschuhen zu den Nackenstützen geschafft. Diese waren durchaus praktisch, wenn man mit einem sehr körperbetonten Spiel rechnete und das nicht gewohnt war, jedoch schränkten sie die Beweglichkeit und Flexibilität erheblich ein. Etwas, das sich ein Spieler wie Tetsuya nicht erlauben wollte. Nein, er spielte auf das volle Risiko, wie so viele seiner japanischen Kollegen. Einer der Gründe, warum immer mehr japanische Spieler wohl auch in Europa anzutreffen waren.

Tetsuya sah eine Bewegung aus dem Augenwinkel, als Kyla sich in Bewegung setzte. Ihr mutiges Anpirschen wurde jedoch prompt unterbrochen, als sie eine Bruchlandung dank einer der Schaufensterpuppen hinlegte. Erschrocken riss er den Kopf herum und sah zu, wie sie sich wieder aufrichtete und zu ihm kam, als wäre nichts weiter passiert. Etwa verdattert sah er sie einen Moment an, sodass ihm beinahe die Frage entgangen wäre. Hoffentlich dachte sie jetzt nicht, dass er sie nicht verstehen konnte.
Schnell räusperte sich, um ihr endlich die Antwort zu geben, auf die sie wartete: „Ehem, ich war diese Woche schon einmal hier… im Laden… ich konnte mich da aber noch nicht entscheiden.“ Vielleicht sollte er jetzt noch hinzufügen, dass er ein internationaler Quidditchstar war und bereits bei der Weltmeisterschaft dabei gewesen war? Dass er aus Japan hierher gekommen war, um in der englischen Liga etwas frischen Wind hineinzubringen? Dass er ein gefeierter, aufsteigender Star war? Nein, das wäre wahrscheinlich zu arrogant gewesen und hätte sie wohl kaum beeindruckt. Ohnehin kamen mit Sicherheit noch andere Quidditchspieler, die in England bekannter waren, hierher, um ihr Equipment zu kaufen. Da war er sicherlich nur ein kleiner Fisch.


23.08.2019 15:51 offline E-Mail suchen homie
Kyla Whitehorn



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Tetsuya & Kyla

Anscheinend hatte ihr kleines Zusammentreffen mit der Schaufensterpuppe doch für mehr Aufmerksamkeit gesorgt, als beabsichtigt. Also eigentlich hatte sie gar keine Aufmerksamkeit gewollt, zumindest nicht in dem Moment und vor allem nicht so. Aber gut, damit konnte sie leben. Sehr gut sogar, es war schließlich nicht das erste Mal, dass ihr sowas passierte – und bei ihrem Glück gewiss auch nicht das letzte. Deswegen stand sie schließlich auch lächelnd vor dem jungen Mann und ließ sich nichts von dem Unglück anmerken, auch wenn sie seinen leicht verwirrten Blick durchaus noch auf sich spürte. Wenigstens hatte sie so seine gesamte Aufmerksamkeit bekommen, das war auch nicht unbedingt ein Nachteil, denn die hatte sie ja bekommen müssen.
Auf ihre Frage reagierte er zuerst nicht. Hatte er sie nicht richtig verstanden? Vielleicht lag sie wirklich richtig und es handelte sich um einen Touristen. Sollte sie die Frage vielleicht wiederholen? Sie sollte langsamer sprechen. Und vielleicht einfachere Wörter verwenden. Obwohl ihr keine einfacheren Wörter einfielen. Sie sollte ihren Satz kürzen. Waren nicht lange Sätze schwerer zu verstehen? Sie wusste es nicht, sie sprach nur englisch und das bereitete ihr genug Probleme. Sie hatte Hochachtung vor jedem, der mehr als seine Muttersprache sprechen konnte. Aber vielleicht sprach ihr Gegenüber auch gar kein Englisch, was die Kommunikation natürlich erheblich erschweren würde. Aber auch das wäre letztendlich kein Problem, sie war schließlich Kyla Whitehorn und ihr fiel stets eine Lösung ein, um mit Menschen zu kommunizieren.
Diese Überlegungen stellten sich jedoch kurz danach als völlig unnötig heraus. Kyla atmete erleichtert auf. Sie hatte Mühe gehabt, das Wort ‚kennen‘ in jegliche Zeichensprache zu übersetzen. Wie sollte man das pantomimisch darstellen? Irgendwie hätte sie sich bestimmt verständlich gemacht, aber es hätte wohl eindeutig länger gedauert und vielleicht hätte sie auch gar keine Antwort mehr erhalten, wenn ihr Gegenüber in der Mitte der Vorstellung einfach gegangen wäre. Sie hätte es ihm nicht einmal verübeln können.
„Oh!“, erwiderte sie erfreut, mit vielleicht ein wenig zu viel Enthusiasmus, aber man sah ihr ihre Freude eben stets an. Dann wandte sie sich zur Wand ihr gegenüber um. Nackenstützen also. Diese Dinger sahen immer verdammt lustig aus, wenn sie sie bei Spielern sah, aber sie waren nicht unbedingt unsinnig. Auch wenn das eindeutig nicht eins der Hauptverkäufe war. „Spielst du oft Quidditch? Ansonsten kauft das nämlich kaum jemand. Die meisten kaufen immer nur Besen oder Handschuhe. Manche noch Helme. Oder eben die Fan-Artikel. Aber Nackenstützen lohnen sich wohl für viele nicht. Naja, die Krankenhäuser freuen sich vielleicht über die Kundschaft!“, Kyla zuckte mit den Schultern. Vielleicht hatten die sonst dort so viel Langeweile wie sie noch kurz zuvor. Dass sie ihr gegenüber förmlich zutextete, obwohl sie zuvor noch befürchtet hatte, er würde sie nicht verstehen, bemerkte sie natürlich nicht.
Bevor sie weitersprach, sah sie sich schnell im Laden um, um sicherzugehen, dass sich nicht womöglich doch Kundschaft hereingeschlichen hatte, während sie an ihrem vermeintlich einzigen Kunden herangetreten war. Es passierte manchmal, sie ließ sich schließlich sehr einfach ablenken. Aber nein, sie waren allein. Trotzdem senkte sie ihre Stimme ein wenig verschwörerisch, bevor sie weitersprach, „Vor allem die älteren Herrschaften!“, sie zwinkerte ihm grinsend zu, „Ich empfehle es ja auch jüngeren Quidditchspielern. Vor allem diese tendieren ja dazu, sich sehr in das Spiel hineinzustürzen – und zwar wortwörtlich. Aber die finden es natürlich nicht ‚cool‘ genug.“ Kyla schüttelte darüber den Kopf. Wenn man so zu Unfällen neigte wie sie, wusste man einen guten Schutz zu schätzen. Dann besann sie sich, dass sie ja eine Verkäuferin war und räusperte sich kurz. „Aber ich merke, ich rede wieder zu viel. Kann ich dir irgendwie behilflich sein?“


Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Kyla Whitehorn am 23.08.2019 23:45.

23.08.2019 23:36 offline E-Mail suchen homie
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